Zusammenfassung von Die erzwungene Heirat

Paris 1668
Diese Ausgabe: Diogenes, Mehr

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Die erzwungene Heirat Buchzusammenfassung
Er will Liebe, sie will Geld: In Molières feiner Ballettkomödie ist sich jeder selbst der Nächste.

Rezension

Eine Liebesgeschichte als Lachnummer

Wann ist man fürs Heiraten zu alt? Molières Antiheld Sganarell, ein Mann im vorgerückten Alter, möchte sich wohl gerne verehelichen. Zu spät stellt er jedoch fest, dass seine junge, hübsche Braut nicht ihn, sondern nur sein Geld liebt. Diese Torheit wird in der Komödie mit Schadenfreude gestraft, ja es werden sogar die Verhältnisse auf den Kopf gestellt: Nicht die Frau wird – wie sonst – zur Heirat gezwungen, sondern der Mann. Molière schrieb seine Ballettkomödie als Auftragswerk für den höfischen Karneval. Doch der gewiefte Moralist beschränkt sich nicht auf rosige Feierlaune: Er seziert seine Charaktere, legt ihre Egoismen frei und zeigt, wie wenig Verständnis sie füreinander haben. Das kleine Werk steht heute im Schatten von Molières großen Komödien. Seine kulturgeschichtliche Bedeutung spiegelt sich in dieser Tatsache aber nicht wider: Der ehrgeizige Versuch, Dichtung, Musik und Tanz zu einem Gesamtkunstwerk zu einen, ließ Die erzwungene Heirat zu einer wichtigen Wegbereiterin der französischen Oper werden.

Zusammenfassung

Ein Junggeselle sucht Rat
Der alternde Junggeselle Sganarell verlässt sein Haus und tritt eilig auf den Vorplatz hinaus, doch schnell wendet er sich noch einmal nach seinen Dienern um: Sie sollen ihn holen, wenn jemand Geld abzugeben habe; in anderen Fällen sei er für niemand zu...
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Über den Autor

Molière wird um den 15. Januar 1622 in Paris als Jean-Baptiste Poquelin geboren. Er ist der erste Sohn des königlichen Tapissiers und Dekorateurs Jean Poquelin. Seine Mutter verliert er mit zehn Jahren. Als er mit 20 den Handwerksbetrieb des Vaters übernehmen soll, lehnt er ab, lässt sich das mütterliche Erbe ausbezahlen und gründet 1642 mit der Schauspielerin Madeleine Béjart das Illustre Théâtre in Paris. Nach drei Jahren macht das Theater Bankrott, und Molière – wie er sich mittlerweile nennt – muss für ein paar Tage ins Gefängnis. Wieder auf freiem Fuß, schließt er sich mit Madeleine einer Wandertruppe von Schauspielern an. Mit ihr touren sie von 1645 bis 1658 quer durch Frankreich. Dank guter Kontakte zum jüngeren Bruder von König Ludwig XIV. darf Molière in Paris seine ersten Komödien spielen: Le Médecin amoureux (Der verliebte Arzt, 1658) und Les Précieuses ridicules (Die lächerlichen Preziösen, 1659). Beide werden große Erfolge, ebenso das Stück L’ École des femmes (Die Schule der Frauen), das 1662 folgt. Im selben Jahr heiratet Molière Armande Béjart – Madeleines Schwester oder Tochter, das ist unbekannt –, mit der er etwa sieben Jahre zusammenbleibt. Was Molière schreibt, gefällt dem König so sehr, dass er den Dichter mit einer Pension von 1000 Livres jährlich belohnt, Taufpate von dessen erstem Kind wird und Molières Truppe am Hof und im Palais Royal spielen lässt. Im Mai 1664 darf Molière im Schlossgarten von Versailles ein mehrtägiges Fest organisieren, an dem er u. a. eigene Komödien wie Le Mariage forcé (Die erzwungene Heirat) präsentiert. In diesem Rahmen wird auch der Tartuffe uraufgeführt – eine offene Attacke gegen die Frömmlerei –, der für einen Skandal sorgt und mit einem fünfjährigen Aufführungsverbot belegt wird. Ab 1668 folgen Komödien im Jahresrhythmus, so 1668 L’Avare (Der Geizige), 1670 Le Bourgeois gentilhomme (Der Bürger als Edelmann) oder 1672 Les Femmes savantes (Die gelehrten Frauen). In Le Malade imaginaire (Der eingebildete Kranke) spielt Molière seine letzte Rolle: Am 17. Februar 1673 bricht er während der vierten Aufführung zusammen und stirbt wenig später.


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