Zusammenfassung von Die Brüder Karamasow

St. Petersburg 1879
Diese Ausgabe: Artemis & Winkler, Mehr

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Die Brüder Karamasow Buchzusammenfassung
Perfektes Verbrechen, Familiendrama, Justizirrtum – manche sagen, dies sei Dostojewskis Meisterwerk.

Rezension

Verbrechen und Strafe

In seinem letzten großen Roman schildert Dostojewski einen äußerst vertrackten Mordfall, gefolgt von einem spektakulären Kriminalprozess. Doch es handelt sich um alles andere als einen ordinären Krimi: Die Schilderung der Ereignisse, die zu dem Verbrechen und all seinen Folgen führen, ist durchzogen von langen Abschweifungen und Nebenhandlungen, in denen Fragen über Gott und die Welt (wörtlich zu verstehen) erörtert werden, vor allem in zahlreichen Gesprächen zwischen den Protagonisten. Im Hintergrund bietet der dialoglastige Roman eine äußerst differenzierte Analyse der damaligen russischen Gesellschaft und ihrer Probleme aus Dostojewskis Sicht. Die Familie Karamasow steht gewissermaßen stellvertretend für ganz Russland, ihre einzelnen Mitglieder und etliche Nebenfiguren repräsentieren bestimmte Facetten der russischen Gesellschaft. Schließlich sind die vier Brüder Karamasow auch Manifestationen des Bösen, entsprechend dem philosophischen Konzept, das Dostojewskis Denken zugrunde lag. Alles in allem ein geniales Werk, dessen mehr als 1000 Seiten man allerdings nicht spielend leicht bewältigt.

Zusammenfassung

Die Leiden der Karamasows
Die Familie Karamasow ist alles andere als ein Musterbeispiel des russischen Landadels. Das liegt vor allem am Vater Fjodor Karamasow, einem unerträglichen Schwätzer, Schmarotzer und Schürzenjäger, der seine Frauen systematisch in die Verzweiflung getrieben...
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Über den Autor

Fjodor M. Dostojewski wird am 11. November 1821 als zweites von acht Kindern in einem Moskauer Armenhospital geboren. Nach einer Jugendzeit in ärmlichen Verhältnissen tritt er 1838 gemeinsam mit seinem Bruder in die St. Petersburger Militärakademie ein. Hier zeigt sich bereits sein schriftstellerisches Talent. Nach Abschluss des Studiums wird Dostojewski 1843 im Kriegsministerium angestellt. Dort hält es ihn aber nicht lange: Trotz massiver finanzieller Probleme quittiert er den Dienst bereits ein Jahr später. Sein Ziel: Schriftsteller zu werden. Sein Erstling, der Briefroman Arme Leute (1846), macht ihn schlagartig berühmt. Die intensive Arbeit an weiteren Werken und die Versagensangst führen zu ersten epileptischen Anfällen. 1849 wird er wegen Mitgliedschaft im revolutionären Petraschewski-Kreis, einer Art Geheimbund, zum Tod verurteilt. Buchstäblich in letzter Sekunde, bereits auf dem Richtplatz, wird er jedoch vom Zaren begnadigt und zu vier Jahren Zwangsarbeit sowie vier Jahren Militärdienst verurteilt. Während der Zeit in Sibirien bekehrt er sich zum christlichen Glauben. 1854 lernt er Marja Dimitrijewna kennen, die er 1857 heiratet. Nach Beendigung des Militärdienstes kehrt er 1859 nach Moskau zurück. Die Aufzeichnungen aus einem Totenhaus, eine Beschreibung seiner Verbannung nach Sibirien, erscheinen 1861 in der von Dostojewski gegründeten Zeitschrift Vremja. Im nächsten Jahr unternimmt er seine erste Europareise und ein Jahr darauf die zweite. Dostojewski ist ein Spieler, der sich wegen seiner Sucht hoch verschuldet. Nach der dritten Europareise erscheint 1866 der Roman Schuld und Sühne in der Zeitschrift Russkij vestnik. Der Roman Der Spieler wird im selben Jahr veröffentlicht. Bis 1871 reist Dostojewski auf der Flucht vor seinen Gläubigern durch Europa und hält sich u. a. in Florenz auf, wo er seinen Roman Der Idiot verfasst. Die Romane Die Dämonen (1871) und Die Brüder Karamasow (1879) werden große Erfolge. Am 9. Februar 1881 stirbt Dostojewski in St. Petersburg an den Folgen seiner Epilepsie und einem chronischen Lungenleiden.


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