Zusammenfassung von Babbitt

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Babbitt Buchzusammenfassung
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Rezension

Im Räderwerk der amerikanischen Leistungsgesellschaft

Er ist ein korrupter, rücksichtsloser Emporkömmling, und man möchte nicht einen Tag in seiner Gesellschaft verbringen müssen. Dennoch wächst er einem über gut 750 Seiten ans Herz: George F. Babbitt, Immobilienhändler aus der fiktiven Stadt Zenith im Mittleren Westen der USA, Ehemann, Familienvater, Freund und Nachbar, Mitglied diverser konservativer Clubs, Pseudoliberaler, Egozentriker, Wendehals, Geliebter und Novize in allen Belangen des freigeistigen Lebensstils. Er strebt redlich und unredlich, mal optimistisch, mal frustriert nach Reichtum und Anerkennung, und das ist ganz schön anstrengend, oft deprimierend, häufig skurril und witzig. Sein Erfinder Sinclair Lewis bringt uns diese Gestalt mit entlarvend spitzer Feder nicht als Typus, sondern als Charakter und Menschen nahe. Man versteht aus diesem knapp 100 Jahre alten Roman auch das heutige Amerika, das Räderwerk und die Schmiere der US-Gesellschaft, und somit ist das Buch eine unverhofft aktuelle, unterhaltsame und erhellende Lektüre.

Über den Autor

Sinclair Lewis wird am 7. Februar 1885 in Sauk Centre, Minnesota geboren. Sein Vater kann mit dem sensiblen, unsportlichen Kind wenig anfangen, die Mutter stirbt, als der Junge sechs ist. Schlaksig, von Akne befallen und ohne Freunde, unternimmt er mit 13 Jahren einen vergeblichen Ausbruchsversuch, um Trommler im spanisch-amerikanischen Krieg zu werden. Nach dem Studium in Yale schlägt er sich mit Schreibjobs durch und veröffentlicht kaum beachtete Romane. Er wird Privatsekretär des Schriftstellers Jack London. Ab 1916 arbeitet er am Roman Main Street, der den Mythos demontiert, das kleinstädtische Amerika sei ein Hort des Guten und Noblen. Der Roman erscheint 1920 und bringt Lewis Ruhm und Reichtum. Mit Babbitt (1922) und Arrowsmith (1925) erreicht er den Höhepunkt seines Schaffens, er kann später nie mehr an diese frühen Erfolge anknüpfen. Lewis heiratet 1914 Grace Heger, 1917 kommt ein Sohn zur Welt, 1925 folgt die Scheidung. Später vermählt er sich 1928 in England mit Dorothy Thompson, Europakorrespondentin der New York Evening Post und ausgewiesene Hitler-Expertin. 1930 wird ein Sohn geboren und Lewis erhält als erster Amerikaner den Literaturnobelpreis. Ende der 30er-Jahre ist er hoffnungslos dem Alkohol verfallen. In den 40ern tourt er mit dem populären Rabbi Lewis Browne durch die USA und diskutiert über Politik und Gesellschaft. Mit Anfang 50 verliebt sich Lewis in die 18-jährige Schauspielaspirantin Marcella Powers und tritt mit ihr – höchst peinlich – in Sommertheatern in New England auf. Die letzten Jahre lebt er überwiegend in Europa, von Alkohol und einer Hauterkrankung geschwächt. Er stirbt am 10. Januar 1951 in Rom.

 

Zusammenfassung

Ein Tag im Leben des George F. Babbitt

Frühmorgens hascht der Immobilienmakler George F. Babbitt noch einem Feenmädchentraum hinterher und zögert das Aufstehen hinaus. Er, der als Kind so hohe Erwartungen ans Leben gehabt hat, ist kaum noch neugierig auf das, was an diesem Tag auf ihn zukommen mag. Er hat ein rosiges Babyface, wirkt „unromantisch und verheiratet“ und setzt im Aufstehen das Gesicht des Geschäftsmannes auf. Vom Biertrinken beim Poker mit dem Kohlemagnaten Vergil Gunch ist er verkatert, die Morgentoilette und das Ankleiden stürzen ihn in eine Krise. Er legt die Hülle des rechtschaffenen Bürgers an und steckt sich die Abzeichen der Elchzahn-Bruderschaft und des Boosters’ Club ans Revers. Babbitt schätzt Baseball und die republikanische Partei, und seine einzigen modischen Extravaganzen sind ein auffälliger Schal und seine randlose Brille mit Goldbügeln, die ihn erst so recht zum modernen Geschäftsmann macht. Seine Beziehung zur langmütigen, matronenhaften Myra, Mutter seiner Kinder Verona, Theodore Roosevelt und Tinka, ist von Überdruss und Gleichgültigkeit geprägt. Am Frühstückstisch gibt es Streit. Babbitt sorgt sich um Verona, die sozialistische Neigungen entwickelt und sich zu philanthropischem Hokuspokus hingezogen fühlt. Sein Credo lautet dagegen: Produzieren, produzieren, produzieren!


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