Zusammenfassung von Annäherungen

Drogen und Rausch

Stuttgart 1970
Diese Ausgabe: Klett-Cotta, Mehr

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Annäherungen Buchzusammenfassung
Im Rausch die Zeit überwinden: Ernst Jüngers Drogenexperimente und -gedanken.

Rezension

Geist und Rausch

Ernst Jünger experimentierte ein Leben lang mit Drogen. Dabei ging es ihm allerdings nicht um gesellschaftliche Rebellion, sondern um individuelle geistige Abenteuer. Als 75-Jähriger hielt er seine Erfahrungen in einem Buch fest. Jünger sucht im Rausch Annäherungen an etwas Unnennbares, was aus der alltäglichen Wahrnehmung von abstrakten Dingen wie der Zeit hinausführt in andere Welten – einen Vorgeschmack auf den endgültigen Übertritt in die andersartige Welt, den Tod. In den drei Hauptteilen des Buches gliedert er die Drogen ihrer Wirkungsart und ihrer kulturellen Herkunft nach in die Gruppen Europa, Orient und Mexiko. Auffällig ist, dass die Intensität der Rauschschilderung nicht mit der Beurteilung der Drogen korrespondiert. So fällt die Beschreibung des Alkoholrauschs mit 15 Jahren viel ausführlicher und eindringlicher aus als etwa die des hochgelobten Meskalins. Aber Jüngers Hauptakzent liegt ohnehin weniger auf den (nicht allzu sensationellen) Rauschberichten. Wichtiger sind ihm die essayistischen Passagen mit Abschweifungen in Ethnologie, Mythologie und Literatur, wo ihm pointierte Aphorismen gelingen. Glanzstücke sind auch die Porträts einzelner interessanter Weggefährten. Damit ist das Buch eindringlicher als so manches jargonhafte 68er-Drogentripbekenntnis – nicht nur, weil Themen wie Doping oder die Legalisierung von Cannabis ungebrochen aktuell sind.

Zusammenfassung

Rausch, Zeit und Tod
Drogen sind ein geistiges Abenteuer, das von der Nähe zum Tod geprägt ist. Wie bei anderen Abenteuern ist auch im Drogenrausch das Leben besonders intensiv, der Puls beschleunigt, der Tod plötzlich sehr nahe. Auf den Rausch folgt unweigerlich die Ernüchterung. Im Rausch...
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Über den Autor

Ernst Jünger wird am 29. März 1895 in Heidelberg als Sohn eines promovierten Chemikers geboren. Einer seiner Brüder ist der ebenfalls bekannte Schriftsteller Friedrich Georg Jünger. Seine Kindheit verbringt Jünger vor allem in Hannover. Noch als Gymnasiast geht er zur Fremdenlegion nach Nordafrika, wird aber vom Vater zurückgeholt. Nach dem Notabitur 1914 meldet er sich als Kriegsfreiwilliger und erhält im Ersten Weltkrieg höchste militärische Auszeichnungen als Soldat. Seine Kriegserlebnisse verarbeitet er in mehreren Werken, darunter In Stahlgewittern (1920), das ihn sogleich berühmt macht. Nach dem Krieg dient er bis 1923 in der Reichswehr und studiert danach Zoologie und Philosophie, bricht seine Studien aber ab, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Nach anfänglichen Sympathien hält er sich von den Nationalsozialisten fern und lehnt sowohl einen ihm von der NSDAP angebotenen Sitz im Reichstag als auch die Aufnahme in die Dichterakademie ab. 1939 erscheint seine Erzählung Auf den Marmorklippen, in der das Regime eines brutalen „Oberförsters“ beschrieben wird. Im gleichen Jahr wird Jünger zur Wehrmacht eingezogen und leistet als Hauptmann Dienst in Frankreich, vor allem in Paris. 1944 wird Jünger, der einigen der Attentäter vom 20. Juli nahesteht, wegen kritischer Äußerungen aus der Wehrmacht entlassen. Weil er sich weigert, den Entnazifizierungsbogen der Siegermächte auszufüllen, wird er nach dem Krieg zunächst mit Publikationsverbot belegt. Anfang der 50er Jahre zieht Jünger nach Wilflingen in Baden-Württemberg, wo er bis zu seinem Lebensende wohnt. Jünger erhält u. a. den Goethepreis und das Bundesverdienstkreuz. Er wird in Frankreich sehr geschätzt, der französische Präsident Mitterand besucht ihn sogar in Wilflingen. Neben seiner Arbeit als Schriftsteller betätigt er sich auch als angesehener Insektenforscher. Sein tagebuchartiges Werk Siebzig verweht erscheint in fünf Teilen von 1980 bis 1997. Jünger stirbt kurz vor seinem 103. Geburtstag am 17. Februar 1998. Erst nach seinem Tod wird bekannt, dass er 1996 zum Katholizismus konvertierte.


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