Zusammenfassung von Die Erziehung des Menschengeschlechts

Berlin 1780
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Die Erziehung des Menschengeschlechts Buchzusammenfassung
Eine leidenschaftliche Auseinandersetzung zwischen Religion und Vernunftdenken.

Rezension

Die Bibel im Licht der Aufklärung

Lessing entstammte einer streng lutherischen Pfarrfamilie, schlug aber einen anderen Lebensweg ein als den vom Vater vorgesehenen. Statt der Theologie widmete er sich der Belletristik und dem Theater. Die große geistige Auseinandersetzung mit seiner Herkunft bestritt Lessing erst gegen Ende seines Lebens, während er als Bibliothekar in Wolfenbüttel amtete. Ein publizistischer Streit mit dem orthodoxen Hamburger Hauptpastor Goeze führte zur Entstehung der Schrift Die Erziehung des Menschengeschlechts. Lessing wendet sich darin, wie viele andere Denker der Aufklärung, zwar auch gegen die Buchstabengläubigkeit der theologischen Orthodoxie. Doch im Unterschied zu radikalen Religionskritikern betrachtet er die Lektüre der Bibel und den Gottesglauben als notwendige Entwicklungsstufen zum Vernunftdenken. Er hält die Phasen des Alten und des Neuen Testaments für in der Zeit der Aufklärung und des Vernunftdenkens überwunden: Die Menschen seien nunmehr in der Lage, im Einklang mit der christlichen Moral und aus eigener Überzeugung moralisch richtig zu handeln.

Zusammenfassung

Offenbarung als Erziehung
So wie dem einzelnen Menschen Erziehung zuteilwird, so wirkt die religiöse Offenbarung als Erziehung des Menschengeschlechts. Die Erziehung befördert das, was im Menschen ohnehin schon angelegt ist. Sie hilft ihm, seine natürlichen Anlagen, insbesondere die Vernunft...
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Über den Autor

Gotthold Ephraim Lessing wird am 22. Januar 1729 als Sohn eines Pfarrers im sächsischen Kamenz geboren. Er studiert Theologie, Medizin und Philosophie in Leipzig und Wittenberg. Bereits in seiner Jugend verfasst er Dramen: Sein erstes Stück Der junge Gelehrte wird 1748 uraufgeführt. Von 1748 bis 1755 ist er Mitarbeiter der Berlinischen Privilegierten Zeitung. Er entscheidet sich dafür, freier Schriftsteller zu werden. In Wittenberg beendet Lessing sein Studium mit der Magisterwürde, danach betätigt er sich in Berlin als Theater- und Literaturkritiker. Es entstehen mehrere Dramen, darunter die Lustspiele Der Freigeist und Die Juden (beide 1749) sowie das erste bürgerliche Trauerspiel Miss Sara Sampson (1755). Von 1755 bis 1758 lebt Lessing wieder in Leipzig. Zusammen mit Johann Gottfried Winkler macht er sich zu einer Bildungsreise durch Europa auf, die jedoch bei Beginn des Siebenjährigen Krieges abgebrochen werden muss. 1758 kehrt Lessing nach Berlin zurück und gründet dort 1759 zusammen mit dem Philosophen Moses Mendelssohn und dem Schriftsteller Friedrich Nicolai die Zeitschrift Briefe, die neueste Literatur betreffend. Lessing selbst veröffentlicht darin mehrere Essays, in denen er u. a. den französischen Klassizismus kritisiert und William Shakespeare als Vorbild für deutsche Dramatiker hervorhebt. Von 1760 bis 1765 fungiert er als Sekretär des Generals Tauentzien in Breslau. 1767 erscheint das Erfolgsstück Minna von Barnhelm. Im gleichen Jahr folgt Lessing der Einladung, als Dramaturg am Deutschen Nationaltheater in Hamburg zu arbeiten. Hier verfasst er sein Grundsatzwerk der Dramentheorie, die Hamburgische Dramaturgie. Doch bereits ein Jahr später scheitert das Projekt Nationaltheater. Ab 1770 ist Lessing Bibliothekar der herzoglichen Bibliothek in Wolfenbüttel. Es erscheinen seine Dramen Emilia Galotti (1772) und Nathan der Weise (1779). 1776 heiratet er Eva König. Ihr gemeinsames Kind wird an Weihnachten 1777 geboren, stirbt aber schon einen Tag später; die Mutter folgt ihm wenige Tage später nach. Am 15. Februar 1781 stirbt Lessing in Braunschweig.


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