Zusammenfassung von Das Leben Jesu

Paris 1863
Diese Ausgabe: Diogenes, Mehr

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Das Leben Jesu Buchzusammenfassung
Fromme Legende oder historische Wahrheit? Ernest Renan spürt dem wahren Jesus von Nazareth nach und liefert ein viel diskutiertes Porträt des Religionsgründers.

Rezension

Auf Du und Du mit Jesus

Mit Ernest Renan trat die Leben-Jesu-Forschung Mitte des 19. Jahrhundert in eine neue Phase: Zum ersten Mal wagte es ein Katholik, die Dogmen der Kirche und die Authentizität der Evangelien öffentlich anzuzweifeln. War Jesus wirklich der Messias, der in der Bibel beschrieben wird? Konnte er Kranke heilen und Tote lebendig machen? Wollte er all dies überhaupt – oder wurde ihm sein Status als „Gottes Sohn“ von den Menschen seiner Umgebung aufgedrängt? Renan versucht Antworten auf diese Fragen zu geben. Seine groß angelegte Nach- und Neuerzählung der Evangelien spickt er mit Fußnoten, fügt weitschweifige Naturschilderungen hinzu und psychologisiert, wo es nur geht. Hin- und hergerissen zwischen kritischer Distanz und Bewunderung für das Objekt seiner Forschung zeigt Renan manche Facette auf, die auch Bibelkenner überraschen dürfte. Der französische Gelehrte musste seine Häresie bitter bereuen: Das Strafgericht der katholischen Kirche brach über ihn herein und er hatte seinen Professorenstuhl zu räumen. Am gewaltigen Erfolg seiner Biografie änderte das freilich nichts.

Zusammenfassung

Prophezeiungen und Ankündigungen
Weil in alter Zeit im Osten Asiens immer wieder neue Reiche entstanden, schwand die Wahrscheinlichkeit, dass Israel jemals ein mächtiges irdisches Königreich werden könnte. Deshalb wurde es ein geistiges, sittliches und religiöses. Das Volk akzeptierte ...
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Über den Autor

Ernest Renan wird am 27. Februar 1823 in Tréguier in Frankreich geboren. Nach der Schule beginnt er Theologie zu studieren und lässt sich zum Priester ausbilden. Er studiert an drei verschiedenen theologischen Seminaren, beschäftigt sich aber auch mit Philosophie und lernt Hebräisch und Deutsch. 1844 erhält er die niederen Weihen, doch ein Jahr später verlässt er das Priesterseminar: Renan sieht seinen Glauben durch die historische Bibelkritik erschüttert. Er beschließt, sich fortan lieber für den Fortschritt der Vernunft und der Wissenschaft einzusetzen. Renan hält das Christentum, wie er später betont, nach wie vor für die höchste religiöse Entwicklungsstufe, von der Dogmatik der katholischen Kirche fühlt er sich jedoch beengt. Seine Forschungen über semitische Sprachen ermöglichen ihm eine Karriere in der Wissenschaft. Im Auftrag des Institut de France unternimmt er 1849 eine archäologische Reise durch Italien. Zurück in Paris erhält er einen Posten in der Orientabteilung der Nationalbibliothek, wird Mitarbeiter der Revue des Deux Mondes und schließt seine Doktorarbeit ab. Eine weitere archäologische Reise führt ihn 1860/61 zusammen mit seiner Schwester nach Syrien, Palästina und in den Libanon. Beide erkranken an Malaria; Renan überlebt das Fieber, seine Schwester nicht. In Palästina reift die Idee zu seinem Vie de Jésus (Das Leben Jesu) und Renan beginnt mit der Arbeit an dem Buch. Seine Antrittsrede als Professor am Collège de France im Jahr 1862 löst einen Skandal aus. Als ein Jahr später das Jesus-Buch erscheint, wird er auf Druck der Katholiken von seinem Amt suspendiert. Renan kehrt an die Nationalbibliothek zurück, widmet sich weiteren archäologischen Reisen und setzt seine Forschungen über den Ursprung des Christentums fort. Nach der Ablösung des bonapartistischen Regimes und dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 kehrt Renan ans Collège de France zurück. 1878 wird er Mitglied der Académie française, 1888 Großoffizier der Ehrenlegion. Renan stirbt am 2. Oktober 1892 in Paris.


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