Zusammenfassung von Eine Theorie der Gerechtigkeit

Cambridge (Massachusetts) 1971
Diese Ausgabe: Suhrkamp, Mehr

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Eine Theorie der Gerechtigkeit Buchzusammenfassung
Ein Meilenstein der neuesten Philosophiegeschichte: John Rawls’ Grundsätze für eine gerechte Gesellschaftsordnung.

Rezension

Individuelle Freiheit und soziale Gerechtigkeit

Der zentrale Gedanke in Rawls’ 1971 erschienenem Hauptwerk Eine Theorie der Gerechtigkeit ist das Verständnis von Gerechtigkeit als Fairness. Rawls macht ein Gedankenexperiment: Er schafft eine hypothetische Situation, in der Menschen, die ihre künftige Stellung in der Gesellschaft noch nicht kennen, gemeinsam die Grundsätze für ihr Zusammenleben definieren. Dieser „Schleier der Unwissenheit“ hat zur Folge, dass Einzelinteressen keine Auswirkungen auf die Entscheidung der Bürger haben. So kann – in der Theorie – garantiert werden, dass sich auch tatsächlich diejenigen Interessen durchsetzen, die alle Bürger teilen. Obwohl Rawls lediglich die Bedingungen der Möglichkeit einer gerechten Gesellschaft aufzeigt, wird deutlich, dass er Eine Theorie der Gerechtigkeit auch als Kritik an den Staaten des real existierenden Sozialismus verfasst hat. Diese nahmen ja für sich in Anspruch, den alten Menschheitstraum einer gerechten Gesellschaft tatsächlich realisiert zu haben. Bei Rawls schreibt aber nicht die Gesellschaft dem Einzelnen vor, wie eine gerechte Ordnung auszusehen habe, sondern die Individuen legen deren Grundsätze aus freien Stücken fest. Rawls’ Werk ist der in der neuesten Philosophiegeschichte einzigartige Versuch, individuelle Freiheit und soziale Gerechtigkeit als gleichwertige Stützen der modernen Gesellschaft zu verstehen.

Zusammenfassung

Wann gilt eine Gesellschaft als gerecht?
Wenn jedes Mitglied der Gesellschaft die gleichen Grundsätze der Gerechtigkeit anerkennt und es davon ausgehen darf, dass die anderen dies auch tun, gilt eine Gesellschaft als gerecht. Zudem muss gewährleistet sein, dass auch die wichtigen gesellschaftlichen...
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Über den Autor

John Rawls wird am 21. Februar 1921 in Baltimore im amerikanischen Bundesstaat Maryland geboren. Sein Vater ist Rechtsanwalt, die Mutter setzt sich aktiv für die Gleichberechtigung der Frau ein. Rawls schreibt sich 1939 am College in Princeton ein und studiert ab 1946 an der Universität Princeton Philosophie. Sein bedeutendster Lehrer ist der Wittgenstein-Schüler Norman Malcolm. Das Thema von Rawls’ Doktorarbeit, die er 1950 veröffentlicht, ist die moralische Beurteilung menschlicher Charaktereigenschaften. 1952/53 bekommt er ein Forschungsstipendium der Universität Oxford. Dort erhält er die Möglichkeit, John Austin, Isaiah Berlin und Stuart Hampshire kennen zu lernen. Von besonderer Bedeutung in Oxford ist für Rawls aber die Bekanntschaft mit Herbert Hart. Harts Seminare über Grundfragen der Rechtsphilosophie haben auf Rawls großen Einfluss. Nach Professuren an der Cornell University und am MIT in Cambridge, Massachusetts, folgt Rawls 1961 einem Ruf nach Harvard. 1971 publiziert er Eine Theorie der Gerechtigkeit. In Harvard lehrt er anfangs als Philosophieprofessor. Ab 1979 ist er Professor ohne Lehrverpflichtung und folgt dem Ökonomen und Nobelpreisträger Kenneth Arrow als Harvard-University-Professor nach. An Rawls’ zweitem Hauptwerk Politischer Liberalismus (1993) entzündet sich eine lebhafte Diskussion über demokratische Verfassungsstaatlichkeit. In seinen letzten Jahren erleidet Rawls mehrere Schlaganfälle, die ihn aber nicht an der Arbeit hindern. Im Sinne einer Selbstinterpretation und eines Kommentars zu Eine Theorie der Gerechtigkeit folgt 2001 Gerechtigkeit als Fairness. John Rawls stirbt am 24. November 2002 in Lexington (Massachusetts).


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