Zusammenfassung von Die Kartause von Parma

Paris 1839
Diese Ausgabe: Diogenes, Mehr

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Die Kartause von Parma Buchzusammenfassung
Tragische Romanze und Meilenstein des realistischen Romans: Stendhals berühmte Lebensgeschichte des Fabrice del Dongo.

Rezension

Politik und Liebe am Hof von Parma

Obwohl dieser Roman voller realistisch-historischer Anspielungen ist und sich durch die genaue Psychologie seiner Figuren auszeichnet, kann er auch einfach als eine der großen Liebesgeschichten der Weltliteratur gelesen werden. Der junge Fabrice del Dongo nimmt aus Begeisterung für Napoleon an der Schlacht von Waterloo teil, ohne dabei das blutige Chaos des Krieges wirklich zu überblicken. Er kehrt nach Italien zurück, studiert Theologie, ersticht im Duell einen Nebenbuhler und flieht aus dem Kerkerturm der Zitadelle von Parma. Bei all seinen Abenteuern kann er sich der unendlichen Liebe seiner Tante Gina ebenso sicher sein wie der Unterstützung durch ihren Galan, den Premierminister Mosca. Fabrice verliebt sich in die hochmoralische Clelia, mit der er jedoch erst spät, als er bereits Erzbischof ist, eine Beziehung beginnt, bevor er sein Leben im Kloster, eben in der titelgebenden Kartause, beschließt. Wegen der höfischen Kulisse und der Sprache ist dem Roman sein Alter von mehr als 150 Jahren zweifellos anzumerken. Doch das pralle Leben, mit dem das Buch gefüllt ist, und die überraschenden Wendungen der Handlung sorgen für Tempo und Unterhaltung; die Charaktere bleiben auch in ihren dramatischsten Liebeswallungen nachvollziehbar. Zu Recht gilt Die Kartause von Parma als einer der großen Romane des literarischen Realismus.

Zusammenfassung

Geburt im Zeichen der Republik
Der Einmarsch der französischen Truppen unter Napoleon im Jahr 1796 verändert das Leben der Mailänder Adelsfamilie del Dongo von Grund auf. Während der österreichtreue Marchese sich aufs Land flüchtet, nehmen seine Frau, die Marchesa, und seine 13-jährige...
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Über den Autor

Stendhal wird als Henri Beyle am 23. Januar 1783 in Grenoble geboren. Sein Pseudonym legt er sich 1814 in Anlehnung an den Geburtsort des Archäologen und Kunsthistorikers Johann Joachim Winckelmann zu. Die Enge seiner Heimatstadt und die jesuitische Erziehung seines Vaters sind ihm verhasst. Im jungen Alter von 17 Jahren zieht es ihn zunächst nach Paris. Er möchte dort möglichst ein zweiter Molière werden. Seine Dramenprojekte scheitern jedoch, er lebt als Bohemien und entdeckt seine große Lust an amourösen Affären. Durch Vermittlung seiner Cousins wird Stendhal 1800 Offizier in Napoleons Italienfeldzug und bringt es 1807 bis zum hohen Verwaltungsbeamten in Braunschweig. Auch am Russlandfeldzug nimmt er teil. Er erlebt das Scheitern der Grande Armée, kann nach Napoleons Abdankung im Paris der Restauration nicht mehr Fuß fassen und entdeckt Italien als seine zweite Heimat. Er geht nach Mailand und versucht sich weiterhin erfolglos als Schriftsteller, bis man ihn 1821 wegen seiner liberalen Gesinnung aus dem von Österreich beherrschten Italien ausweist. Zurück in Paris hofft er nach der Julirevolution 1830 auf einen neuen Posten im Staatsdienst, wird aber nur Konsul im kleinen italienischen Hafenstädtchen Civitavecchia. Zeitgleich wird sein Roman Le Rouge et le Noir (Rot und Schwarz) veröffentlicht, der wieder ohne große Resonanz bleibt und Stendhal zu seiner berühmt gewordenen Voraussage verleitet, man werde ihn 1880 zu lesen beginnen, und ab 1930 werde er weltberühmt sein. Den beginnenden Siegeszug seines letzten Romans, La Chartreuse de Parme (Die Kartause von Parma), erlebt Stendhal 1840 noch mit, ebenso Balzacs wohlwollende Besprechung in der Revue Parisienne. Im folgenden Jahr erleidet er jedoch seinen ersten Schlaganfall, ein Jahr später einen zweiten; er stirbt am 23. März 1842. Stendhal wird auf dem Friedhof von Montmartre, nicht wie er es sich immer gewünscht hat in Italien, beigesetzt.


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