Zusammenfassung von Die Verwandlung

Leipzig 1916
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Die Verwandlung Buchzusammenfassung
Die Verwandlung eines jungen Mannes in einen hässlichen Käfer: Kafka beschreibt sie als Sinnbild einer widerstandslos ertragenen Erniedrigung.

Rezension

Der Käfer Gregor Samsa

Kafkas Erzählung Die Verwandlung spiegelt im Schicksal eines Einzelnen den moralischen Zustand der Gesellschaft: Durch Gregor Samsas Verwandlung in einen hässlichen Käfer vermittelt Kafka dem Leser das Selbstbild eines jungen Mannes, der durch den Willen seiner Familie auf die Funktion des Dienens und Helfens reduziert worden ist. Zugleich ist die Verwandlung aber auch ein Protest gegen die Forderungen und Erwartungen der Familie. Die gleichnishafte Erzählung lässt die Unfreiheit, Erniedrigung und Ausbeutung geradezu schmerzhaft deutlich werden, welche die bis in die Familien hineinreichenden autoritären Strukturen der modernen Gesellschaft schaffen und denen sich das Individuum willenlos fügt. Letztlich gelingt es Gregor Samsa nur, sich zum Preis der Verwandlung aus seiner Versklavung zu lösen, doch trotz dieser scheinbaren Befreiung bleiben seine Gewissensbisse und sein Gefühl der Pflichtverletzung weiter bestehen. Auf eindringliche Weise kann dem Leser bei der Lektüre von Kafkas Verwandlung bewusst werden, dass er von Autoritäten abhängig ist, auf die er keinen Einfluss hat. Lesenswert ist die Erzählung aber vor allem wegen Kafkas unnachahmlicher Kunst, der surrealen, tragikomischen Handlung durch seine Sprache Realitätsnähe zu verleihen.

Zusammenfassung

Das Pflichtbewusstsein
Gregor Samsa, ein junger Reisender im Tuchgeschäft, wacht eines Morgens aus unruhigem Schlaf auf und findet sich, auf seinem Bett liegend, in einen großen, hässlichen Käfer verwandelt. Verwundert nimmt er die Metamorphose wahr: Seinen gewölbten Körper nach links ...
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Über den Autor

Franz Kafka wird am 3. Juli 1883 in Prag geboren. Ende des 19. Jahrhunderts gehört die Stadt zur Donaumonarchie Österreich-Ungarn. Als deutschsprachiger Jude befindet sich Kafka somit unter hauptsächlich Tschechisch sprechenden Menschen und gehört also gleich in doppelter Hinsicht einer Minderheit an. Der Vater Hermann Kafka ist Kaufmann, die Mutter im Geschäft des Vaters tätig; so wächst das Kind in der Obhut verschiedener Dienstboten auf. Die Beziehung zum Vater gestaltet sich schwierig: Hermann Kafka, cholerisch und geschäftstüchtig, bringt für seinen kränklichen, künstlerisch begabten Sohn kein Verständnis auf; der wiederum hat nicht das Selbstbewusstsein, sich den Ansprüchen des Vaters zu entziehen − ein Konflikt, der das gesamte Werk Kafkas prägen wird. Nach dem Abitur möchte Kafka eigentlich Philosophie studieren, entscheidet sich dann aber nach dem Willen des Vaters für Jura. Er promoviert 1906 und arbeitet danach bei einer Unfallversicherung. Doch diesen Beruf empfindet er als Last. Eigentlich möchte er als Schriftsteller arbeiten, hat aber neben seiner Anstellung wenig Zeit und Energie zum Schreiben. Neben kurzen, intensiven Schaffensphasen gibt es immer wieder Abschnitte, in denen er als Schriftsteller nicht produktiv sein kann. Dass Kafka noch lange bei seinen Eltern lebt, erschwert seine Lage zusätzlich; erst mit 31 Jahren bezieht er die erste eigene Wohnung. Auch seine Beziehungen zu Frauen sind problematisch. 1912 lernt er bei Max Brod die Berlinerin Felice Bauer kennen. Über mehrere Jahre hinweg korrespondieren die beiden miteinander. Sie verloben sich zweimal, beide Male geht die Partnerschaft in die Brüche. Auch andere Beziehungen zu Frauen sind nicht von Dauer. Schon früh beginnt Kafka zu schreiben, vernichtet jedoch viele seiner Manuskripte wieder. Nach Betrachtung (1913), einer Sammlung kurzer Texte, erscheinen u. a. die Erzählungen Die Verwandlung (1915) und Das Urteil (1916). Bald darauf erkrankt Franz Kafka an Tuberkulose und stirbt am 3. Juni 1924 schließlich daran. Nach seinem Tod veröffentlicht Max Brod entgegen Kafkas Willen die anderen noch erhaltenen Manuskripte, darunter die Romane Der Prozess und Das Schloss.


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