Zusammenfassung von Dem Schwarzen Schwan auf der Spur

Extremsituationen prognostizieren und von ihnen profitieren

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Dem Schwarzen Schwan auf der Spur Buchzusammenfassung
Nun sei bedankt, mein lieber Schwan – lebt wohl, ihr bösen Überraschungen!

Bewertung

8 Gesamtbewertung

7 Umsetzbarkeit

9 Innovationsgrad

8 Stil

Rezension

Nassim Taleb hat die Trauerschwäne berühmt gemacht. Kenneth Posner seziert die Vögel nun bis auf die Knochen: Warum bleiben schwarze Schwäne so lange unsichtbar, bis sie ganze Unternehmen oder gar Finanzsysteme in den Abgrund reißen? Was hindert Analysten und Wirtschaftsexperten daran, dort zu forschen, wo der Lichtkegel ihrer Taschenlampen nicht hinfällt? Anstatt dem kollektiven Wahnsinn mit Starrsinn oder Statistik zu begegnen, rät der Autor, die in volatilen Zeiten nahenden Schwäne intuitiv am Geräusch ihres Flügelschlags zu erkennen. Enttäuscht wird, wer eine fundamentale Systemkritik von ihm erwartet: Als ehemaliger Staranalyst bei Morgan Stanley hat Posner kein Problem mit manisch-depressiven Finanzmärkten, und von verschärfter Regulierung hält er gar nichts. Schließlich, so betont er am Ende, seien schwarze Schwäne nicht unbedingt ein Grund zur Trauer – man kann sich auf ihren Schwingen auch zum Spekulationserfolg tragen lassen. Unbedingt traurig ist dagegen das nachlässige Lektorat der deutschen Übersetzung, das selbst inhaltliche Fehler wie vertauschte Jahreszahlen übersah. getAbstract empfiehlt das Buch Investoren und Analysten, die beim nächsten Schwan-Ereignis lieber eine Party feiern als ihr Geld zu Grabe tragen möchten.

Das lernen Sie

  • was schwarze Schwäne sind
  • warum kein Investor vor ihnen gefeit ist
  • wie Sie deren Auftauchen erahnen
 

Zusammenfassung

Schmetterlinge, Schwäne und Spekulanten
Alle Schwäne sind weiß – davon waren die Europäer überzeugt, bis sie Australien entdeckten und damit auch die dort lebenden schwarzen Schwäne. In der Finanzwelt stehen die Vögel für statistisch unwahrscheinliche Ereignisse, die in Zeiten hoher Volatilität...
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Über den Autor

Kenneth A. Posner war viele Jahre als Senior Analyst und Managing Director bei Morgan Stanley tätig, wo er vor allem Aktien aus dem Finanzsektor bewertete. Seit 2009 arbeitet er für die Investmentfirma North American Financial Holdings.


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    Guest vor 4 Jahren
    Der Titel suggeriert eine gewisse Nähe zu Nassim Talebs "Der Schwarze Schwan". Liest man aber nun in der Zusammenfassung den Satz "Man kann schwarze Schwäne nicht vorhersehen – aber ihre Eintrittswahrscheinlichkeit abschätzen.", so merkt man schnell, dass Posners Idee derjenigen Talebs eine von Grund auf entgegengesetzte ist. Posner glaubt daran, zukünftige Entwicklungen an den Finanzmärkten erahnen zu können, Taleb beschreibt hingegen, dass solche Marktverwerfungen nicht voraussehbar sind und man so investieren soll, dass einem das Eintreten (oder Ausbleiben) solcher Erschütterungen nichts anhaben können oder man sogar von ihnen profitiert: indem man z.B. 90% seiner Ersparnisse in sichere (z.B. Schweizer) Staatsanleihen investiert und mit 10% auf den Zusammenbruch des Finanzsystems setzt (mehr solche Strategien, auch in anderen Lebensbereichen, beschreibt Taleb auch in seinem neuesten Werk "Antifragile", das derzeit noch nicht auf Deutsch vorliegt).
    Posner rät auch dazu, sich mit (kostenpflichtigen) Investment-Informationen einzudecken, warnt dabei aber gleichzeitig vor einem "Informations-Inzest", der dadurch entstünde, dass sich Finanzjournalisten und Investoren ständig in den gleichen Kreisen aufhielten. Als ob kostenpflichtige Investmentbulletins höherwertige Informationen wären als der in Zeitungen dargebotene Finanzklatsch! Konsequenter ist da Taleb, der den Investoren die Fähigkeit abspricht, aus dem Informationsrauschen das Signal, also das eigentlich Wichtige herauszufiltern.
    Posner schreibt, man solle wichtige von unnützen Informationen trennen, indem man "die entscheidenden Katalysatoren für die Kursentwicklung einer Aktie" benennt. Taleb dagegen meint, dass wir gerade diese Katalysatoren gar nicht kennen können.
    Ich habe bei der Lektüre des Abstracts den Eindruck erhalten, dass der Autor mit seiner Titelwahl bloss auf der Erfolgswelle von Talebs "Schwarzem Schwan" reiten möchte.
    Das Problem an Schwarzen Schwänen ist ja nicht, dass man sich über ihre Eintretenswahrscheinlichkeit unsicher ist, sondern dass man sich solche Ereignisse im Voraus überhaupt gar nicht vorstellen kann.

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