Zusammenfassung von Grammatologie

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Grammatologie Buchzusammenfassung
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Rezension

Klassiker des Poststrukturalismus

Grammatologie ist das bekannteste von gleich drei Werken, mit denen Derrida 1967 die Bühne der Philosophie betrat, und dasjenige, das ihn über Nacht zu einem der wichtigsten Denker des 20. Jahrhunderts machte. Er entwirft darin ein Projekt von beachtlichem Umfang: die tief greifende Analyse und radikale Kritik des gesamten abendländisch-metaphysischen Denkens von Platon bis Hegel und seiner Fortsetzung in den intellektuellen Strömungen der 1960er-Jahre wie Strukturalismus und Poststrukturalismus. Nebenher begründete das Buch ein neues geisteswissenschaftliches Forschungsinstrument: die Dekonstruktion. Dieses Konzept wurde seither von zahlreichen akademischen Disziplinen aufgegriffen und – teils zum Missfallen Derridas – zum sogenannten Dekonstruktivismus ausgebaut. Außerdem hat die Grammatologie wesentlich zur Etablierung des Poststrukturalismus, einer der intellektuellen Hauptströmungen der Nachkriegszeit, beigetragen. Ein Werk, das bis heute nichts an Radikalität und Brisanz verloren hat.

Über den Autor

Jacques Derrida wird am 15. Juli 1930 in El Biar, Algerien, als Sohn einer sephardisch-jüdischen Familie geboren. Als Zwölfjährigem wird ihm vom französischen Vichy-Regime der Schulbesuch untersagt. Ab 1949 lebt er in Paris, wo er zwischen 1952 und 1954 an der École normale supérieure, einer der intellektuellen Kaderschmieden Frankreichs, studiert. 1956 erhält er ein Stipendium für die Harvard-Universität. Von 1960 bis 1964 arbeitet er an der Sorbonne als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Von 1965 bis 1983 ist er Dozent für Philosophiegeschichte an der École normale supérieure. Den Durchbruch als Philosoph schafft er 1967 mit gleich drei Publikationen: Die Schrift und die Differenz (Lʼécriture et la différence), Die Stimme und das Phänomen (La Voix et le phénomène) sowie Grammatologie (De la Grammatologie). Derrida ist zeit seines Lebens in die akademische Institutspolitik involviert. Auf dem Gipfel dieses Engagements wird er 1983 Mitgründer des Collège international de philosophie in Paris. Diese offene Universität verschreibt sich der Aufgabe, einerseits die an den Universitäten unterrepräsentierten Zweige der philosophischen Forschung zu fördern und sie andererseits auch für Interessierte außerhalb der Universität zugänglich zu machen. Ab 1983 wirkt Derrida auch als Forschungsleiter an der École des Hautes Études en Sciences Sociales. Er bekleidet eine Reihe von Gastprofessuren an amerikanischen Universitäten wie Irvine, Johns Hopkins oder Yale. Diese Präsenz in der englischsprachigen Welt fördert seine internationale Bekanntheit weiter. 1985 nimmt ihn die American Academy of Arts and Sciences als Mitglied auf. 1988 wird er von der italienischen Nietzsche-Gesellschaft ausgezeichnet, 2001 erhält er den Theodor-W.-Adorno-Preis. Derrida stirbt am 8. Oktober 2004 in Paris. 

 

Zusammenfassung

Die Epoche des Logozentrismus

In den zeitgenössischen Wissenschaften rückt das Problem der Sprache immer stärker ins Zentrum. Gleichzeitig beginnt die Schrift ihren sekundären Charakter gegenüber der Sprache abzulegen. Sie hört auf, bloßes Hilfsmittel zu sein, und beginnt, die Definitionshoheit über die Sprache selbst zu gewinnen. Damit geht eine einflussreiche historische Epoche des Abendlands zu Ende, nämlich die Herrschaft des Logozentrismus. Der Logozentrismus ist ein metaphysisches System, das sich um den griechischen Begriff „lógos“ (Vernunft) dreht, der als Garant für Wahrheit einsteht. Durch den Logos wird die unhinterfragbare, absolut gesicherte Realität der Welt erkannt. Die im Logozentrismus privilegierte Ausdrucksart dieser Erkenntnis ist das gesprochene Wort. Schrift hingegen gilt als rein äußerliches, sekundäres Medium, das die Wahrheit des spontan gesprochenen Wortes lediglich aufbewahrt – und im schlimmsten Fall verzerrt und manipuliert.

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