Zusammenfassung von Das Herz ist ein einsamer Jäger

Boston 1940
Diese Ausgabe: Diogenes, Mehr

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Das Herz ist ein einsamer Jäger Buchzusammenfassung
Traurige Menschen in einer trostlosen amerikanischen Kleinstadt in den 1930er Jahren – hört sich trist an, ist aber ein sehr berührender Roman.

Rezension

Roman der Einsamkeit

Es ist eine trostlose Welt, in die Carson McCullers ihre Leser versetzt: eine Kleinstadt im Süden der USA Ende der 30er Jahre. Hier herrschen Armut, Enge und Diskriminierung. Die Menschen träumen von einer besseren Zukunft und können doch kaum etwas tun, um die triste Realität zu verändern. Schlimmer noch als die wirtschaftliche Lage ist die Einsamkeit: Die Menschen sehnen sich nach Nähe, können jedoch ihre Isolation nicht durchbrechen. Sinnbild für diese Beziehungslosigkeit ist der taubstumme John Singer, der sich nur in Gebärdensprache ausdrücken kann und eine fast zärtliche Zuneigung für den geistig beschränkten Spiros Antonapoulos hegt, denn nur mit ihm, der ebenfalls taubstumm ist, kann er kommunizieren. Als Antonapoulos stirbt, nimmt sich auch Singer das Leben. Carson McCullers ist mit ihrem Erstlingswerk eine beklemmende Studie menschlicher Einsamkeit gelungen. Der Roman hat auch starke politische und historische Bezüge, etwa die Auseinandersetzung mit Faschismus und Rassendiskriminierung. Als Parabel der Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit geht das Buch auch heute noch jedem Leser unter die Haut.

Zusammenfassung

Zwei Freunde
In einer Kleinstadt im Süden der USA teilen sich zwei taubstumme Männer eine Wohnung: der geistig beschränkte, dicke, etwas schlampige Spiros Antonapoulos und der intelligente John Singer, der immer viel Wert auf sein Aussehen legt. Antonapoulos arbeitet in einem Obstladen...
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Über den Autor

Carson McCullers wird am 19. Februar 1917 als Lula Carson Smith in der Kleinstadt Columbus in Georgia geboren. Schon früh zeigt sich ihre besondere musikalische Begabung. Die Mutter sieht in Carson ein Wunderkind und träumt von einer Karriere ihrer Tochter als Pianistin. Carson selbst könnte sich auch vorstellen, Schriftstellerin zu werden, schlägt aber zunächst den von der Mutter vorgegebenen Weg ein. Mit 17 geht sie nach New York, um Musik zu studieren. Leider kommt ihr schon nach wenigen Tagen das gesamte Geld abhanden, das ihr die Eltern für die Ausbildung mitgegeben haben. Damit ist der Traum von der Karriere als Pianistin beendet, denn Carson bleibt nun nichts anderes übrig, als selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Ganz will sie die Kunst aber nicht aufgeben und denkt nun wieder an die Schriftstellerei. Also verdient sie tagsüber Geld mit verschiedenen Aushilfsjobs und belegt abends Kurse in kreativem Schreiben an der New Yorker Universität. 1936 erscheint ihre erste Erzählung Wunderkind in der renommierten Literaturzeitschrift Story. Ein Jahr später heiratet Carson Reeves McCullers. Den beiden ist wenig Glück beschieden: Bereits 1940 trennen sie sich wieder, 1941 folgt die Scheidung - und vier Jahre später geben sie einander erneut das Jawort. Aber die Differenzen bleiben, auch dieser zweite Versuch endet unglücklich. Reeves McCullers versucht gar, seine Frau zum gemeinsamen Selbstmord zu überreden. Als ihm dies nicht gelingt, nimmt er sich 1953 allein in einem Pariser Hotelzimmer das Leben. Neben der glücklosen Ehe bestimmt Carson McCullers' fragile Gesundheit immer mehr ihr ganzes Leben. Bereits als Jugendliche leidet sie unter Rheuma, und schon bevor sie 30 ist, hat sie zum ersten Mal einen Schlaganfall, dem weitere folgen. Mit 31 Jahren ist sie halbseitig gelähmt, ein Jahr später unternimmt sie einen Selbstmordversuch und wird in eine Klinik eingewiesen. Ab 1961 ist sie ganz auf den Rollstuhl angewiesen, ehe sie schließlich, nach einem weiteren Schlaganfall, am 29. September 1967 in Nyack im Norden des Staates New York stirbt. Neben The Heart Is a Lonely Hunter (Das Herz ist ein einsamer Jäger, 1940) gehören die Romane The Ballad of the Sad Cafe (Die Ballade vom traurigen Café, 1951) und Clock Without Hands (Uhr ohne Zeiger, 1961) zu ihren wichtigsten Werken.


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