Zusammenfassung von Bergfahrt

Frankfurt am Main 1975
Diese Ausgabe: Suhrkamp, Mehr

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Bergfahrt Buchzusammenfassung
Eine Bergsteigergeschichte – und gleichzeitig eine Parabel über die Sinnlosigkeit der menschlichen Existenz.

Rezension

Aufstieg und Untergang

Zwei junge Männer gehen gemeinsam auf eine Bergtour. Als sie unterwegs in einen heftigen Schneesturm geraten, verliert einer von ihnen den Mut und entschließt sich zur Umkehr. Voller Wut über die Schwäche seines Begleiters setzt der andere seinen Weg allein fort, gerät schon bald in eine ausweglose Situation und stürzt schließlich ab. Aber auch der erste, der auf Nummer sicher gehen wollte, verunglückt auf dem Rückweg in scheinbar ungefährlichem Gelände tödlich. Die Erzählung Bergfahrt zeigt zwei sehr ungleiche Charaktere, die in einer schwierigen Situation aneinander geraten und dadurch beide umkommen. Den Herausforderungen des Lebens begegnen sie mit unterschiedlichen Strategien - und scheitern beide. Der Autor und Bergsteiger Ludwig Hohl vertritt in diesem Werk eine pessimistische Weltsicht: Der Mensch ist dem Schicksal ausgeliefert und, all seinen Fähigkeiten zum Trotz, letztlich zum Scheitern verurteilt. Lohnend ist die Lektüre nicht nur wegen der genauen psychologischen Darstellung der beiden Protagonisten. Auch Hohls kühner Umgang mit der Sprache und seine poetischen Naturschilderungen machen das Werk lesenswert.

Zusammenfassung

Der Aufbruch
An einem frühen Sommermorgen irgendwann Anfang des 20. Jahrhunderts sitzen zwei junge Männer, Ull und Johann, vor einem Café. Sie wollen eine Bergtour unternehmen und warten auf den Autobus, der sie an den Ausgangspunkt ihrer Wanderung bringen soll. Der große, hagere Johann...
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Über den Autor

Ludwig Hohl wird am 9. April 1904 im schweizerischen Netstal als Sohn eines protestantischen Pfarrers geboren. Früh schon lehnt er sich gegen die Enge seines Elternhauses auf. Wegen seiner rebellischen Haltung muss Ludwig noch vor dem Abitur das Gymnasium verlassen. Daraufhin bricht er 1924 auch mit seinem Elternhaus und entschließt sich, Schriftsteller zu werden und nach Paris zu gehen. Dort lebt er bis 1930 in Kreisen der Künstlerboheme. Da ihm als Autor der Erfolg versagt bleibt, hat er zeitlebens mit schwierigsten wirtschaftlichen Verhältnissen zu kämpfen. Im Mai 1930 siedelt er nach Wien über, kehrt aber schon im Januar des folgenden Jahres nach Frankreich zurück. Ende 1931 lässt er sich in Den Haag nieder. Hier entsteht sein Werk Die Notizen oder Von der unvoreiligen Versöhnung, eine Sammlung von Essays, Satiren und Aphorismen. 1937 entschließt er sich zur Rückkehr in die Schweiz, lebt eine kurze Zeit in Biel und danach in Genf. Dabei ist die Armut sein ständiger Begleiter; schon in den 30er Jahren hat er oft nicht einmal mehr das Geld, um sich Papier zu kaufen. Seine Versuche, als Schriftsteller seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, sind nicht sehr erfolgreich. Er kann sich auch nur schwer entschließen, etwas zu veröffentlichen, und statt sich an neue Werke zu wagen, schreibt er die alten immer wieder um. Als der erste Band der Notizen 1944 endlich erscheint, verkauft sich das Buch so schlecht, dass sich der Verlag weigert, den zweiten Band überhaupt zu drucken. Hohl gelingt es, gerichtlich eine Veröffentlichung zu erzwingen, jedoch erscheint dieser zweite Band erst zehn Jahre nach dem ersten und in einer Auflage von gerade 300 Stück. Der erfolglose Autor verfällt dem Alkohol und lebt in Genf jahrzehntelang unter primitivsten Verhältnissen in einer ärmlichen Kellerwohnung. Erst in den 70er Jahren wird Hohl allmählich bekannter. Von Armut und dem Alkoholismus gezeichnet, stirbt er am 3. November 1980 in Genf. Neben den Notizen und der Erzählsammlung Nächtlicher Weg zählen Von den hereinbrechenden Rändern und Dass fast alles anders ist zu seinen wichtigsten Werken. Posthum werden u. a. das Jugendtagebuch und Aufzeichnungen aus den Pariser Jahren (Aus der Tiefsee) veröffentlicht.


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