Zusammenfassung von Die drei Nationalökonomien

Geschichte und System der Lehre von der Wirtschaft

Berlin 1930
Diese Ausgabe: Duncker & Humblot, Mehr

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Die drei Nationalökonomien Buchzusammenfassung
Werner Sombarts Beitrag zum berühmten Methodenstreit in den Wissenschaften dreht sich um die Frage: Darf die Wissenschaft Werturteile fällen?

Rezension

Eine Typologie der Wirtschaftswissenschaften

Werner Sombart war zu Lebzeiten einer der bedeutendsten deutschen Soziologen und Nationalökonomen. Von diesem Ruhm ist nicht allzu viel geblieben: Nur ein paar Soziologie-Experten wissen von seinem Einfluss bei der Erforschung des Kapitalismus (ein Begriff, dem er zu großer Bekanntheit verhalf) und seinen Beiträgen zur Schlichtung des so genannten Methodenstreits in den Sozialwissenschaften. Ein Grund für Sombarts schwindenden Einfluss mag sein Ruf als Mitläufer des NS-Systems sein, auch wenn die Berechtigung dieses Images immer mal wieder in Zweifel gezogen wird, beispielsweise in einem Historikerstreit Mitte der 90er Jahre. 1930 veröffentlichte Sombart Die drei Nationalökonomien, seine Systematik der wirtschaftlichen Forschung. Sein Fazit: Die Nationalökonomie, die in seiner Sichtweise eine Geistes- und Sozialwissenschaft ist, darf keine Werturteile fällen. Dies tut zwar die „richtende“ Nationalökonomie, doch gerade darum ist sie keine Wissenschaft. Zwischen ihr und der von Sombart bevorzugten „verstehenden“ Nationalökonomie liegt die „ordnende“ Nationalökonomie, die sich naturwissenschaftlicher Methoden bedient, damit aber niemals an das „Wesen der Dinge“ herankommt. Sombarts Werk ist gut geschrieben und wurde von seinen Zeitgenossen heftig diskutiert, heute jedoch erscheint es ein wenig antiquiert.

Zusammenfassung

Nationalökonomie: eine Wissenschaft mit zweifelhaften Inhalten
„Nationalökonomie, das ist die Lehre von der Wirtschaft.“ So einfach diese Gleichung aufgemacht wird, so falsch ist sie. Denn im Grunde genommen weiß die Nationalökonomie überhaupt nicht, womit sie sich beschäftigt. Der Begriff...
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Über den Autor

Werner Sombart ist das Stiefkind der modernen Nationalökonomie: Als Wendehals verschrien, der sich vom sozialen Reformer mit Vorliebe für den Sozialismus zum ultrakonservativen Kulturkritiker wandelte und mit dem Führerprinzip der Nationalsozialisten liebäugelte, ist er wohl bis heute der einzige Wirtschaftswissenschaftler, der zu Lebzeiten so stark gelesen wurde und danach so sehr in die Bedeutungslosigkeit gerutscht ist. Sombart wird am 19. Januar 1863 in Ermsleben (Harz) geboren. Er studiert Jura und zeigt sich empfänglich für die Theorien der Kathedersozialisten um Gustav Schmoller. Deswegen ist es auch kein Wunder, dass Schmoller sein Doktorvater wird: Sombart promoviert 1888 in Berlin. Seine Berufung als Nachfolger Max Webers an die Universität Heidelberg scheitert an den Ressentiments des badischen Großherzogs Friedrich II., der Sombart eine linke Orientierung unterstellt. Tatsächlich betrachtet es Sombart als Teil seiner Lebensaufgabe, die Marx’schen Theorien weiterzuentwickeln, wofür er von Friedrich Engels hoch gelobt wird. 1902 erscheint Sombarts Hauptwerk Der moderne Kapitalismus, das ebenfalls klar von Marx beeinflusst ist. Diesem Buch ist es zu verdanken, dass der Begriff „Kapitalismus“ in den wissenschaftlichen Gebrauch übergeht. Sombarts Ruf als „Linker“ führt dazu, dass ihm die Berliner Universität das Recht abspricht, Vorlesungen zu halten. Gleichwohl wird er 1906 an die Handelshochschule in Berlin gerufen und wird nach umfangreicher Publikationstätigkeit 1917 Professor für wirtschaftliche Staatswissenschaften an der Berliner Universität. 1931 wird Sombart emeritiert, setzt seine Lehrtätigkeit aber noch bis 1940 fort. Er stirbt am 18. Mai 1941 in Berlin.


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