Zusammenfassung von Ein Bruderzwist in Habsburg

Trauerspiel in fünf Aufzügen

Stuttgart 1872
Diese Ausgabe: Reclam, Mehr

Buch kaufen

Ein Bruderzwist in Habsburg Buchzusammenfassung
Krieg, Frömmigkeit, Verrat und Rache: eine kaiserliche Familie zum Fürchten.

Rezension

Untergang eines Kaisers

Franz Grillparzer hat mit seinem vielschichtigen Drama Ein Bruderzwist in Habsburg einer ganzen Dynastie ein Denkmal gesetzt – im Guten wie im Schlechten. Was sich heutzutage an Eindrücken, Ahnungen oder Urteilen über die österreichischen Herrscher aus dem Hause Habsburg im Umlauf befindet, trifft der Leser auch in Grillparzers Drama an. Die Nachwelt hat ihr Bild einer so kunstsinnigen wie hinterhältigen, skrupellosen wie unglücklichen Herrscherfamilie zu einem großen Teil ihm zu verdanken. Der Handlungsverlauf ist eine geniale Komposition historischer Fakten. Meisterhaft versteht es Grillparzer, ganz unterschiedliche Facetten der Geschichte Österreichs zu einem gewaltigen Stück Weltliteratur zusammenzufügen. Die Rolle des Autors war ebenfalls nicht frei von Tragik: Die bürgerliche Revolution von 1848/49, in deren Wirren Grillparzer sein wichtigstes Drama vollendete, war für ihn als Konservativen eine echte Zumutung. So nahm er die aufrührerische Lage zum Anlass, den Zuschauer in seinem Stück über Aufstieg und Niedergang eines Kaisers nicht nur in menschliche, sondern auch in geschichtliche Abgründe blicken zu lassen.

Zusammenfassung

Ein Befreiungsversuch
Die Prager Stadtwache führt den verhafteten Feldmarschall Rußworm ab. Don Cäsar, der Sohn von Kaiser Rudolf II., stellt sich der Gruppe mit seinen Begleitern in den Weg und fordert die Freilassung des Verhafteten. Er wird abgewiesen, es kommt ...
Lesen Sie die Hauptaussagen dieses Buches in weniger als 10 Minuten. Erfahren Sie mehr über unsere Produkte. oder loggen Sie sich ein.

Über den Autor

Franz Grillparzer wird am 15. Januar 1791 in Wien geboren. Die Kälte und Unzugänglichkeit des Vaters, eines Advokaten, setzen dem jungen Grillparzer zu. Die Mutter dagegen ist von warmherzigem und musischem Naturell. Als der Vater 1809 stirbt, muss Grillparzer für sie und seine drei Brüder sorgen. Neben seinem Jurastudium verdingt er sich als Privatlehrer und später als Praktikant in der Wiener Hofbibliothek, woraus sich eine Anstellung im Finanzministerium ergibt. Außerdem dichtet er, unter anderem angeregt von den Dramen Friedrich Schillers. Sein erstes Stück wird 1810 zurückgewiesen; noch lange danach scheut er, von tiefen Selbstzweifeln geplagt, die literarische Öffentlichkeit, schreibt aber unablässig an weiteren Werken. Vorwiegend sind es Dramen. Erst 1817 gelingt ihm mit dem Drama Die Ahnfrau der Durchbruch. Die Uraufführung im Theater an der Wien macht ihn schlagartig berühmt. Mit Sappho und der Trilogie Das goldene Vlies gelingen ihm weitere Erfolge. Grillparzer wird Hofdichter des Habsburger Kaiserhauses, mag allerdings die Karriere als Beamter nicht aufgeben und bleibt daher zeitlebens zwischen den Anforderungen des Staatsdiensts und denen der Dichtkunst hin- und hergerissen. Auch zwischen den großen historischen Strömungen seiner Zeit, Revolution und Restauration, findet er nie einen eindeutigen Standpunkt. Mithin wird er von seinen freiheitlich gesinnten Zeitgenossen als duckmäuserischer Staatsschriftsteller angefeindet, sieht sich aber zugleich immer wieder selbst von Zensur bedroht. Neben dem Schreiben pflegt Grillparzer im Privaten seine musikalische Ader, spielt Klavier und komponiert. 1856 ernennt ihn Kaiser Franz Joseph für seine dichterischen Verdienste zum Hofrat, 1861 beruft er ihn auf Lebenszeit in den Reichsrat. Grillparzer, der mit Ehren überhäufte Nationaldichter Österreichs, stirbt am 21. Januar 1872.


Kommentar abgeben

Mehr zum Thema

Vom gleichen Autor

Mehr in den Kategorien