Zusammenfassung von Epistulae

Sämtliche Briefe

Rom um 99 bis 109 n. Chr.
Diese Ausgabe: Reclam, Mehr

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Epistulae Buchzusammenfassung
Ein faszinierendes Zeitzeugnis des Alltags im alten Rom.

Rezension

Italien damals und heute

Die spinnen, die Italiener: Bei ihnen kaufen Politik-Clowns Wahlstimmen und Zeugen; Senatoren bestechen und feiern obszöne Partys; junge Menschen können ohne Beziehungen einpacken und die alteingesessene Elite verteidigt mit Zähnen und Klauen ihre Privilegien. Und das alles nicht erst seit gestern: Liest man die 1900 Jahre alten Briefe des römischen Beamten Plinius, merkt man, dass man im Italien der damaligen Zeit mit ähnlichen Verhältnissen zu kämpfen hatte. Plinius’ Selbstverständnis ist das eines sittenstrengen, unkorrumpierbaren Bürgers. In Wahrheit war er ein kinderlos Gebliebener, der Steuererleichterungen für kinderreiche Familien in Anspruch nahm, und ein Patron, der nicht eher ruhte, bis die Söhne all seiner Freunde und Verwandten sicher im Staatsdienst untergebracht waren. Damals wie heute galt offenbar das Motto: „Die Bösen, das sind die anderen.“

Zusammenfassung

Homo politicus vor Gericht
Als Anwalt und Richter am römischen Centumviralgericht, Senator und hoher Beamter steht Plinius im Zentrum der politischen Auseinandersetzungen und Intrigen seiner Zeit. Er vertritt Kläger und Angeklagte in Korruptionsangelegenheiten und Erbstreitigkeiten...
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Über den Autor

Plinius der Jüngere wird 61 oder 62 n. Chr. im norditalienischen Como als Sohn eines reichen Ritters geboren. Nach dem frühen Tod des Vaters adoptiert ihn sein Onkel, der berühmte Gelehrte und Naturforscher Plinius der Ältere. Als dieser beim Vesuvausbruch im Jahr 79 ums Leben kommt, erbt der Neffe Namen, Vermögen und Beziehungen des Onkels zu wichtigen Persönlichkeiten im Römischen Reich. Plinius, der von dem berühmten Rhetoriker Quintilian unterrichtet wird, feiert bereits als 18-Jähriger erste Erfolge als Gerichtsredner. Von nun an geht es mit seiner Karriere stetig bergauf: Um 82 wird er unter Kaiser Domitian Militärtribun in Syrien und beginnt 88 mit dem Amt des Quästors den „Cursus honorum“, die senatorische Beamtenlaufbahn. Während der Terrorherrschaft Domitians werden viele seiner Freunde, die der stoischen Opposition im Senat angehören, verbannt und hingerichtet. Plinius wird sich später als stillen Widerständler darstellen – eine Version, deren Wahrheitsgehalt bis heute umstritten ist. Unter Kaiser Nerva kann er als Verwalter der Staatskasse sein Geschick in der Finanzverwaltung beweisen. Damit überzeugt er ab 98 auch den neuen Kaiser Trajan, der ihn im Jahr 100 zum Konsul ernennt. Plinius hat den Gipfel seiner politischen Karriere erreicht. In den Jahren danach arbeitet er aktiv an seinem Nachruhm: Er veröffentlicht Gerichtsreden, Gedichte, den Panegyrikus (eine Lobrede auf Trajan) sowie die ersten neun Bücher seiner Epistulae. Noch zu Lebzeiten wird er zum berühmten Autor, der außerdem wichtige Ämter wie das des Augurs und Wasserbauinspektors übernimmt. Mit über 40 heiratet er die 14-jährige Calpurnia. Es ist seine dritte Ehe, und sie bleibt wie die vorherigen kinderlos. 111 ernennt Trajan ihn zum außerordentlichen Statthalter der griechischen Krisenprovinz Bithynien und Pontus (heutige Türkei). Plinius soll dort die desolaten öffentlichen Finanzen in Ordnung bringen. Während dieser Zeit pflegt er eine intensive Korrespondenz mit dem Kaiser, die nach zwei Jahren abbricht. Es ist anzunehmen, dass er gegen Ende seiner Amtszeit in Bithynien stirbt.


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