Zusammenfassung von Grundlinien der Philosophie des Rechts

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Grundlinien der Philosophie des Rechts Buchzusammenfassung
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Rezension

Der Staat als organische Einheit

Eines unterscheidet Hegels Grundlinien der Philosophie des Rechts von anderen Werken der politischen Philosophie: Das Buch beschreibt den Staat nicht, wie er sein sollte, sondern wie er, zumindest in Hegels Augen, zu Beginn des 19. Jahrhunderts war. Im Staat sah Hegel nicht ein abstraktes Konstrukt zur Sicherung bürgerlicher Freiheits- und Eigentumsrechte, sondern die Wirklichkeit gewordene Vernunft. Gegen das liberalistische Modell eines Rousseau oder Kant, das den Vertragscharakter des modernen Staates betonte, setzte er die Vorstellung einer natürlichen, organisch gewachsenen Einheit, die es dem Einzelnen ermöglicht, vollkommen darin aufzugehen. Das brachte ihm später den Vorwurf ein, er rechtfertige bestehende Strukturen und verabsolutiere den Staat. Doch wenn man sich die Mühe macht und dieses komplexe, streckenweise nur schwer verständliche Werk genau liest, erkennt man durchaus den freiheitlichen Grundgedanken in Hegels System. Bei allen staatsverherrlichenden Tendenzen, die sicher vorhanden sind, stellt sein Werk eine Synthese von Liberalismus und Konservatismus dar, die etwa den angloamerikanischen Kommunitarismus unserer Zeit beeinflusst hat.

Über den Autor

Georg Wilhelm Friedrich Hegel wird am 27. August 1770 in Stuttgart geboren. Der pietistische, strenggläubige Vater sieht für seinen Sohn eine theologische Ausbildung vor. Nach der Lateinschule wechselt der junge Hegel ans Stuttgarter Gymnasium. Er ist ein ausgezeichneter Schüler. 1788 tritt er ins Tübinger Stift ein. Fünf Jahre studiert er hier Theologie und Philosophie, schließt Freundschaft mit Friedrich Hölderlin und Friedrich Schelling und genießt das Studentenleben. Am Ende des Studiums steht seine Entscheidung: Er will kein Priester werden. Während Kollege und Freund Schelling schnell reüssiert und mit 23 Jahren schon eine Professorenstelle erhält, plagt sich Hegel ab 1793 als Privatlehrer in Bern und anschließend in Frankfurt am Main. 1801 kommt er nach Jena, wo Schelling und später auch Goethe seiner Karriere auf die Sprünge helfen. 1805 erhält er seine erste unbesoldete Professur in Jena, die sich nur aus Hörergeldern speist. In Jena erblicken sowohl die Phänomenologie des Geistes als auch sein unehelicher Sohn das Licht der Welt. Nach dem Einmarsch der Franzosen flieht Hegel aus Jena. Sein Weg führt über Bamberg nach Nürnberg, wo er die Leitung des Ägidiengymnasiums übernimmt. Hier erscheint sein Werk Die Wissenschaft der Logik (1812 bis 1816). 1811 heiratet er Marie von Tucher, mit der er drei Söhne hat. Eine weitere Durchgangsstation zum großen Durchbruch stellt Heidelberg dar: 1816 nimmt er an der dortigen Universität die Professur für Philosophie an und veröffentlicht die Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1817). Schließlich folgt er Fichte auf den Lehrstuhl an der Humboldt-Universität zu Berlin. Hier avanciert er zum „preußischen Staatsphilosophen“ und hält Vorlesungen in überfüllten Hörsälen. Sein Ruf breitet sich in ganz Europa aus. Hegel stirbt am 14. November 1831 in Berlin an der damals dort grassierenden Cholera.

 

Zusammenfassung

Die Aufgabe der Philosophie

Die Philosophie der Gegenwart gleitet immer mehr ins Seichte ab. Sie hält die Erkenntnis einer objektiven Wahrheit für unmöglich und gibt sich mit subjektiven Meinungen zufrieden. Statt Gedanken und Begriffe zu entwickeln, stützt sie sich auf die unmittelbare Wahrnehmung, statt das Wirkliche mit dem Verstand zu ergründen, spekuliert sie über Jenseitiges und leere Ideale. Sie erkennt nicht die Substanz, die Idee hinter den Dingen, die wirklich – und damit vernünftig – sind. In letzter Zeit wird in Deutschland viel über Verfassung und Vernunft geschwätzt, sodass man die Worte kaum mehr in den Mund nehmen mag. Dagegen sollte sich die Überzeugung ausbreiten, dass philosophische Erkenntnis in diesem Bereich nicht aus Nützlichkeits- und Zweckerwägungen und schon gar nicht aus Gefühl, Liebe und Begeisterung resultiert, sondern nur aus Begriffen. Diese Abhandlung will nicht aufzeigen, wie ein Staat sein soll. Ihr Ziel ist es vielmehr, den Staat als etwas in sich Vernünftiges zu begreifen.


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