Zusammenfassung von Die Wörter

Paris 1964
Diese Ausgabe: Rowohlt, Mehr

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Die Wörter Buchzusammenfassung
Jean-Paul Sartres Autobiografie: illusionslos, schonungslos offen und ohne Kindheitsromantik.

Rezension

Selbstanalyse à la Sartre

Als Jean-Paul Sartres Kindheitserinnerungen mit dem vielsagenden Titel Die Wörter 1964 in Buchform erschienen, war ihr Verfasser bereits eine lebende Legende: Als Intellektueller der Nachkriegszeit, Philosoph und Schriftsteller war er etabliert. Wenn man seine Erinnerungen für bare Münze nehmen will, war sein Lebenszweck damit streng genommen erreicht. Sartre berichtet davon, wie er als Kind mit seiner Mutter und seinen greisen Großeltern aufwächst. Ohne väterliches Vorbild muss er selbst sehen, wie er seine Identität als Junge und Mann findet. Getreu seiner späteren existenzialistischen Philosophie erschafft er sich selbst, wählt sich eine Rolle, die er zur eigenen Verblüffung so hervorragend spielt, dass aus dem Rollenspiel Ernst wird. Die Bücher in der Bibliothek seines Großvaters ziehen ihn magisch an, er beginnt sie zu lesen, ohne lesen zu können. Später verschlingt er Groschenromane ebenso wie hohe Literatur – wenn auch ohne diese zu verstehen. Nach dem Lesen kommt das Schreiben: Als „Wunderkind“ beginnt er mit Geschichten und gräbt sich darin ein, während andere Kinder draußen spielen. Sartres Selbstanalyse ist scharfsinnig und zudem sehr witzig. Für Sartre-Fans ein Muss, für alle anderen mindestens empfehlenswert.

Zusammenfassung

Die Schweitzers
„Louis ist von uns allen der Frommste, Auguste der Reichste, ich bin der Intelligenteste“, so fasst Charles Schweitzer die Entwicklung seiner Geschwister und seine eigene bei Familienfeiern zusammen und erntet viele Lacher. Sein Bruder Auguste ist nämlich ...
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Über den Autor

Jean-Paul Sartre wird am 21. Juni 1905 in Paris als Sohn eines Marineoffiziers geboren. Seine Mutter heiratet nach dem frühen Tod ihres ersten Mannes wieder und zieht nach La Rochelle. Sartre besucht, nachdem er am Atlantik sehr unglücklich war, das Pariser Lycée Henri IV als Internatsschüler und studiert anschließend Psychologie, Philosophie und Soziologie an der École normale supérieure in Paris. Er erhält die Lehrerlaubnis für die Hochschule im Fach Philosophie und lernt Simone de Beauvoir kennen, mit der er eine Lebensgemeinschaft eingeht. 1933 erhält er ein Stipendium in Berlin. Dort befasst er sich vor allem mit den Philosophien Husserls und Heideggers. Über Letzteren urteilt er bald vernichtend: „Es schien, als sei mit Heidegger die Philosophie wieder in die Kindheit zurückgefallen.“ 1938 erscheint sein Roman La Nausée (Der Ekel), mit dem Sartre schlagartig berühmt wird. 1939 wird er zum Militär eingezogen, gerät in deutsche Gefangenschaft, wird aber 1941 wieder freigelassen. 1943 veröffentlicht er sein erstes philosophisches Werk L’Être et le Néant (Das Sein und das Nichts), in dem er die totale Freiheit und Verantwortung des Menschen verkündet, und verfasst sein Theaterstück Huis clos (Geschlossene Gesellschaft). Für einige Monate ist er in der französischen Résistance gegen die deutsche Besatzung aktiv. Ab 1945 lässt er sich als freier Schriftsteller in Paris nieder. Er ist eine zentrale Figur der dortigen Intellektuellenszene und wird Herausgeber der politisch-literarischen Zeitschrift Les Temps modernes. Er lebt, arbeitet, schreibt und empfängt Gäste in den Pariser Straßencafés. 1952 tritt Sartre in die Kommunistische Partei Frankreichs ein, verlässt sie aber aus Protest gegen die blutige Zerschlagung des Ungarnaufstands 1956 wieder. 1960 erscheint sein zweites philosophisches Hauptwerk: Critique de la raison dialectique (Kritik der dialektischen Vernunft). Als ihm 1964 der Nobelpreis für Literatur verliehen werden soll, lehnt Sartre die Auszeichnung ab, da er hiermit seine Unabhängigkeit gefährdet sieht. Der Autor, der schon lange ein Augenleiden hat, ist ab 1973 praktisch blind. Er stirbt am 15. April 1980 nach langer Krankheit in Paris. Seinem Sarg folgen 50 000 Menschen.


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