Zusammenfassung von Die Islandglocke

Reykjavík 1943–1946
Diese Ausgabe: Steidl Verlag, Mehr

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Die Islandglocke Buchzusammenfassung
Saga-Seligkeit trifft Sozialrealismus.

Rezension

Ein ehrlicher Schwerverbrecher

Als „Volk der Bücher“ werden die Isländer oft bezeichnet. In jeder isländischen Familie, heißt es, findet sich ein Schriftsteller. Wer von einem solchen Volk zum König der Dichter gewählt wird, muss also ein wahrhaft Großer sein. Einer wie Halldór Laxness. Dessen Meisterwerk, Die Islandglocke, ist seine Krönungsurkunde. Es ist die Geschichte des Jon Hreggvidsson, eines unverwüstlichen Galgenvogels, dessen durch und durch verderbter Charakter keinen Zweifel darüber lässt, welche Kräfte ihn geformt haben: Hunger, Armut, Rechtlosigkeit und Unterdrückung. Doch wie unter großem Druck nicht nur Kohle entsteht, sondern auch Diamant, blitzen aus Jons schwarzem Bart leuchtend weiße Zähne, aus seiner schwarzen Seele strömt beißender Spott: der ganz und gar unpoetische Heroismus des reinen Überlebenskampfes. Und der ist eine Tatsache des menschlichen Daseins, in Island wie im Rest der Welt.

Zusammenfassung

Die Glocke
Der Bauer Jon Hreggvidsson hat eine Angelschnur geklaut. Angelschnüre sind rar im vom Hunger geplagten Island. Obschon Jon nicht überführt wird, wird er für schuldig befunden. Im Gefolge des königlich-dänischen Henkers Sigurdur Snorrason, der den Verurteilten für...
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Über den Autor

Halldór Laxness wird am 23. April 1902 als Halldór Guðjónsson in Rejkjavík geboren. Sein Vater, ein Vorarbeiter im Straßenbau, spielt abends auf der Violine oder erzählt Geschichten. Schon früh zeigt sich die musische Anlage auch beim Sohn. Der schreibt und dichtet schon als Kind unermüdlich. Mit 13 hat er einen 600-seitigen Roman verfasst, und als er 14 ist, erscheint sein erstes Gedicht in einer Zeitung. Sein Ziel steht fest: Er wird Schriftsteller. Höhere Schulbildung oder gar ein Universitätsstudium ist da Zeitverschwendung, lieber bemüht er sich um Veröffentlichungen. Mit 17 zieht Halldór, der sich jetzt nach dem elterlichen Hof „Laxness“ nennt, in die Welt hinaus. Er lebt von mütterlichen Zuwendungen oder leiht sich Geld von Freunden und widmet sich ganz seiner Berufung, reist herum, schließt Bekanntschaften, füllt Notizbuch um Notizbuch mit seinen Eindrücken und Gedanken, schreibt wie besessen und ist zugleich sein eigener Literaturagent. Erst feiert er kleinere, bald größere Erfolge. Der Versuch, in Hollywood als Drehbuchschreiber anzukommen, scheitert jedoch. Mit Anfang 20 konvertiert Laxness zum katholischen Glauben und tritt gar in ein Kloster ein. Von Dauer ist das jedoch nicht; bald übernimmt der Sozialismus für ihn die Rolle des bestimmenden Ideals. In höchst unkritischer Weise lässt sich Laxness, inzwischen ein weltweit bekannter Autor, vor den Karren der sowjetischen Propagandamaschine spannen, was ihn zu einer umstrittenen Figur macht. Nach der Veröffentlichung von Werken wie Die Islandglocke (1943–1946) und Atomstation (1948) erhält er 1955 den Nobelpreis für Literatur. Endlich aller finanziellen Sorgen ledig, bereist er die Welt, produziert Romane, Essays und Theaterstücke, immer streitbar, sozial und politisch engagiert, immer aber auch um literarische Innovation bemüht. Seine späten Tage verlebt der Weltbürger Laxness als gefeierter Volksheld in der Heimat. Er stirbt am 8. Februar 1998 in Reykjalundur im Alter von 96 Jahren.


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