Zusammenfassung von Ignaz oder Die Verschwörung der Idioten

Baton Rouge 1980
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Ignaz oder Die Verschwörung der Idioten Buchzusammenfassung
Mit Piratensäbel und Jagdmütze, dick, dreist und genial – Ignaz J. Reilly ist die skurrilste Figur der amerikanischen Literaturgeschichte.

Rezension

Ein Wirrkopf mit beachtlichem Gefolge

Im Alter von 26 Jahren vollendete John Kennedy Toole seinen Romanerstling Ignaz oder Die Verschwörung der Idioten. Er fand keinen Verleger und nahm sich schließlich das Leben. Seine Mutter mühte sich zehn Jahre um eine Veröffentlichung, gewann schließlich den Schriftsteller Walker Percy für die Sache, der stellte die nötigen Kontakte her - und das Buch wurde über Nacht ein Welterfolg! Der unglückliche Verfasser gewann sogar 1981 posthum den renommierten Pulitzerpreis. Die Hauptfigur jedes anderen Romans würde sich von einem derart spektakulären Entstehungsmythos wohl die Show stehlen lassen. Nicht so Ignaz J. Reilly: Dieser größte Wirrkopf der amerikanischen Literaturgeschichte wird im Alter von 30 Jahren erstmals von seiner Mutter zum Broterwerb aus dem Haus getrieben und bricht in wallenden Flanellhosen und mit einer grünen Jagdmütze auf dem Kopf über das New Orleans der Swinging Sixties herein. Er verdingt sich in einer Hosenfabrik, zettelt dort einen Arbeiteraufstand an, gründet als Würstchenverkäufer die "Partei der Sodomiten" und eilt als Pirat verkleidet zur Errettung einer gestrauchelten Philosophin ins Rotlichtmilieu. Zum Brüllen komisch und herzzerreißend traurig - für Millionen Leser ist Ignaz J. Reilly zur Kultfigur geworden.

Zusammenfassung

Eine Einkaufstour mit Folgen
Ignaz J. Reilly steht vor dem Warenhaus D. H. Homes in New Orleans und wartet auf seine Mutter. Er ist groß und dick wie ein Elefant, trägt einen buschigen Schnurrbart im Gesicht und eine grüne Jagdmütze auf dem Kopf. In seinem eigentümlichen Aufzug weckt Ignaz...
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Über den Autor

John Kennedy Toole wird am 17. Dezember 1937 in New Orleans geboren. Sein Vater ist ein einfacher Autohändler, seine Mutter eine Musiklehrerin mit Neigung zum Divenhaften: Auf Gesellschaften tritt sie als Sängerin und Pianistin auf. Überzeugt, dass ihr Sohn ein Genie ist, lässt Thelma Toole ihn kaum zum Spielen mit anderen Kindern aus dem Haus. Im Alter von 16 Jahren schreibt John seinen ersten Roman Die Neonbibel, den er nie zur Veröffentlichung vorsieht (1989 posthum veröffentlicht). Bis 1958 studiert er Anglistik an der Tulane Universität in New Orleans, macht dann seinen Abschluss an der Columbia University in New York und beginnt am Hunter College zu unterrichten. Sein Promotionsvorhaben muss er unterbrechen, als er 1961 eingezogen wird, um an der Armeeschule in Puerto Rico zu unterrichten. Dort findet er nebenher die Zeit für die Arbeit an Ignaz oder Die Verschwörung der Idioten. Er ist überzeugt, dass ihm ein Meisterwerk gelungen ist, findet letztendlich aber keinen Verleger und zieht zurück ins Haus seiner Eltern nach New Orleans. Die Situation dort ist niederdrückend. Toole kommt als Dozent an einer katholischen Frauenschule für den Unterhalt der Familie auf, während sein Vater zunehmend an Demenz leidet und seine Mutter sich in die Arbeit an seinem neuen Romanprojekt einzumischen versucht. Toole wird schwer depressiv und leidet unter Verfolgungswahn, er beginnt zu trinken und benimmt sich zunehmend exzentrisch: An der Frauenschule unterrichtet er in wechselnden Kostümen. Nach einem erbitterten Streit mit seiner Mutter verschwindet Toole aus New Orleans und wird erst zwei Monate später, am 26. März 1969, in Biloxi, Mississippi, tot in seinem Wagen aufgefunden. Er hat die Abgase ins Fahrzeuginnere geleitet. Sein Abschiedsbrief wird von Thelma Toole vernichtet, anders als sein Roman Ignaz oder Die Verschwörung der Idioten, für den sie nach hartem Ringen einen Verleger findet und ihrem Sohn damit zehn Jahre nach seinem Freitod zu Weltruhm verhilft.


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