Zusammenfassung von Das Totenschiff

Berlin 1926
Diese Ausgabe: Diogenes, Mehr

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Das Totenschiff Buchzusammenfassung
Es kann immer alles noch schlimmer werden: Ein Seemann wird in einer menschenverachtenden Welt herumgeschubst – und landet schließlich auf dem Totenschiff.

Rezension

Die ganze Welt ein „Totenschiff“

Der amerikanische Seemann Gale verliert durch Unachtsamkeit seine Papiere – und damit, wie er schnell feststellen muss, auch seine Existenzberechtigung innerhalb der Gesellschaft. Schutzlos ist er einer menschenverachtenden Bürokratie ausgeliefert, die ihn zu einem Dasein am untersten Ende der sozialen Skala verdammt: Gale bleibt nichts anderes übrig, als auf der „Yorikke“ anzuheuern, einem wahren „Totenschiff“, auf dem Verkommenheit, Brutalität und Ausbeutung herrschen. B. Travens Roman greift Elemente der Abenteuer-, Seefahrts- und Arbeiterliteratur auf, verzichtet jedoch auf jedes Heldenpathos. Lakonisch und humorvoll schildert er eine Welt, in der der Einzelne zwischen Staatsbürokratie und Kapitalismus zerrieben wird, ohne dass er auch nur die geringste Chance hat, sich gegen die herrschenden Verhältnisse aufzulehnen. Je mehr Abenteuer der Held besteht, desto tiefer sinkt er. Belohnung oder Erlösung gibt es nicht. Das Totenschiff ist ein kompromissloses, spannendes, eindringliches Werk, das seinen rätselhaften Verfasser zu einem der meistdiskutierten Autoren seiner Zeit machte. Genau wie andere Romane Travens ist es einem sozialkritischen Realismus verpflichtet, der allerdings nie in den Sog von Politpropaganda, Schwarz-Weiß-Malerei und Weltverbesserungskitsch abdriftet. Fazit: Unbedingt lesenswert!

Zusammenfassung

Ein fatales Abenteuer im Hafen von Antwerpen
Auf der „S. S. Tuscaloosa“ hat der amerikanische Deckarbeiter Gale ein schönes Leben. Das Schiff, das eine Ladung Baumwolle von New Orleans nach Antwerpen transportiert, ist modern und sauber, die Verpflegung hervorragend, die Mannschaft zufrieden...
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Über den Autor

B. Traven ist das Pseudonym eines deutschsprachigen Schriftstellers, dessen Identität und Herkunft bis heute nicht restlos geklärt sind. Die moderne Forschung geht davon aus, dass er um 1890 geboren wird und unter dem Namen Ret Marut zwischen 1917 und 1921 die anarchistische Zeitschrift Der Ziegelbrenner herausgibt. Außerdem ist er Schauspieler und Tänzer und arbeitet wahrscheinlich auch als Schiffsjunge oder Matrose. Als Aktivist der Münchner Räterepublik soll er standrechtlich erschossen werden, kann jedoch über England und Kanada nach Mexiko fliehen, wo er zunächst auf Ölfeldern arbeitet und unter verschiedenen Namen auftritt. Nachdem sich seine erste Frau Esperanza López Mateos 1951 das Leben genommen hat, heiratet er ein Jahr später die Mexikanerin Rosa Elena Lujan. Diese wird später behaupten, ihr Mann sei ein unehelicher Sohn Kaiser Wilhelms II. gewesen. Obwohl Traven auf den wenigen erhaltenen Fotos dem gleichaltrigen Kronprinzen Wilhelm tatsächlich verblüffend ähnlich sieht, gilt diese These mittlerweile als widerlegt. In Mexiko City, das Mitte der 20er Jahre lediglich 400 000 Einwohner zählt und für seine hervorragende Luft berühmt ist, findet er Anschluss an einen Zirkel linker Intellektueller. Traven unternimmt zahlreiche Reisen in die mexikanischen Provinzen und in andere lateinamerikanische Länder. Ab 1925 beginnt er in schneller Folge mit der Publikation seiner Romane, von denen Das Totenschiff und Der Schatz der Sierra Madre die bekanntesten werden. Traven wird schon zu Lebzeiten zum geheimnisumwitterten Bestsellerautor und zum bekanntesten literarischen Außenseiter der Weimarer Republik. Als während des Zweiten Weltkriegs zahlreiche deutsche Emigranten seine Bekanntschaft suchen, zieht er sich ins damalige Fischerdorf Acapulco an der Pazifikküste zurück. Nur wenige Eingeweihte wissen, wer der Verfasser der weltweit berühmten Traven-Romane ist und wo er lebt, und sie tun alles, um ihn nach außen abzuschirmen. 1969 stirbt B. Traven in Mexiko City. Seit seinem Tod sind zahlreiche Versuche unternommen worden, das Geheimnis seiner Identität zu lüften. Zu einem abschließenden Ergebnis haben sie bislang nicht geführt.


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