Zusammenfassung von Die Wissenschaftslehre

Zweiter Vortrag im Jahre 1804

Bonn 1834
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Die Wissenschaftslehre Buchzusammenfassung
Fichte macht sich in der Wissenschaftslehre auf die Suche nach dem Absoluten und findet es in der reinen Vernunft.

Rezension

Auf der Suche nach dem Absoluten

Fichte ist heute vor allem als Denker bekannt, der zwischen Kant und Hegel einzuordnen ist. Sein Hauptwerk Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre (1794/95) brachte ihm zu Lebzeiten den Vorwurf des Atheismus ein, was ihn offensichtlich so sehr erschütterte, dass er das Werk noch mehrmals neu schrieb. Das Konzept der frühen Fassung (die Darstellung der menschlichen Vernunftkategorien) ließ er für die Version von 1804 fallen, um einem neuen, zu jener Zeit äußerst beliebten Projekt, der Auffindung des Absoluten, Platz zu machen. Das Verständnis des Werks wird durch die anscheinend willkürliche Terminologie erheblich erschwert. Diese resultiert aus Fichtes Anspruch, dass Philosophie sich nie auf feste Begriffe reduzieren lassen sollte, sondern lebendiger und selbstständiger Nachvollzug von Gedanken sein muss. Diese Eigenschaften machen Die Wissenschaftslehre zu einem schwierigen Stück Philosophie, das einen schnellen und einfachen Zugang praktisch verunmöglicht. Die historische Bedeutung des Werks liegt vor allem in seinem Beitrag zur zeitgenössischen Debatte um das Verhältnis von Religion, Gottesbegriff, Vernunft und Individuum.

Zusammenfassung

Was ist Wissenschaftslehre?
Das Ziel jeder Philosophie muss darin bestehen, die Wahrheit zu finden und darzustellen. Im Unterschied zu anderen Wissenschaften beschäftigt sie sich jedoch nicht mit den vielfältigen Erscheinungen der Welt, sondern damit, all diese Phänomene auf eine absolute...
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Über den Autor

Johann Gottlieb Fichte wird am 19. Mai 1762 im sächsischen Rammenau als Sohn eines Bandwebers geboren. Das Stipendium eines Adligen erlaubt ihm den Besuch der Lateinschule und anschließend der Fürstenschule in Pforta. Nach dem Abitur nimmt er in Jena das Studium der Theologie auf. Als sein adliger Gönner 1784 stirbt, bricht er es ohne Abschluss ab. In der folgenden Zeit schlägt sich Fichte als Hauslehrer durch, u. a. in Zürich, wo er den Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi sowie seine künftige Frau Johanna Rahn kennen lernt. Die Begegnung mit den Schriften Immanuel Kants, den er 1791 in Königsberg besucht, wird für Fichte zu einem philosophischen Erweckungserlebnis. Mit seinem Versuch einer Kritik aller Offenbarung (1792) landet er einen Überraschungserfolg. Das Werk wird zunächst anonym publiziert und von der Öffentlichkeit für einen Text Kants gehalten. Als dieser den Irrtum aufklärt, wird Fichte mit einem Schlag berühmt. Seine antisemitischen Äußerungen und sein harscher Umgang mit Studenten, Freunden und selbst seinem Lehrer Kant tragen ihm schon früh den Ruf eines streitbaren Kopfes ein. 1793 veröffentlicht er die beiden Revolutionsschriften Zurückforderung der Denkfreiheit von den Fürsten Europens, die sie bisher unterdrückten und Beiträge zur Berichtigung der Urteile des Publikums über die Französische Revolution. 1794 erhält er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Philosophie in Jena und veröffentlicht seine Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre. Das Werk, das großen Einfluss auf die Romantiker ausübt, stößt in Fachkreisen auf Widerspruch. Im so genannten Atheismusstreit von 1799, in dem sich Fichte mit dem Vorwurf der Gottlosigkeit auseinandersetzen muss, gewinnen seine Gegner die Oberhand. Fichte gibt seine Professur auf und geht nach Berlin. Als Privatdozent hält er Vorträge, u. a. die berühmten Reden an die deutsche Nation (1808), in denen er sich als Gegner Napoleons zu erkennen gibt, bis er 1810 an die neu gegründete Berliner Universität berufen wird. 1813 steckt er sich bei seiner Frau, die im Lazarett Kriegsverletzte pflegt, mit Typhus an. Während sie sich bald wieder erholt, stirbt Fichte am 29. Januar 1814 in Berlin an den Folgen der Krankheit.


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