Zusammenfassung von Gegen den Strich

Paris 1884
Diese Ausgabe: Insel, Mehr

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Gegen den Strich Buchzusammenfassung
Die selbstbezogenen ästhetischen Ausschweifungen eines Dandys – dieses Buch ist die „Bibel der Dekadenz“.

Rezension

Die Grenzen der Dekadenz

Kann ein Mensch sich, von seiner Zeit enttäuscht, völlig in eine eigene Welt zurückziehen, sofern er die nötigen finanziellen Mittel dazu hat? Am Ende des 19. Jahrhunderts war das eine Frage, die viele Intellektuelle ansprach. Während das neue Jahrhundert nahte, machte sich eine Art Endzeitstimmung breit. Es gab zahlreiche Anlässe und Gründe, moralische Zerfallserscheinungen zu diagnostizieren. Joris-Karl Huysmans gelang es mit diesem Roman, der Frage der ästhetisch verbrämten Isolation in überzeugender Weise nachzugehen. Angewidert von den eigenen Ausschweifungen und von seinen Zeitgenossen, die sich weiterhin unbekümmert belanglosen Zerstreuungen und Lastern hingeben, versucht der Protagonist Jean des Esseintes - am Ende vergeblich -, seiner Zeit durch die Schaffung einer künstlichen Umgebung fernab des gesellschaftlichen Trubels zu entfliehen. Huysmans liefert mit Gegen den Strich eine glaubwürdige Analyse der psychischen Gefahren eines solchen Unterfangens. Er zeigt auf, dass selbst höchste ästhetische Ansprüche keinen Ersatz für die notwendige Auseinandersetzung mit der eigenen Zeit darstellen. Das Fazit: Man kann die Begrenzungen der eigenen Epoche zu ignorieren versuchen, einfach und bequem entfliehen kann man ihnen auf jeden Fall nicht.

Zusammenfassung

Der Werdegang eines Dandys
Der Herzog Jean des Esseintes wächst als letzter Spross einer einst mächtigen Adelsfamilie in weitgehender Vernachlässigung auf. An seine Mutter bleibt ihm nur die Erinnerung, dass sie in den verdunkelten Räumen des Familienschlosses lebte und ihn größtenteils...
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Über den Autor

Joris-Karl Huysmans (mit eigentlichem Namen Georges Marie Charles Huysmans) wird am 5. Februar 1848 in Paris als Sohn einer französischen Buchhefterin und eines niederländischen Zeichners und Lithographen geboren. Der Vater stirbt, als Huysmans acht Jahre alt ist. Nach seinem Schulabschluss beginnt er 1866 ein Jura- und Literaturstudium, nimmt aber gleichzeitig eine Stelle als Angestellter im französischen Innenministerium an. Diesen Posten hat er, wenn auch von häufigen Beurlaubungen unterbrochen, insgesamt 32 Jahre lang inne. Die nicht sehr anspruchsvolle Position ermöglicht es ihm, auch während der Arbeitszeit seiner schriftstellerischen Arbeit nachzugehen; viele seiner Romane entstehen sogar auf offiziellem Papier des Ministeriums. 1874 veröffentlicht Huysmans das Prosagedichtbändchen Le Drageoir aux épices (Die Gewürzschachtel). Zwei Jahre später lernt er Émile Zola kennen und schließt sich dessen Gruppe von Naturalisten an. Im gleichen Jahr veröffentlicht er Marthe, eine Geschichte über ein leichtes Mädchen, ein Werk, das alsbald für mehrere Jahre als sittenwidrig verboten wird. Auch seine weiteren Romane spielen zunächst vor allem in der Pariser Unterschicht und enthalten realistische Lebensschilderungen. 1884 veröffentlicht er dann A rebours (Gegen den Strich), das Werk, das als "Bibel der Dekadenz" in die Literaturgeschichte eingehen soll. Ab 1890 wendet sich Huysmans verstärkt religiösen Fragen zu, es folgen einige Klosteraufenthalte und sogar eine Einkleidung als Laienbruder. In dieser neuen Lebensphase entstehen mehrere Romane, die einen Schriftsteller namens Durtal zur Hauptperson haben. Là-bas (Tief unten, 1891) dreht sich um Okkultismus und Satanismus, in En route (Unterwegs, 1895) wird die Einfachheit des mönchischen Lebens behandelt. 1898 erscheint La Cathédrale (Die Kathedrale) mit dem Gotteshaus von Chartres als Hauptschauplatz. Am 12. Mai 1907 stirbt Joris-Karl Huysmans in seiner Geburtsstadt Paris.


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