Zusammenfassung von Jedermann

Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes

Berlin 1911
Diese Ausgabe: Insel, Mehr

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Jedermann Buchzusammenfassung
moralisches Stück mit stets aktuellem Anspruch: Hofmannsthals Spiel vom Sterben des reichen Mannes hält jedem Mann und jeder Frau den Spiegel vor.

Rezension

Ein Volksstück mit Moral

Der Jedermann ist bei den Salzburger Festspielen eine echte Institution: Alle Jahre wieder eröffnet das „Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ vor der barocken Kulisse des Salzburger Doms das Theater- und Musikfestival. Besucher reißen sich um die Karten und die berühmtesten deutschsprachigen Schauspieler um die Rollen – und das, obwohl das Stück von der Kritik immer wieder als volkstümlich und rührselig, verlogen und naiv verspottet wurde. In der Tat, subtile Aussagen sucht man darin vergeblich, dafür hat es pfundweise Moral: Der reiche Jedermann führt ein frevelhaftes Leben und soll vor Gottes Gericht geführt werden. In seiner Todesstunde verlassen ihn Geliebte, Freunde und Verwandte und er erkennt, dass alle materiellen Güter vergänglich sind. In letzter Minute findet er zum Glauben, bereut seine Sünden und wird durch die Gnade Gottes gerettet. Man sieht der Handlung an, dass aus dem Mittelalter überlieferte Formen des religiösen Mysterienspiels als Vorlage dienten. Hofmannsthal wollte diese wieder zum Leben erwecken, weil er in der Geschichte von Jedermann eine allgemeingültige, zeitlose Wahrheit vermutete. Tatsächlich ist es den Theaterregisseuren in den vergangenen Jahren immer wieder gelungen, das Stück zu entstauben und seine Botschaft einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Zusammenfassung

Im Himmel und auf Erden
Der Spielansager tritt vor das Publikum und kündigt ein Stück an, das den Menschen eine Lehre sein soll. Kurz darauf erscheint Gott auf seinem Thron im Himmel und beklagt die Verdorbenheit der Menschen: Wie die Tiere lebten sie einzig für irdische ...
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Über den Autor

Hugo von Hofmannsthal wird am 1. Februar 1874 als einziges Kind einer Wiener Bankiersfamilie geboren. Der hochbegabte Gymnasiast veröffentlicht mit 16 Jahren seine ersten Gedichte, die wegen seines Alters unter dem Pseudonym Loris erscheinen. Er lernt die großen Namen des literarischen Wien kennen und macht sich in diesen Kreisen als Wunderkind einen Namen. Auf Druck seines Vaters studiert er zunächst Jura, unterbricht sein Studium aber nach zwei Jahren, um freiwillig seinen einjährigen Militärdienst zu leisten. Nach seiner Rückkehr an die Universität wechselt er zum Romanistikstudium, das er 1898 mit einer Dissertation abschließt. Sein Zweifel am Ausdrucksvermögen der Sprache stürzt den Dichter in eine tiefe innere Krise. Die Freundschaft zu dem damals berühmten Lyriker Stefan George zerbricht an unterschiedlichen Auffassungen über den Sinn und Zweck der Kunst, vielleicht auch an Avancen, die George Hofmannsthal macht. Nach zahlreichen Reisen entscheidet er sich gegen die bürgerliche Laufbahn als Professor der Philologie und beschließt, freier Schriftsteller zu werden. 1901 heiratet er die Bankierstochter Gertrud Schlesinger und zieht sich in ein Barockschlösschen in Rodaun bei Wien zurück. In den folgenden fünf Jahren werden seine drei Kinder geboren. Inspiriert von den Freundschaften mit dem Komponisten Richard Strauss und dem Regisseur Max Reinhardt wendet sich Hofmannsthal verstärkt der Oper und dem Theater zu. Er schreibt unter anderem die Libretti für die Strauss-Opern Elektra (1908) und Der Rosenkavalier (1911) und beteiligt sich ab 1917 an der Gründung der Salzburger Festspiele. Während des Ersten Weltkriegs arbeitet er für das Kriegsfürsorgeamt, verfasst patriotische Propaganda und reist als Kulturbotschafter der Donaumonarchie ins Ausland. Die Niederlage Österreich-Ungarns ist für den konservativen Monarchisten ein schwerer Schlag. Er schreibt weitere Dramen, darunter sein Spätwerk Der Turm (1928). Am 13. Juli 1929 nimmt sich sein Sohn Franz das Leben. Zwei Tage später stirbt Hugo von Hofmannsthal 55-jährig auf dem Weg zu dessen Beerdigung an einem Schlaganfall.


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