Rezension von Die Logik des Misslingens

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Die Logik des Misslingens Buchzusammenfassung
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Bewertung

9

Qualitäten

  • Analytisch
  • Wissenschaftsbasiert
  • Unterhaltsam

Rezension

Erscheint ein Buch in der 15. Auflage, hat das einen guten Grund: Es ist relevant. Präzise und amüsant seziert Dietrich Dörner in Die Logik des Misslingens, warum Menschen sich mit komplexen Problemen so schwertun. Er analysiert die Tschernobyl-Katastrophe, die Aids-Epidemie und gescheiterte Entwicklungshilfeprojekte und zeigt auf, wie man komplexe Themen richtig anpackt. Das beschreibt er so einleuchtend und anschaulich, dass man sich mitunter fragt, warum man nicht von selbst darauf gekommen ist.

Über den Autor

Dietrich Dörner, emeritiert 2006, war langjähriger Direktor des Instituts für theoretische Psychologie mit den Schwerpunkten kognitive Psychologie, Denken und Handlungstheorie an der Universität Bamberg.

 

Viele falsche Entscheidungen beginnen mit den besten Absichten.

Der Autor steigt mit einem Beispiel ein: Die City ist verstopft, laut und dreckig. Die Autos müssen weg, entscheiden die Stadtväter und führen Tempo 30 ein. Gut gemeint, doch das macht die Sache nicht besser, sondern sogar noch schlimmer. Nun fahren die Autos in niedrigerem Gang, stoßen noch mehr Abgase aus und das für einen längeren Zeitraum. Wer kann, meidet die City. Auch die Konsumenten. Bald machen die ersten Händler zu, die Stadteinnahmen sinken. Was ist schiefgelaufen? Dietrich Dörner analysiert: Die Stadtväter hatten nur ein Ziel im Auge, nämlich weniger Autos in der City. Das gelang, aber sie bedachten nicht die Neben- und Fernwirkungen. Sie hätten vorher an einem Planspiel üben sollen, etwa an dem über die Moros, einen fiktiven halbnomadischen Stamm in Westafrika. Auf dieses Planspiel kommt der Autor im Buch immer wieder zurück.

Die Moros ziehen mit ihren Rindern von Wasserloch zu Wasserloch. Wasser ist knapp und viele Rinder sterben an der Rinderschlafkrankheit, die von der Tsetsefliege übertragen wird. Auch viele Kinder sterben an Mangelernährung. Die Not der Moros ist groß. Das zu ändern ist Aufgabe des computerbasierten Planspiels, das Dörner mit zwölf Versuchspersonen durchführte. Trotz bester Absichten verschlechterten die meisten Spieler die Lage der Moros noch weiter. Stürzte sich ein Spieler auf die Gesundheitsvorsorge, explodierte bald die Bevölkerungszahl und der karge Boden konnte die Menschen nicht mehr ernähren. Verlegte er sich aufs Brunnenbohren, ging bald das Wasser aus. Bekämpfte er die Tsetsefliege, gab es bald zu viele Rinder und die Flächen wurden überweidet. – Immer wenn ein Spieler ein Problem löste, erzeugte er damit andere, weit größere. Und das passiert nicht nur im Planspiel, sondern auch in der Realität: Genauso wie im Spiel scheiterte 1985 ein Entwicklungshilfeprojekt im südafrikanischen Okavangodelta. Dörners Fazit: Gute Absichten schützen nicht vor falschen Entscheidungen.


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