Zusammenfassung von Das Recht auf Faulheit

Widerlegung des „Rechts auf Arbeit“ von 1848

Paris 1880
Diese Ausgabe: Matthes & Seitz Berlin, Mehr

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Das Recht auf Faulheit Buchzusammenfassung
Das „bummelistische Manifest“ aus der spitzen Feder von Karl Marx’ Schwiegersohn.

Rezension

Lafargue, ein Prophet?

Die Missstände, die Paul Lafargue in seinem Essay anprangerte, sind heute – zumindest in den westlichen Industrienationen – überwunden. Selbst der mieseste Job, den wir machen, ist ein wahres Zuckerschlecken gegen das, was Mitte des 19. Jahrhunderts fast die gesamte Arbeiterschaft buckeln musste. Die Lösung war, wie sich gezeigt hat, nicht eine Weltrevolution und Diktatur des Proletariats, sondern Bildung, Fortschritt und Wachstum. Das konnte Lafargue 1880 nicht wissen, und wenn er ein utopisches „Zeitalter der Faulheit“ beschwor – halb hoffnungsvoll, halb satirisch –, ahnte er wohl kaum, dass dieses in vielerlei Hinsicht verwirklicht werden sollte: in einer postindustriellen Dienstleistungsgesellschaft, in der niemand mehr zum Arbeiten gezwungen ist, um sein materielles Überleben zu sichern, in der übermäßiger Arbeitsdrang suspekt geworden ist und stattdessen der Trend zur Entschleunigung, zur Gleitzeit, zum Sabbatical geht, in der gar über ein bedingungsloses Grundeinkommen diskutiert wird. Doch bei aller postmarxistischen Erleichterung: Lafargues Gedanken zur Lohnarbeit sind weiterhin bedenkenswert, und seine Parodie einer bürgerlichen Freizeitgesellschaft ist erst heute richtig aktuell.

Zusammenfassung

Das Elend der arbeitenden Massen
Im industrialisierten Frankreich der Gegenwart arbeiten die Menschen unter schrecklichen Umständen. Nicht nur dauert ein Arbeitstag bis zu 14, teils sogar bis zu 16 Stunden, auch gelten für Frauen und Kinder gleiche Bedingungen wie für Männer. Damit sind...
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Über den Autor

Paul Lafargue wird am 15. Januar 1842 auf Kuba geboren. Sein Vater ist Plantagenbesitzer, mit Wurzeln im französischen Bordeaux. 1851 siedelt die Familie dorthin um. Mit 19 geht Lafargue nach Paris, um Medizin zu studieren. Hier wird er auch politisch aktiv und tritt engagiert gegen das Regime Napoleons III. ein. Wegen revolutionärer Umtriebe fliegt er 1865 von der Universität und setzt sein Studium in London fort. Dort lernt er Karl Marx und Friedrich Engels kennen und wird Mitglied des Generalrats der Internationalen Arbeiterassoziation (IAA). 1868 heiratet er Marx’ Tochter Laura. Das Paar übersiedelt nach Paris. Der temperamentvolle Lafargue entscheidet sich gegen den Arztberuf und für die Politik. Er veröffentlicht zunächst theoretische Artikel in diversen linken Zeitungen, mit denen er den Marxismus in Frankreich bekannt macht. Bald wird er zum unermüdlichen Propagandisten für die Sache seines Schwiegervaters. Das Pamphlet Le Droit à la paresse (Das Recht auf Faulheit, 1880) macht ihn schließlich berühmt, wenn auch nicht reich; immer wieder muss er Engels um Geld bitten. Gemeinsam mit Jules Guesde gründet Lafargue 1882 die marxistische Parti ouvrier français (POF). 1891 wird er in die Abgeordnetenkammer der Nationalversammlung gewählt. Es folgt eine Welle des Erfolgs für die sozialistische Bewegung, die jedoch bald wieder verebbt. Lafargue tritt ins Glied zurück und wirft sich in schier endlose Richtungskämpfe zwischen den einzelnen Faktionen, um die Reinheit der marxistischen Lehre zu bewahren. Am 26. November 1911 nimmt er sich, gemeinsam mit seiner Frau Laura, das Leben. Grund dafür ist der Wunsch, im Vollbesitz seiner Kräfte abtreten zu wollen. Der Trauerfeier wohnt die internationale Prominenz des Sozialismus bei, unter anderem Karl Kautsky und Lenin, der eine Grabrede hält.


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