Zusammenfassung von Aus dem Leben eines Taugenichts

Berlin 1826
Diese Ausgabe: Diogenes, Mehr

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Aus dem Leben eines Taugenichts Buchzusammenfassung
Fernweh und die Suche nach dem Glück in der Welt: Eichendorffs Taugenichts ist ein Paradebeispiel romantischer Dichtkunst.

Rezension

Von einem der auszog, sein Glück zu machen

Wenn jemand den Helden seiner Erzählung nach einem Schimpfwort benennt, dann kann das nur ein Romantiker gewesen sein. Joseph von Eichendorff war einer, und seine fiktive Biographie Aus dem Leben eines Taugenichts von 1826 macht ein echtes Sonntagskind zum Titelhelden. Der Taugenichts (denn einen anderen Namen bekommt er nicht) wird wegen seiner Faulheit vom Vater vor die Tür gesetzt, durchwandert - gar nicht traurig darüber - die deutschen und österreichischen Lande und dringt bis nach Rom vor. Arbeiten tut er nur gelegentlich. Seine heimliche Liebe zu einer vermeintlichen Grafentochter verstrickt ihn in eine tolldreiste Entführungsgeschichte. Der Taugenichts ist eine naiv-märchenhafte Erzählung mit allen Zutaten, die eine romantische Geschichte ausmachen. Wie kaum eine zweite verarbeitet sie die Signalwörter der Spätromantik: "nichts als Traum, Musik, Gehenlassen, ziehender Posthornklang, Fernweh, Heimweh, Leuchtkugelfall auf nächtlichen Park, törichte Seligkeit, sodass einem die Ohren klingen und der Kopf summt vor poetischer Verzauberung und Verwirrung" (Thomas Mann). Gewürzt mit einigen der bekanntesten deutschen Volkslieder ist Eichendorffs Novelle ein Musterexemplar der Romantik.

Zusammenfassung

In die Welt hinaus
"Du Taugenichts!", beschimpft der Vater den Helden unserer Geschichte eines Morgens. Der junge Bursche räkelt sich mal wieder in der Sonne und lässt den lieben Gott einen guten Mann sein. Der beginnende Frühling weht bereits wie ein Hauch über das Land. Der Vater, ein...
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Über den Autor

Joseph von Eichendorff wird am 10. März 1788 als Sohn des Freiherrn Adolf von Eichendorff auf Schloss Lubowitz in der Nähe von Ratibor in Oberschlesien geboren. Hier verlebt er eine unbeschwerte Kindheit und Jugend und entdeckt schon früh seine Freude an der Dichtung. Zusammen mit seinem älteren Bruder wird er von einem strengen katholischen Hauslehrer unterrichtet. Eichendorff schließt seine Schulbildung am Matthias-Gymnasium in Breslau ab. Hier kommt er mit den Werken von Goethe und Schiller in Berührung. Zwischen 1805 und 1808 studiert er an den Universitäten Halle und Heidelberg Rechts- und Geisteswissenschaften. In Heidelberg macht er mit der romantischen Bewegung Bekanntschaft und trifft alsbald einige der prominentesten Romantiker in Berlin: Achim von Arnim, Heinrich von Kleist, Clemens Brentano und Adam Müller. Eichendorff unternimmt eine Bildungsreise nach Paris und schreibt Gedichte. Im Herbst 1810 geht er nach Wien, wo er seinen Abschluss macht. An den Befreiungskriegen gegen Napoleon nimmt er freiwillig teil, zuerst als Jäger, dann als Leutnant. Nach Kriegsende tritt er eine Stelle am Berliner Oberkriegskommissariat an. Er wird ein strebsamer Beamter und heiratet am 7. April 1815 Luise von Larisch, mit der er drei Kinder hat. Es entstehen Werke wie Aus dem Leben eines Taugenichts und Das Marmorbild, die 1826 zusammen in Buchform veröffentlicht werden. Nach dem Tod von Eichendorffs Vater 1818 müssen die meisten von dessen Gütern verkauft werden; Eichendorff trauert ihnen sein Leben lang nach. 1837 erscheint die erste eigenständige Sammlung seiner Gedichte. Rund zehn Jahre vor seinem Tod gibt er das Dichten weitgehend auf und arbeitet an einer deutschen Literaturgeschichte. 1855 stirbt seine Frau Luise. Eichendorff verbringt die letzten Lebensjahre auf der Sommerresidenz des Breslauer Erzbischofs Heinrich Förster und in Neiße, wo er am 26. November 1857 an einer schweren Lungenentzündung stirbt.


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