Zusammenfassung von Frühlings Erwachen

Eine Kindertragödie

Zürich 1891
Diese Ausgabe: Insel, Mehr

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Frühlings Erwachen Buchzusammenfassung
Ein Skandalstück des frühen 20. Jahrhunderts: Frank Wedekinds leidenschaftliche Anklage gegen die Zerstörung der Jugend durch sinnlosen Leistungsdruck und lebensfeindliche Sexualmoral.

Rezension

Eine Kindertragödie

In dem berühmten Stück von Frank Wedekind geht es vordergründig um die Notlage pubertierender Jugendlicher im ausgehenden 19. Jahrhundert, die sich wehrlos der Dressur der Schule ausgesetzt fühlen, während ihre dringendsten Lebensfragen, ausgelöst von ihrer aufkeimenden Sexualität, unbeantwortet bleiben. Da auch im Elternhaus keine Aufklärung stattfindet, weil im wilhelminischen Obrigkeitsstaat das Thema Sexualität ein Tabu ist, sehen sich die Kinder beim schwierigen Übergang zum Erwachsenenalter alleingelassen. Ihre hilflosen Versuche, sich gegenseitig bei ihren Problemen zu helfen und ihre Sexualität in vernünftige Bahnen zu lenken, führen zu tragischen Entwicklungen. Wedekinds Stück prangert die Tendenz von Gesellschaft und Elternhaus an, die Kinder, statt ihnen wirklich auf ihrem Lebensweg zu helfen, lediglich zu instrumentalisieren, sie zum „Funktionieren“ zu bringen. Ihr eigenes Wohl bleibt dabei Nebensache, ihre Probleme, Wünsche und Nöte zählen nicht, und der Lernstoff der Schule bietet ihnen keine Hilfe. Natürlich hat sich die Gesellschaft seit Wedekinds Zeit stark verändert, ist aufgeklärter, liberaler und toleranter geworden. Trotzdem erfreut sich das Stück nach wie vor großer Beliebtheit, da es in vielen Aspekten immer noch erstaunlich aktuell ist.

Zusammenfassung

Das Kleid der Unschuld
Wendla Bergmann will ein Kleid, das ihre Mutter, Frau Bergmann, für ihren 14. Geburtstag genäht hat, nicht anziehen. Es ist ihr zu lang und erinnert sie an ein Bußgewand. Stattdessen möchte sie noch ein Jahr lang das kürzere Kleidchen ihrer Kindheit...
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Über den Autor

Frank Wedekind wird am 24. Juli 1864 in Hannover geboren. Aus Gegnerschaft zum Wilhelminischen Kaiserreich verlässt die Familie 1871 Deutschland und zieht nach Lenzburg in die Schweiz. Wegen Schwierigkeiten in der Schule erhält Frank Wedekind Privatunterricht. Nach dem Abitur 1884 studiert er ein Semester deutsche und französische Literatur in Lausanne, dann auf Wunsch seines Vaters Jura in München. 1886 kommt es zum Bruch mit dem Vater, der ihm wegen schlechter Studienleistungen jegliche finanzielle Unterstützung entzieht. Kurze Zeit arbeitet Wedekind u. a. als Reklame- und Pressechef der Suppenwürfelfirma Maggi. 1888 stirbt sein Vater. 1891 vollendet er das Stück Frühlings Erwachen. Sein Drama Der Erdgeist erscheint 1895. Ein Jahr später wird Wedekind zum Mitbegründer der Zeitschrift Simplicissimus und veröffentlicht dort pseudonym Beiträge. Er beginnt eine Beziehung mit Frida Strindberg-Uhl, die vorher mit August Strindberg verheiratet war. 1897 wird ihr gemeinsamer Sohn Friedrich geboren. 1898 erfolgt in Leipzig die Uraufführung von Der Erdgeist. Im selben Jahr flieht Frank Wedekind in die Schweiz, weil er nach einer im Simplicissimus erschienenen Satire auf Wilhelm II. in Deutschland wegen Majestätsbeleidigung gesucht wird. 1899 kehrt er nach Deutschland zurück und wird zu einer mehrmonatigen Haftstrafe auf der Festung Königstein verurteilt. 1901 geht aus einer Affäre mit seinem Hausmädchen Hildegard Zellner ein Sohn namens Frank hervor. Von 1902 bis 1908 wirkt Wedekind vor allem als Kabarettist und Schauspieler in seinen eigenen Stücken. 1904 wird Die Büchse der Pandora uraufgeführt. 1906 heiratet Wedekind die Schauspielerin Tilly Newes, mit der er zwei Töchter hat. Im gleichen Jahr findet die Uraufführung von Frühlings Erwachen in Berlin statt. Danach wird Wedekind zu einem der meistgespielten Dramatiker seiner Zeit. Er stirbt am 9. März 1918 in München.


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