Zusammenfassung von Die Wolken

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Die Wolken Buchzusammenfassung
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Literatur­klassiker

  • Komödie
  • Griechische Antike

Rezension

Ihr seid durchschaut, Schwätzer!

Die Wolken ist eine Verhöhnung der Bürger Athens, die zu Aristophanes’ Zeiten immer mehr ihre Traditionen vergaßen und sich den eigennützigen Rechthabereien der Demagogen und Sophisten zuwandten. Wer gelehrt tun und durch geschicktes Argumentieren alles infrage stellen bzw. in sein Gegenteil verkehren konnte, war im Athen des fünften vorchristlichen Jahrhunderts ein mächtiger und angesehener Mann – selbst wenn sein Gerede noch so wenig Substanz hatte. Die Götter verschmähen, die Jugend verderben und immer mehr die eigene Identität verleugnen: Das waren die Trends einer neuen Zeit, gegen die Aristophanes mit Spott und Häme ins Feld zog. Er tat das mit großer sprachlicher Bandbreite: von komplexen Versmaßen über innovative Sprachspiele bis zu den derbsten Zoten. Die Anspielungen auf bekannte Persönlichkeiten der Entstehungszeit und auf Mythen, die heute nicht mehr zum Allgemeinwissen gehören, macht dem heutigen Leser die Lektüre des Stücks etwas mühselig. Die drastische Beschimpfung des Publikums und das brachiale Vokabular wirken dagegen sehr modern. Und besonders die Figur des nur auf den eigenen Vorteil bedachten Strepsiades, der bereit ist, alle Sitten und Überzeugungen über Bord zu werfen, wenn es ihm nur nützt, wird vermutlich immer aktuell bleiben.

Über den Autor

Aristophanes wird um 450 v. Chr. geboren – ob in Athen oder auf der vorgelagerten Insel Ägina, auf der seine Familie über Grundbesitz verfügte, ist umstritten. Als freier Bürger des Athener Bezirks Kydathenai schreibt Aristophanes angeblich mehr als 40 Komödien. Die meisten dieser Stücke sind, wie seine erste Komödie Die Schmausbrüder (Thetalis, 427 v. Chr.), nur als Fragment oder aber gar nicht überliefert. Thema der erhaltenen elf Texte ist vor allem der geistige und moralische Umbruch der Gesellschaft in Athen während der Zeit des Peloponnesischen Krieges. Als Zeitgenosse von Sokrates und den Sophisten richtet Aristophanes seinen literarischen Spott vor allem auf Schwätzer, Gottesleugner und die unfähigen Politiker, die nach dem Tod des Perikles Athen regieren. Besonders Kleon, einer der ersten einflussreichen Politiker, die nicht aus einer angesehenen Familie stammen, wird Zielscheibe von Aristophanes’ Satiren. Bei den Dionysien, dem alljährlichen Komödien- und Tragödienwettbewerb in Athen, sorgt Aristophanes 426 v. Chr. mit seinem Siegerstück Die Babylonier (Babylonioi), in dem er Kleon und andere Politiker verhöhnt, für einen Skandal. In Die Ritter (Hippeis, 424 v. Chr.) spielt Aristophanes selbst den Kleon und handelt sich eine Klage ein, die aber ohne Folgen bleibt. Aufgrund seiner herausragenden sprachlichen und poetischen Fähigkeiten ist Aristophanes bereits zu Lebzeiten einer der berühmtesten und erfolgreichsten Komödiendichter Athens. Er verarbeitet und verspottet Werke seiner Kollegen und begleitet als Dichter kritisch die sozialen und politischen Umbrüche in seiner Zeit. Aristophanes stirbt, nachdem er rund 20 Jahre lang auch politischer Vertreter seines Stadtbezirks war, um 380 v. Chr. in Athen.

 

Zusammenfassung

Böses Erwachen

Der Bauer Strepsiades erwacht eines Morgens in Athen mit großen Sorgen: Er ist hoch verschuldet, und der Tag der Rückzahlung steht bevor. Der Grund für die Schulden ist die Verschwendungssucht seines missratenen Sohnes Pheidippides. Dieser ist so vom Pferderennen besessen, dass er selbst im Schlaf noch Szenen von der Rennbahn fantasiert. Strepsiades, ein einfacher Bauer, der einst die Nichte eines Atheners zur Frau genommen hat und seitdem in der Stadt lebt, verflucht seine Heirat. Seine arrogante und verwöhnte Frau hat sich bei der Erziehung und Charakterbildung des gemeinsamen Sohnes durchgesetzt.

Strepsiades hat allerdings eine Idee, wie er seine Geldsorgen beenden kann. Er weckt Pheidippides und offenbart ihm seinen Plan: Die weisen Männer in der „Denkerbude“ sollen in der Lage sein, allein durch Reden Prozesse zu gewinnen, unabhängig davon, ob ein Anliegen nun rechtens ist oder nicht. Er weist Pheidippides an, bei jenen Denkern, zu denen der berühmte Sokrates gehört, in die Lehre zu gehen und ihm dann im Prozess gegen seine Gläubiger beizustehen. Pheidippides jedoch weigert sich, denn er...


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