Zusammenfassung von Der arme Spielmann

Pest 1847
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Der arme Spielmann Buchzusammenfassung
Grillparzers große kleine Erzählung aus dem kaiserlichen Wien.

Rezension

Tragödie eines verhinderten Künstlers

Franz Grillparzers Novelle Der arme Spielmann ist auf den ersten Blick eine schlichte, auf den zweiten aber eine abgründige Erzählung aus der Spätzeit des Habsburgerreichs. Wien war schon zu Grillparzers Zeit die Stadt der Musik, die Stadt Mozarts, Schuberts, Beethovens. Doch es stand eine neue Epoche mit neuen Werten an: die Epoche der funktionellen Vernunft, in der die musikalische Kunst ihren Stellenwert verlor. Jakob, der alte Geiger, spielt Göttermusik, die nur er noch hört. Alle anderen vernehmen lediglich sinnloses Gekratze. Das lässt Jakob zum gesellschaftlichen Außenseiter werden. Es macht ihn aber auch zur Verkörperung jener allzu menschlichen Tragik: des Festhaltens an Illusionen, die für das Leben unentbehrlich sind. Die zeitlose Erkenntnis dieser Tragik kommt bei Grillparzer als unsentimental erzählte Anekdote daher – genau darum ist dieser kleine Text ein ganz großer, ein Klassiker.

Zusammenfassung

Ein seltsamer Musikant
Im sommerlichen Wien wird ein Volksfest gefeiert, Kirchweih in der Brigittenau, nahe dem Donauufer. Der Erzähler mischt sich unter die Menge. Ihn interessieren die Menschen, die Vielfalt ihrer Gesichter und Geschichten. Auf dem Weg vom Augarten zur Brigittenau...
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Über den Autor

Franz Grillparzer wird am 15. Januar 1791 in Wien geboren. Die Kälte und Unzugänglichkeit des Vaters, eines Advokaten, setzen dem jungen Grillparzer zu. Die Mutter dagegen ist von warmherzigem und musischem Naturell. Als der Vater 1809 stirbt, muss Grillparzer für sie und seine drei Brüder sorgen. Neben seinem Jurastudium verdingt er sich als Privatlehrer und später als Praktikant in der Wiener Hofbibliothek, woraus sich eine Anstellung im Finanzministerium ergibt. Außerdem dichtet er, unter anderem angeregt von den Dramen Friedrich Schillers. Sein erstes Stück wird 1810 zurückgewiesen; noch lange danach scheut er, von tiefen Selbstzweifeln geplagt, die literarische Öffentlichkeit, schreibt aber unablässig an weiteren Werken. Vorwiegend sind es Dramen. Erst 1817 gelingt ihm mit dem Drama Die Ahnfrau der Durchbruch. Die Uraufführung im Theater an der Wien macht ihn schlagartig berühmt. Mit Sappho und der Trilogie Das goldene Vlies gelingen ihm weitere Erfolge. Grillparzer wird Hofdichter des Habsburger Kaiserhauses, mag allerdings die Karriere als Beamter nicht aufgeben und bleibt daher zeitlebens zwischen den Anforderungen des Staatsdiensts und denen der Dichtkunst hin- und hergerissen. Auch zwischen den großen historischen Strömungen seiner Zeit, Revolution und Restauration, findet er nie einen eindeutigen Standpunkt. Mithin wird er von seinen freiheitlich gesinnten Zeitgenossen als duckmäuserischer Staatsschriftsteller angefeindet, sieht sich aber zugleich immer wieder selbst von Zensur bedroht. Neben dem Schreiben pflegt Grillparzer im Privaten seine musikalische Ader, spielt Klavier und komponiert. 1856 ernennt ihn Kaiser Franz Joseph für seine dichterischen Verdienste zum Hofrat, 1861 beruft er ihn auf Lebenszeit in den Reichsrat. Grillparzer, der mit Ehren überhäufte Nationaldichter Österreichs, stirbt am 21. Januar 1872.


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