Zusammenfassung von Die Kunst des Liebens

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Die Kunst des Liebens Buchzusammenfassung
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Rezension

Liebe in Zeiten des Kapitalismus

Gleich auf der ersten Seite von Die Kunst des Liebens (1956) warnt der Psychoanalytiker Erich Fromm vor falschen Erwartungen. Im Unterschied zu Eheratgebern, die sich schon in den 1950er-Jahren großer Beliebtheit erfreuten, will er keine praktische Anleitung für eine gelungene Beziehung vorlegen. Stattdessen widmet er sich eingehend der Theorie der Liebe, wobei er Eltern-, Gottes-, Nächsten- und Selbstliebe von der erotischen Liebe unterscheidet. Liebe ist für ihn weder ein passiver Affekt noch – wie für Freud – eine gelungene Sublimation sexueller Triebe, sondern eine Fertigkeit, die sich wie ein Handwerk erlernen lässt. Fromm macht unmissverständlich klar: Wahre Liebe, die mehr ein Geben als ein Nehmen ist, lässt sich mit der kapitalistischen Wirtschaftsordnung kaum vereinbaren. In düsteren Farben zeichnet er das Bild der modernen westlichen Gesellschaft, in der Menschen ohne Individualität wie Maschinen funktionieren müssen und Liebe als Tauschgeschäft betrachten. Wer wirklich lieben lernen möchte, so lautet die zeitlose Botschaft, muss sich vor allem in Achtsamkeit, Demut und Geduld üben.

Über den Autor

Erich Fromm wird am 23. März 1900 als einziges Kind orthodoxer jüdischer Eltern in Frankfurt geboren; er soll wie viele seiner Vorfahren Rabbiner werden. 1918 beginnt er zu studieren, zunächst für zwei Semester Jura, dann wechselt er zum Soziologiestudium nach Heidelberg. Er promoviert 1922 mit Das jüdische Gesetz. 1926 heiratet er die Psychoanalytikerin Frieda Reichmann. Das Paar gibt seine orthodox-jüdische Lebensweise auf. Fromm lässt sich selbst zum Psychoanalytiker ausbilden. 1930 wird er am Frankfurter Institut für Sozialforschung Leiter der Sozialpsychologischen Abteilung, außerdem zählt er zum Berliner Kreis marxistischer Psychoanalytiker. 1931 trennt er sich von Frieda Reichmann, bleibt jedoch mit ihr befreundet. Gleich nach Hitlers Machtergreifung 1933 emigriert er zunächst nach Genf und dann in die USA. Er lehrt in New York und wird als Mitbegründer einer neofreudianischen Psychoanalyse zu einem der einflussreichsten Psychoanalytiker Amerikas. Ende 1939 kommt es zum Bruch mit dem Frankfurter Institut für Sozialforschung. 1940 erhält Fromm die amerikanische Staatsbürgerschaft, 1944 heiratet er die deutschjüdische Emigrantin Henny Gurland. 1949 übersiedelt er nach Mexiko City und baut dort an der Universität eine psychoanalytische Abteilung auf. 1953 heiratet er nach dem Tod seiner Frau die US-Amerikanerin Annis Freeman. Ab 1957 ist er in der US-amerikanischen Friedensbewegung aktiv. Die ganze Zeit über praktiziert er auch als Analytiker und schreibt eine Reihe von Büchern zur Psychoanalyse und zur Gesellschaft. Viele werden zu Bestsellern: Neben Haben oder Sein (To Have or to Be?, 1976) ist sein bekanntestes Buch Die Kunst des Liebens (The Art of Loving, 1956). 1974 geht Fromm in die Schweiz, nach Muralto, um dort seinen Lebensabend zu verbringen. Er stirbt 1980 an seinem vierten Herzinfarkt, fünf Tage vor seinem 80. Geburtstag.

 

Zusammenfassung

Verbreitete Vorurteile über die Liebe

Nach kaum etwas sehnen wir uns so verzweifelt wie nach Liebe. Die meisten Menschen halten Liebe für etwas, das man nicht eigens erlernen muss, sondern dass man einfach empfindet. Tatsächlich geht es ihnen eigentlich gar nicht darum, selbst zu lieben, sondern darum, geliebt zu werden. Um liebenswert zu erscheinen, streben sie nach Macht und gesellschaftlichem Erfolg, steigern ihre Attraktivität durch schöne Kleidung, Kosmetik und gute Manieren. Sie suchen nach einem geeigneten Objekt der Liebe (einem Menschen, den sie lieben können und der sie zurückliebt) und folgen bei dem, was körperlich und geistig attraktiv auf sie wirkt, wechselnden Moden. Infolge der Konsum- und Marketingmentalität, die in den westlichen Gesellschaften herrscht, wird Liebe so zu einem Tauschgeschäft: Man verliebt sich, wenn man das Gefühl hat, das beste Objekt gefunden zu haben, das einem angesichts des eigenen Marktwertes zusteht.

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