Zusammenfassung von Die Schlafwandler

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Die Schlafwandler Buchzusammenfassung
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Rezension

Eine zerfallende Wirklichkeit

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, auf dem Weg in den Ersten Weltkrieg, scheint die Welt im Chaos zu versinken. Alte Werte haben ihre Gültigkeit verloren, Logik und kalte Rationalität bestimmen das Handeln – sei es in der Wirtschaft oder im Krieg. Ohne Halt oder Hoffnung, orientierungslos und einsam taumeln Brochs Protagonisten durch ihr Leben. Ihre Ängste sind diffus und münden nicht selten in Gewalt. Militärische Ordnung, Glaube und kaufmännische Gesetze reichen ihnen nicht aus, um dem rasanten Wandel Sinn zu geben. In dieser unwirklich gewordenen Welt hungern die Menschen nach klaren Zielen und nach Führung. Prophetisch nimmt Broch am Vorabend des Dritten Reiches die Ereignisse in Deutschland vorweg. Der letzte Teil von Brochs Romantrilogie erschien 1932, ein Jahr vor der Machtergreifung Hitlers. Vieles darin wirkt beklemmend aktuell: ungezügelter Kapitalismus, rasender technischer Fortschritt, Misstrauen gegenüber anderen Religionen, Hass auf Homosexuelle – in Die Schlafwandler sind das die Zeichen einer Gesellschaft am Abgrund. So ist Brochs Werk nicht nur eine historische Analyse mit literarischen Mitteln, sondern eine Mahnung für die Zukunft und ein Aufruf zur Menschlichkeit.

Über den Autor

Hermann Broch wird am 1. November 1886 in Wien als Sohn einer jüdischen Textilindustriellenfamilie geboren. Den Weisungen des Vaters folgend, macht er eine Ausbildung zum Textilingenieur. Um 1908 beginnt er, erste schriftstellerische Arbeiten zu veröffentlichen; dabei verfasst er von vornherein sowohl philosophisch-wissenschaftliche als auch dichterische Texte. 1909 wird er Direktor in den Fabriken seines Vaters; im selben Jahr heiratet er die Industriellentochter Franziska von Rothermann, deren Familie zuliebe er zum Katholizismus übertritt. 1910 wird sein einziger Sohn geboren. Während des Ersten Weltkriegs leitet Broch ein Garnisonskrankenhaus. Obwohl er nach dem Krieg seine Fabriken zu modernisieren versucht, gerät er in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Auch seine Ehe scheitert. 1923 lässt er sich scheiden, vier Jahre später verkauft er die Firma und beginnt ein neues Leben als freier Schriftsteller. Nebenbei studiert er Mathematik, Philosophie und Psychologie. Sein erstes Hauptwerk, die Romantrilogie Die Schlafwandler, erscheint 1930/31 und schildert an drei Hauptfiguren und drei Zeitabschnitten exemplarisch das Ende der Wilhelminischen Epoche. Nach der Besetzung Österreichs durch die Nationalsozialisten kommt Broch im März 1938 wegen seiner Schriften für drei Wochen in Haft. Danach flieht er erst nach England, um im Oktober 1938 in die USA zu emigrieren; Thomas Mann besorgt ihm ein Visum. In ständigen Geldsorgen und auf Stipendien angewiesen, verbringt er seinen letzten Lebensabschnitt überwiegend in New Haven, Connecticut. Seine Hauptprojekte in den USA sind Der Tod des Vergil (1945) sowie diverse Studien zur Massenpsychologie. Der Roman Die Schuldlosen (1950) handelt vom Mitläufertum im Faschismus und fasst elf Erzählungen aus früheren Jahren zusammen. Hermann Broch stirbt am 30. Mai 1951 in New Haven.

 

Zusammenfassung

1888 – Pasenow oder die Romantik

Leutnant Joachim von Pasenow bekommt in Berlin Besuch von seinem Vater und geht mit ihm ins Jägerkasino in der Friedrichstraße. Der alte Herr flirtet mit einer Animierdame, Ruzena. Joachim ist das Verhalten seines Vaters peinlich. Überhaupt mag er die Unordnung des zivilen Lebens nicht und fühlt sich nur in Uniform wohl. Nach der Abreise seines Vaters trifft Joachim einen alten Bekannten, Eduard von Bertrand, der aus dem Militär ausgeschieden und nun als Händler erfolgreich ist. Joachim stattet auch der Baronin Baddensen einen Besuch ab – er soll deren Tochter Elisabeth heiraten. Trotzdem beginnt er eine Affäre mit Ruzena. Als Joachims älterer Bruder bei einem Duell stirbt, wird Joachim Haupterbe und muss das Gut in Stolpin übernehmen. Er fährt zur Beerdigung nach Hause. Seine Eltern sind von dem Verlust schwer mitgenommen. Bertrand verschafft Ruzena unterdessen eine Stelle beim Theater.

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