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Gustav Schickedanz

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Gustav Schickedanz

Biographie eines Revolutionärs

Berlin Verlag,

15 Minuten Lesezeit
11 Stunden gespart
10 Take-aways
Audio & Text

Was ist drin?

Der Vorreiter des Versandhandels: Gustav Schickedanz spuckte in die Hände und steigerte das Bruttosozialprodukt.


Bewertung der Redaktion

6

Qualitäten

  • Umfassend
  • Hintergrund

Rezension

Einen der erfolgreichsten Unternehmer des bürgerlichen deutschen Wirtschaftswunders im Untertitel „Revolutionär“ zu nennen, ist, gelinde gesagt, eine Provokation. Gemeint ist, dass Schickedanz’ Erfolg auf bahnbrechenden, innovativen Entscheidungen im Versandgeschäft beruhte. Das Buch des Historikers Schöllgen ist ein seriös recherchiertes, umfassendes Epitaph auf den fränkischen Familienunternehmer. Der Autor beschreibt akribisch Schickedanz’ Lebensweg und breitet im Zweifel eher zu viel als zu wenig Material aus, und mehr Lob als Kritik. Eine gewisse Faktenhuberei, wie das Zitieren von Handelsregisterauszügen, erleichtert den Lesefluss nicht gerade. Großer Pluspunkt des Buches: Der Historiker liefert im Vorbeigehen den Verlauf der Weltgeschichte und der jeweiligen deutschen Zeitgeschichte mit. Wie andere namhafte wirtschaftliche Akteure seiner Generation hatte Schickedanz mit der unternehmerischen Selbstbehauptung im Dritten Reich und deren Bewertung nach dem Krieg zeitlebens zu kämpfen. getAbstract empfiehlt das Buch allen wirtschaftshistorisch interessierten Lesern – als faire und umfassende Lebensdarstellung eines Vordenkers.

Zusammenfassung

Familienbande

Gustav Schickedanz schuf in den bewegten Jahren zwischen 1927 und 1960 aus einem „Versand mit Kurz- und Wollwaren und einschlägigen Artikeln“ namens Quelle in Fürth ein hochmodernes „Versandhaus der Superlative“ mit bis dahin rund 1 Milliarde D-Mark Umsatz. Bis zu seinem Tod 1977 wurde aus Quelle eine Unternehmensgruppe mit 8,3 Milliarden D-Mark Umsatz und über 40 000 Beschäftigten – gelenkt fast bis zum Schluss von Schickedanz selbst.

Schickedanz’ Vorfahren waren mehrheitlich im Schreinerhandwerk und in der Holzverarbeitung tätig: vom Fassbau über Rokokoleisten bis hin zu Spielzeug. Gustav Schickedanz absolviert eine kaufmännische Ausbildung bei einem Nürnberger Spielehersteller. Als der Erste Weltkrieg ausbricht, wird aus Schickedanz’ geplantem einjährigen Freiwilligendienst ein fünfjähriger Einsatz im Militär. Der junge Mann heiratet erstmals 1919. Zehn Jahre später sterben seine Frau Anna, der kleine Sohn und sein Vater bei einem Autounfall. Schickedanz bleiben nur seine Tochter Louise und seine ältere Schwester Liesl. Diese sowie ihr Mann Daniel Kießling werden bedeutende Rollen im Unternehmen spielen, ebenso Louises späterer Ehemann Hans ...

Über den Autor

Gregor Schöllgen leitet das Zentrum für Angewandte Geschichte (ZAG) der Universität Erlangen. Er ist Mitherausgeber der Akten des Auswärtigen Amtes, des Nachlasses von Willy Brandt sowie Autor mehrerer Bücher zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.


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