Zusammenfassung von Die Klavierspielerin

Reinbek 1983
Diese Ausgabe: Rowohlt, Mehr

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Die Klavierspielerin Buchzusammenfassung
Elfriede Jelineks internationaler Durchbruch: Der mütterliche Terror zerstört die Kindheit der Erika Kohut, dann den Traum von der Kunst und schließlich die Liebe.

Rezension

Glanzvolle Darstellung einer zermalmten Existenz

Erika Kohut trägt ein schweres Los: Ihre ganze Kindheit musste sie dem musikalischen Ehrgeiz ihrer Mutter opfern, die sie zu einer Meisterpianistin dressieren wollte. Aus der Konzertkarriere ist nichts geworden, doch noch mit 36 Jahren bleibt die Klavierlehrerin Erika im Gefängnis ihrer Mutter eingesperrt. Sie teilt Tisch und Bett mit dem Fleisch gewordenen Albtraum; durch mütterlichen Kontrollwahn und Quälereien wird die Tochter seelisch zerstört. Erika ist körperlich gefühllos geworden und flüchtet sich in Selbstzerfleischung und voyeuristische Eskapaden. Als sich ihr Schüler Walter Klemmer in sie verliebt, wittert Erika die unverhoffte, späte Erfüllung ihrer Liebesträume. Doch was eine sommerliche Romanze hätte werden können, endet im gewalttätigen Desaster ... Die Klavierspielerin brachte Elfriede Jelinek literarischen Weltruhm. In ihrem einzigartigen musikalischen Sprachfluss erzählt die Autorin eine schockierende Geschichte der Entwürdigung, die ihrem eigenen Lebenslauf sehr ähnlich ist. Gespickt mit Obszönitäten, viel Sarkasmus und Spott lässt dieser literarische Parforceritt keinen Leser in Ruhe.

Zusammenfassung

Mutter und Tochter Kohut
Die Klavierlehrerin Erika Kohut ist Mitte 30. Sie lebt in einer ärmlichen Wiener Wohnung zusammen mit ihrer ältlichen Mutter, die die erwachsene Tochter ständig überwacht und terrorisiert. Die Tochter hat keinen Privatraum, keinen Schlüssel für ihr Zimmer, sie ...
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Über den Autor

Elfriede Jelinek wird am 20. Oktober 1946 in Mürzzuschlag in der Steiermark geboren. Sie wächst in Wien auf, wo sie bis heute lebt und arbeitet. Ihr Vater ist jüdischer Herkunft. Er kann der Verfolgung durch die Nazis dank seiner "kriegswichtigen" Arbeit als Chemiker entkommen; in den 1950er Jahren erkrankt er psychisch. Die Mutter stammt aus dem katholischen Großbürgertum. Während des Gymnasiums beginnt Elfriede am Konservatorium eine Ausbildung in Orgel, Klavier und Blockflöte. Nach dem Abitur studiert sie außerdem Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte und schreibt erste Gedichte. Nach einem psychischen Kollaps bricht sie das Studium ab und lebt 1968 ein Jahr lang völlig isoliert in ihrem Elternhaus. Nachdem ihr Vater 1969 in einer psychiatrischen Klinik gestorben ist, engagiert sie sich in der Studentenbewegung und schließt ihr Orgelstudium ab. Sie schreibt nun erfolgreiche Hörspiele und erhält 1972 das österreichische Staatsstipendium für Literatur. Jelinek lebt zeitweise in Berlin und Rom und tritt 1974 der Kommunistischen Partei Österreichs bei, für die sie sich bis zu ihrem Austritt im Jahr 1991 engagiert. 1974 heiratet sie den Münchner Informatiker Gottfried Hüngsberg, die Ehepartner beziehen aber nie eine gemeinsame Wohnung. In den 1970er Jahren erscheinen die Romane wir sind lockvögel baby! (1970), Michael (1972) und Die Liebhaberinnen (1975). Mit Die Klavierspielerin (1983) erlangt sie internationale Bekanntheit. Ihr Buch Lust (1989), das provokative Protokoll einer sadomasochistischen Ehe, erregt noch mehr Aufsehen. In der österreichischen Öffentlichkeit wird die streitbare Autorin wiederholt persönlich angegriffen und erlässt in der Folge Aufführungsverbote ihrer Werke. Die Spannung zwischen ihrer genialen, anklägerischen Sprachkraft und ihrer neurotischen, geheimnisvollen Persönlichkeit polarisiert. Mit der Rolle des Enfant terrible spielt sie selbst, indem sie sich als "meistgehasste Schriftstellerin" bezeichnet. Jelineks Werk wurde bereits mit zahlreichen namhaften deutschsprachigen Literaturpreisen ausgezeichnet und 2004 gar mit dem Nobelpreis gewürdigt.


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