Zusammenfassung von Die Blechtrommel

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Die Blechtrommel Buchzusammenfassung
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Rezension

Oskar Matzerath trommelt

Günter Grass' Roman Die Blechtrommel leuchtet am Beispiel einer Danziger Kleinbürgerfamilie die Bedingungen für die Entstehung des Nationalsozialismus aus. Mit seiner Hauptfigur, dem zwergwüchsigen Oskar Matzerath, widerlegt Grass die in den 50er Jahren häufig - und sogar heute noch hin und wieder - vertretene These, den Einzelnen treffe kaum Schuld am Aufkommen totalitären Denkens. Im Gegenteil: Im fehlenden Vermögen des Individuums, sich für das Gemeinwesen verantwortlich zu zeigen, in seiner Verführbarkeit ist der Keim der Nazibarbarei angelegt. Oskar Matzerath enthüllt durch seine schon bei der Geburt vorhandene Einsicht schonungslos die Egoismen, Kleingeistigkeiten und Lebensängste seiner Mitmenschen, die sie letztlich verführbar machen. Doch Oskar findet auch selbst Gefallen an der Manipulation und erweist sich als mitunter bösartiger und egoistischer Zeitgenosse. Allerdings ist er auch ein Opfer, aus nazistischer Sicht "unwertes Leben", ein Zeit seines Lebens Getriebener. Einerseits trommelt er gegen das Vergessen - und darin liegt der moralische Anspruch des Romans -, andererseits stellt sich im Trommeln auf groteske Weise das Gefühl von Machtlosigkeit und Ausgeliefertsein dar. Die stupende Phantastik des Geschehens, die Grass auf rund 800 Seiten mit hoher Sprachkunst ausbreitet, macht aus der Blechtrommel einen Roman von Weltrang.

Über den Autor

Günter Grass wird am 16. Oktober 1927 als Sohn eines Lebensmittelhändlers in Danzig geboren. Er besucht das Gymnasium und wird Mitglied der Hitlerjugend. Ende des Zweiten Weltkriegs meldet sich der 15-Jährige freiwillig zur Wehrmacht, um der familiären Enge zu entkommen. Nach einer Verwundung gerät er in Bayern in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1946 entlassen wird. Grass zieht ins Ruhrgebiet, arbeitet dort im Bergbau und später im Rheinland als Landarbeiter. Er macht eine Steinmetzlehre und studiert von 1948 bis 1956 Bildhauerei in Düsseldorf und Berlin. Nach einem dreijährigen Aufenthalt in Paris gibt Grass die bildhauerische Arbeit auf. Mit dem Erscheinen seines ersten Romans Die Blechtrommel 1959 wird er schlagartig berühmt. In den 60er Jahren engagiert er sich politisch für die SPD und unterstützt den Wahlkämpfer Willy Brandt. Immer wieder mischt er sich in politische Debatten ein. Aus Protest gegen die restriktive Asylpolitik der SPD tritt er Anfang der 90er Jahre aus der Partei aus. Nach dem Fall der Berliner Mauer kritisiert Grass vehement die deutsche Wiedervereinigung als verfrüht. Er begrüßt zwar die neue Freiheit der Ostdeutschen, für deren Schutz bedürfe es jedoch der politischen Einheit Deutschlands nicht. Die Novellen Katz und Maus (1961) und Hundejahre (1963) bilden zusammen mit der Blechtrommel die Danziger Trilogie. Weitere wichtige Werke sind Örtlich betäubt (1969), Aus dem Tagebuch einer Schnecke (1972), Das Treffen in Telgte (1978) und Im Krebsgang (2002). 1999 wird Grass der Literaturnobelpreis für sein Lebenswerk verliehen. Im Sommer 2006 bekennt er mit dem Erscheinen seines autobiografischen Werks Beim Häuten der Zwiebel, dass er als 17-Jähriger Mitglied der Waffen-SS war. Diese späte Enthüllung löst eine heftige Debatte über Grass als moralische Instanz aus. Im Alter von 87 Jahren stirbt Günter Grass am 13. April 2015 in Lübeck.  

 

Zusammenfassung

Großmutter Annas Röcke

Zu Beginn der 1950er Jahre beschließt der kleinwüchsige Oskar Matzerath, der in einer Irrenanstalt lebt, die Geschichte seines Lebens niederzuschreiben. Da Oskar glaubt, dass seine Großeltern eine wichtige Rolle in seinem Leben gespielt haben, beginnt er seine Niederschrift damit, die Umstände zu schildern, unter denen seine Mutter gezeugt wurde: Oskars Großmutter Anna Bronski sitzt eines Tages allein auf ihrem Kartoffelacker bei Danzig. Plötzlich läuft der Brandstifter Joseph Koljaiczek auf sie zu. Er befindet sich auf der Flucht vor zwei Polizeibeamten. Anna versteckt Josef unter den vier langen Röcken, die sie das ganze Jahr über trägt. Joseph nutzt diese Situation aus und zeugt Oskars Mutter Agnes, während Anna die Polizisten abwimmelt. Wenig später heiraten Anna und Joseph. Um der Bestrafung für die Brandstiftung zu entgehen, nimmt Joseph den Namen Joseph Wrankas an, eines ertrunkenen Flößers, dessen Leichnam nie gefunden wurde. Der Betrug fliegt auf. Joseph macht sich erneut auf die Flucht und ertrinkt ebenfalls. Die Tochter Agnes wächst heran und wird später Krankenschwester. Auf eine zusätzliche Einnahmequelle angewiesen, vermietet Anna ein Zimmer an ihren Cousin Jan Bronski. Er will Verwaltungsbeamter auf der Post in Danzig werden. Jan Bronski hatte das Glück, ausgemustert zu werden und nicht in den Krieg ziehen zu müssen. Bronski und Agnes verlieben sich. Doch dann lernt Agnes bei ihrer Arbeit im Krankenhaus den kriegsverletzten Koch Alfred Matzerath kennen.

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