Zusammenfassung von Die Lobbyisten

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Die Lobbyisten Buchzusammenfassung
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Bewertung

8

Qualitäten

  • Meinungsstark
  • Hintergrund

Rezension

„In dieser Stadt wimmelt es dermaßen von Lobbyisten, dass man in keine Richtung einen Ziegelstein schmeißen kann, ohne einen von ihnen zu treffen“, polterte der amerikanische Präsident Woodrow Wilson 1913. Wer diesem eigenwilligen Sport heute in Washington, Brüssel oder Berlin nachgehen wollte, dürfte sich nicht über einen Mangel an Zielobjekten beklagen. Allerdings scheint es zunehmend schwierig, zwischen den Einflüsterern und Beeinflussten zu unterscheiden: Die mächtigsten Wirtschaftslobbyisten sitzen heute in den Expertenausschüssen der EU, des Bundestags oder der Ministerien, und ganze Gesetzesentwürfe tragen ihre Handschrift. Für den wirtschaftskritischen Autor ist dies Grund genug, am Kapitalismus und der repräsentativen Demokratie zu zweifeln. Die Geschichte des Lobbyismus stellt er als einen gewissenlosen Triumphzug des Kapitals dar, der letztlich nur durch ein radikal neues Politikverständnis gebremst werden könnte. Man darf diese Ansicht teilen oder als 68er Rhetorik abtun. Doch egal, von welcher Seite des politischen Spektrums man sich dem Buch nähert – aufschlussreiche Fakten bietet es allemal, findet getAbstract und empfiehlt es jedem politisch und wirtschaftlich Interessierten.

Über den Autor

Johann-Günther König ist Sozialpädagoge und war zwischen 1987 und 2000 als Geschäftsführer für Telekommunikationsunternehmen tätig. Als freischaffender Autor hat er neben Büchern über Börse und Finanzkriminalität auch Reiseführer geschrieben.

 

Zusammenfassung

Den Interessen Einzelner dienen

Lobbying ist das Mittel, durch das die Vertreter verschiedenster Interessen politische Akteure beeinflussen. Sie lobbyieren für Unternehmen, Industrieverbände, Handelskammern und Gewerkschaften, aber auch NGOs. In Washington sind schätzungsweise 27 000 Lobbyisten hauptberuflich tätig, in Brüssel 15 000 und in Berlin 6000. Genaue Zahlen zu nennen, ist schwierig: Viele Interessenvertreter werden statistisch nicht erfasst, da sie gar nicht offiziell als Lobbyisten auftreten. Der Berufsstand genießt keinen guten Ruf: Interessenvertreter werden als geldgierige Klinkenputzer geschmäht und in einem Atemzug mit Korruption genannt. Ihre bevorzugten Tarnnamen sind „Leiter politische Kommunikation“, „Berater“ oder „Referent“. In Deutschland unterhalten Experten der Finanzindustrie eigene Büros in einschlägigen Bundesministerien, wo sie als so genannte „Leihbeamte“ an Gesetzestexten mitschreiben. Ein anderes Beispiel direkter politischer Einflussnahme bietet die Pharma- und Ärztelobby, die nach Experteneinschätzung die deutsche Gesundheitspolitik fest im Griff hat. Darüber hinaus arbeiten Parlamentarier als „eingebaute“ Lobbyisten, wenn etwa Mitglieder...


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