Zusammenfassung von Ein Traktat über die menschliche Natur

London 1739
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Ein Traktat über die menschliche Natur Buchzusammenfassung
David Humes Erkenntnis- und Moraltheorie gehört zu den bedeutendsten Schriften der Philosophiegeschichte.

Rezension

Wichtiges Werk des Empirismus

Tag für Tag werden wir von den einfachen Assoziationen unseres Verstandes in die Irre geleitet: Wir heben eine Kugel auf und lassen sie los. Die Kugel landet mit lautem Krachen auf dem Boden. Das wiederholen wir hundertmal und es passiert immer das Gleiche. Die Kugel wird immer auf den Boden fallen, denken wir. David Hume würde einwenden: Dass auf das Loslassen auch das Herabfallen folgt, ist keineswegs eine gesicherte Erkenntnis, sondern eine Vereinfachung unseres Verstandes. Wo gleiche Ereignisse immer wieder aufeinander folgen, erliegen wir der Kausalitätsvermutung - die auch eine Täuschung sein kann. Hume war ein Skeptiker. Für seine Erkenntnistheorie, die er im Traktat über die menschliche Natur formuliert, will er eigentlich gar nichts gelten lassen, außer die gesicherten Erkenntnisse, die uns unsere Sinne liefern. Nicht mal das "Ich" betrachtet er als eigenständiges Seiendes, denn auch hierbei handelt es sich für ihn lediglich um eine Serie von Sinneseindrücken, aus der wir das konstruieren, was wir "Ich" nennen. Der vielleicht radikalste der englischen Empiristen machte sich durch seine Philosophie nicht nur Freunde: Seine Gegnerschaft zur kirchlichen Orthodoxie verunmöglichte ihm die Besetzung eines Professorenstuhls. Der Traktat fiel beim Publikum durch - und gehört heute zu den wichtigsten Werken der Philosophiegeschichte.

Zusammenfassung

Zwei Arten von Wahrnehmungen
Die Wahrnehmungen des menschlichen Geistes lassen sich in zwei Arten einteilen. Eindrücke ("impressions") und Vorstellungen ("ideas"). Die Eindrücke sind stärker und prägnanter, sodass sie länger im Gedächtnis bleiben. Sie beruhen auf direkter Wahrnehmung durch...
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Über den Autor

David Hume gehört neben John Locke und George Berkeley zu den einflussreichsten Figuren der englischen Aufklärung. Als zweiter Sohn eines kleinen schottischen Landadeligen am 7. Mai 1711 geboren, besucht Hume bereits mit zwölf Jahren die Universität von Edinburgh, um Jura zu studieren. Er nimmt jedoch auch an Lehrveranstaltungen für Philosophie teil und lernt auf diesem Weg die Schriften von Isaac Newton und John Locke kennen. Hume bricht das Studium nach drei Jahren ohne Abschluss ab. In Bristol betätigt er sich als Kaufmann und begibt sich 1735 auf eine Studienreise nach Frankreich, um sich mit neuerer Philosophie zu beschäftigen. Dort verfasst er seinen Treatise of Human Nature (Ein Traktat über die menschliche Natur). Diese Abhandlung erregt jedoch kaum Aufmerksamkeit. 1741 entdeckt er sein Talent für Essays: Seine aus dieser Zeit stammenden Texte sind sehr erfolgreich. Vier Jahre später bewirbt er sich um die Professur für Moralphilosophie an der Universität von Edinburgh. Seine skeptische Haltung gegenüber der Religion führt jedoch dazu, dass seine Bewerbung erfolglos bleibt. In seinem 1757 veröffentlichten Werk The Natural History of Religion (Die Naturgeschichte der Religion) behauptet er, dass Religion vor allem auf Ignoranz, Hoffnung und Furcht basiere und ihre Ausrottung durch Aufklärung einer wahren Erlösung gleichkomme. Damit verwirkt Hume jede Aussicht auf höhere Ämter im calvinistischen Schottland. 1748 erscheint sein Werk Enquiry Concerning Human Understanding (Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand), das Hume zu einem in ganz Europa sehr bekannten Philosophen macht. 1752-1757 arbeitet er als Bibliothekar an der Universität von Edinburgh, was er mit historisch-politischen Studien verbindet. Das Ergebnis ist die History of England (Geschichte von England), die 1754-1762 erscheint und Humes Ruf als Historiker festigt. Von 1763-1766 im diplomatischen Dienst in Paris, macht Hume die Bekanntschaft von Diderot und Rousseau. 1768 kehrt er nach Edinburgh zurück und stirbt dort nach einer langen Krankheit am 25. August 1776.


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