Zusammenfassung von Die toten Seelen

Moskau 1842
Diese Ausgabe: Artemis & Winkler, Mehr

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Die toten Seelen Buchzusammenfassung
Keine Gespenstergeschichte: Gogols Antiheld Tschitschikow reist durch Russland, um verstorbene Leibeigene zu kaufen – mit denen sich vortreffliche Geschäfte machen lassen.

Rezension

Eine russische Satire

„Die Seele ist unsterblich; eine tote Seele gibt es nicht. Der Verfasser zieht wohl gegen die Unsterblichkeit der Seele ins Feld.“ So lautete das Urteil des Zensors über Nikolai Gogols Manuskript Die toten Seelen. Der Autor bekam auch prompt eine Absage der Zensurbehörde. Dennoch konnte er schließlich zumindest den ersten Teilband seines Werkes drucken lassen. Der zweite ist Fragment geblieben. Der Titel des Romans ist zweideutig. Eine Gespenstergeschichte, wie man vielleicht vermuten könnte, ist es nicht, eher eine Satire auf die zeitgenössische russische Gesellschaft. Tschitschikow, der Antiheld des Romans, reist durch das zaristische Russland, um Großgrundbesitzern ihre „toten Seelen“, die Namen kürzlich verstorbener Leibeigener, abzukaufen. Diese gedenkt er später teuer zu verpfänden. Dass so etwas in Russland überhaupt möglich war, ist der Dreh- und Angelpunkt von Gogols beißender Satire. In realistischer Erzählweise, aber mit stets ironischem Unterton führt er dem Leser zwei der bestimmenden Bevölkerungsgruppen seiner Zeit vor: die Großgrundbesitzer und das Beamtentum. Gogols Roman wurde von manchen seiner Zeitgenossen frenetisch gefeiert, von anderen erbittert bekämpft. Heute räumt man Gogol ohne Weiteres einen Platz an der Seite der großen russischen Dichter Dostojewski, Tolstoi und Turgenjew ein – eine Position, von der der depressive Dichter wohl nicht zu träumen gewagt hätte.

Zusammenfassung

Ein seltsamer Reisender
Kollegienrat Pawel Tschitschikow, ein weder dicker noch dünner, weder alter noch junger Herr, steigt in der Stadt N. in einem Gasthof ab. Gleich am nächsten Tag stattet er den bedeutenden Leuten des Ortes Höflichkeitsbesuche ab. Er besucht den Gouverneur...
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Über den Autor

Nikolai Gogol wird am 1. April 1809 in Welikije Sorotschinzy im russischen Gouvernement Poltawa geboren. Ab 1821 besucht er das Gymnasium in Neschin. 1828 beendet er die Schule und geht nach St. Petersburg, wo er sich zunächst erfolglos um eine Stelle bewirbt. Unter einem Pseudonym veröffentlicht er die Idylle Hans Küchelgarten (1829). Die schlechten Kritiken kann er nicht ertragen, sodass er alle verfügbaren Exemplare wieder einsammelt und verbrennt – eine Praxis, die er später noch häufiger anwenden wird. Nach einer Reise nach Hamburg und Lübeck erhält er eine Stelle im Innenministerium. 1830 wird Gogol zum Kollegienregistrator ernannt. Ein Jahr danach lernt er den Dichter Alexander Puschkin kennen. Gogol wird Geschichtslehrer an einem Mädchenpensionat und gibt nebenbei Privatstunden. 1834 erhält er einen Posten als Adjunktprofessor für allgemeine Geschichte, wird aber bereits zwei Jahre später wieder entlassen. 1836 wird Gogols Komödie Der Revisor erfolgreich in St. Petersburg uraufgeführt. Vor dem danach einsetzenden Rummel flieht er nach Deutschland, in die Schweiz und nach Frankreich. In Paris arbeitet er am Manuskript zu Die toten Seelen, seinem einzigen Roman. Gogol ist ein unruhiger Geist: Den folgenden Winter verbringt er in Rom und reist im Frühjahr und Sommer durch mehrere deutsche Städte, um schließlich bei einem Freund in Karlsruhe zu bleiben. 1842 veröffentlicht der die Novelle Der Mantel, über die Dostojewski angeblich gesagt haben soll: „Wir alle kommen von Gogols Mantel her.“ Gogol arbeitet beständig weiter an Die toten Seelen, bis er im Winter 1845 in Nizza an „Nervenzerrüttung“ erkrankt und depressiv wird. 1852 verbrennt er das Manuskript des zweiten Teils von Die toten Seelen. Der Tod einer Bekannten erschüttert ihn zusätzlich, sodass er, Nahrung und medizinische Hilfe ablehnend, am 4. März 1852 stirbt. Der zweite Band von Die toten Seelen erscheint 1855 posthum.


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