Zusammenfassung von Eines langen Tages Reise in die Nacht

New Haven 1956
Diese Ausgabe: Fischer Tb, Mehr

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Eines langen Tages Reise in die Nacht Buchzusammenfassung
Ein amerikanisches Familiendrama – packend, realistisch und von großer psychologischer Tiefe.

Rezension

Familie ist Schicksal

Einen beschaulichen Theaterabend bietet Eugene O’Neills Drama Eines langen Tages Reise in die Nacht gewiss nicht. Der Zuschauer nimmt einen Tag lang am Leben der Familie Tyrone teil, in der jeder gegen jeden kämpft. Der Vater und die beiden Söhne sind alkoholabhängig, die Mutter ist morphiumsüchtig, und alle geben sich gegenseitig die Schuld an der Familienhölle, in der sie leben. O’Neill machte gar keinen Hehl daraus, dass er in dem Stück seine eigene Familie nachgezeichnet hatte. In der Figur Edmunds, der an familiäre Tabus rührt und bittere Wahrheiten auszusprechen versucht, porträtierte der Autor sich selbst. Dass sich das Stück trotzt der deprimierenden, von Hass geprägten Atmosphäre beim Theaterpublikum bis heute großer Beliebtheit erfreut, liegt an seinem psychologischen Scharfsinn und an der überzeitlich gültigen Botschaft: Familie ist Schicksal.

Zusammenfassung

Trügerischer Familienfrieden
Es ist halb neun Uhr, am Morgen eines Augusttages im Jahr 1912. Durch das Fenster des Sommerhauses scheint die Sonne. Mary – einst eine irische Schönheit, nun Mitte 50, ergraut und ein wenig mollig – und ihr zehn Jahre älterer, immer noch sehr attraktiver...
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Über den Autor

Eugene O’Neill wird am 16. Oktober 1888 als dritter Sohn des irischstämmigen Schauspielers James O’Neill und seiner Frau Mary in einem New Yorker Hotelzimmer am Broadway geboren. Der zweite Sohn Edmund ist im Alter von anderthalb Jahren an Masern gestorben. Mit seiner Mutter und dem älteren Bruder James begleitet der junge Eugene den Vater auf dessen Tournee quer durch die USA und besucht verschiedene katholische Internate. Nach Abschluss der Schule beginnt er 1906 ein Studium an der Universität Princeton, aus der er jedoch bereits ein knappes Jahr später wegen Regelverstoßes ausgeschlossen wird. In den folgenden Jahren versucht er sich u. a. als Goldsucher in Honduras und als Seemann. Eine Zeit lang führt er das Leben eines alkoholkranken Obdachlosen in New York, Buenos Aires und Liverpool, wobei er auch einen Selbstmordversuch unternimmt. Im Alter von 24 Jahren findet er für ein paar Monate einen Job als Reporter und Autor lyrischer Beiträge beim New London Telegraph. 1912 erkrankt er an Tuberkulose und verbringt ein halbes Jahr im Sanatorium, wo er sich intensiv mit Ibsen, Strindberg, Nietzsche und Dostojewski beschäftigt und beschließt, selbst Dramatiker zu werden. O’Neill arbeitet einige Jahre für eine experimentelle Künstlergruppe, die alle seine Einakter aufführt. Mit Beyond the Horizon (Jenseits vom Horizont, 1920) erlangt er erstmals die Aufmerksamkeit eines breiteren Theaterpublikums. In den folgenden Jahrzehnten feiert er große Erfolge mit Stücken wie Mourning Becomes Electra (Trauer muss Elektra tragen, 1931). Sein Meistwerk Long Day’s Journey into Night (Eines langen Tages Reise in die Nacht) wird erst 1956 posthum veröffentlicht. 1936 gewinnt er – als erster amerikanischer Dramatiker – den Nobelpreis für Literatur. Privat allerdings erleidet er zahlreiche Schicksalsschläge. Seine beiden ersten Ehen werden geschieden, von seiner dritten Frau lebt er zeitweise getrennt. Sein alkoholkranker Sohn begeht Selbstmord und zu seiner Tochter Oona, deren Heirat mit Charlie Chaplin er missbilligt, bricht er jeden Kontakt ab. Seine letzten Jahre verbringt der an einem Nervenleiden erkrankte Autor zurückgezogen in einem Bostoner Hotel, wo er am 27. November 1953 stirbt. „In einem Hotelzimmer geboren und verdammt noch mal in einem Hotelzimmer gestorben“, sind angeblich seine letzten Worte.


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