Zusammenfassung von Die letzten Tage der Menschheit

Bühnenfassung des Autors

Wien 1919
Diese Ausgabe: Suhrkamp, Mehr

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Die letzten Tage der Menschheit Buchzusammenfassung
Der Irrsinn des Krieges: Nie wurde er drastischer geschildert als in diesem Drama.

Rezension

Der Irrsinn des Krieges

Der Erste Weltkrieg brachte zehn Millionen Menschen den Tod und verkrüppelte mindestens ebenso viele. In seinem Drama Die letzten Tage der Menschheit entwarf Karl Kraus ein gewaltiges Zeitpanorama, das in vielen grotesken Szenen die ganze Absurdität und Unmenschlichkeit des Kriegsgeschehens zu ermessen versucht. Ohne einen festen Handlungsstrang lässt das Stück Militärs und Zivilisten, historische und erfundene Personen zu Wort kommen. Mit seiner Sprachkunst und seinem ungeheuren Wortwitz entlarvt der Autor ihr unmenschliches Denken, Reden und Handeln. Dabei bedient er sich zahlreicher Originalzitate, deren Aussagen als unwahrscheinlich und unfassbar erscheinen. Jede Aufführung des Mammutstücks bedeutet einen gewaltigen Aufwand, der Autor selbst hat es als unaufführbar bezeichnet. Doch auch für Leser ist der Text nicht immer leicht zu konsumieren, zumal er zum großen Teil im österreichischen Dialekt verfasst ist. Die Offenlegung der Monstrosität des Menschen im und durch den Krieg ist immer noch erschreckend aktuell - wie die vielen weiteren Kriege im 20. Jahrhundert und bis in die jüngste Vergangenheit gezeigt haben. Kraus’ Drama ist darum jedermann immer wieder zur Lektüre zu empfehlen.

Zusammenfassung

Kriegseuphorie
Der Erste Weltkrieg hat begonnen. An einer belebten Ecke in Wien jubeln Menschenmassen den in den Krieg ziehenden Soldaten zu. Hochrufe auf Habsburg vermischen sich mit Schmähungen gegen den Feind Serbien. Ein Wiener hält eine Nonsens-Rede, in der er von einem "heiligen...
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Über den Autor

Karl Kraus wird am 28. April 1874 im böhmischen Jicín als Sohn eines wohlhabenden jüdischen Papierfabrikanten und Kaufmanns geboren. 1877 zieht die Familie nach Wien um, wo Kraus ab 1892 zuerst Jura, dann Philosophie und Germanistik studiert, ohne das Studium jedoch abzuschließen. 1897 wird er Korrespondent der Breslauer Zeitung. 1899 verlässt er die jüdische Glaubensgemeinschaft und konvertiert 1911 zum Katholizismus, tritt jedoch 1923 wieder aus der Kirche aus. Sein Privatleben ist geprägt von der langjährigen Beziehung zur böhmischen Baronin Sidonie Nádherny von Borutin, die er 1913 kennen lernt. Zwar erwidert sie seine Liebe nicht, doch bleiben sich die beiden eng verbunden, besuchen sich häufig und unternehmen gemeinsame Urlaubsreisen. Bereits seit 1892 für die Wiener Literaturzeitung journalistisch tätig, gründet er im April 1899 die Zeitschrift Die Fackel. Bis zu seinem Lebensende hat er sie nicht nur als Herausgeber, sondern auch als Autor der meisten Beiträge entscheidend geprägt. Zielrichtung ist von Anfang an die Bekämpfung der sprachlichen Verwahrlosung. Kraus ist von den Möglichkeiten der Sprache geradezu besessen und führt das Unheil der Welt auf den gedankenlosen Gebrauch der Sprache zurück. In seinen Essays zu Literatur, Dichtern und Zeitgeschehen profiliert er sich nicht nur als sarkastischer Satiriker, sondern wendet sich auch gegen prominente Zeitgenossen. Legendär ist seine Fehde mit dem Berliner Feuilletonisten Alfred Kerr. Kraus beschäftigt sich intensiv mit Shakespeare: Er überarbeitet nicht nur die Übersetzungen etlicher Dramen, sondern dichtet auch Shakespeares Sonette nach. 1933 erklären die Nationalsozialisten seine Werke für unerwünscht und schädlich. Von den Bücherverbrennungen werden sie jedoch verschont, was Kraus wenig gefällt. In Die dritte Walpurgisnacht setzt er sich 1933 mit dem Nationalsozialismus auseinander, verzichtet aber auf eine Veröffentlichung, weil er fürchtet, die Nazis könnten sich für dieses Werk mit der Ermordung von Juden rächen. Am 12. Juni 1936 stirbt Karl Kraus in Wien.


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