Zusammenfassung von Kratylos

Athen viertes Jahrhundert v. Chr.
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Kratylos Buchzusammenfassung
Warum heißen Dinge, wie sie heißen? Die Urfrage der Linguistik.

Rezension

Wörter auf der Goldwaage

„Treffen sich drei Schlaumeier in Athen“ – so könnte Platons Kratylos im Untertitel heißen, womit die Rahmenhandlung des Dialogs bereits vollständig erfasst wäre. Das gesprächige Trio besteht aus Hermogenes, Kratylos und Sokrates. Wie immer bei Platon widmet man sich voller Eifer einem Thema, von dem eigentlich niemand der Anwesenden so recht eine Ahnung hat. Und wie immer ist es der durchtriebene Sokrates, der als Einziger um sein Nichtwissen weiß. Im Kratylos geht es allgemein um Wörter und speziell um die Frage: Wann ist ein Wort „richtig“? Hermogenes meint: Wann immer man sich darauf einigt, dass etwas so oder so heißen soll. Kratylos widerspricht: Die Dinge haben ihre Namen quasi von Natur aus. Die beiden bitten Sokrates, die Frage zu klären. Der demontiert erst die eine, dann die andere Theorie und ergeht sich zwischendurch in etymologischen Belustigungen. Am Ende stellt sich heraus, dass das alles viel zu kompliziert ist, um mal eben bei Ouzo und Oliven ausdiskutiert zu werden. Die Nachwelt hat Platons Herausforderung angenommen: Kratylos markiert den Beginn jenes systematischen Nachdenkens über Sprache, das wir heute Linguistik bzw. Semiotik nennen.

Zusammenfassung

Sokrates als Streitschlichter
Hermogenes und Kratylos unterhalten sich, als Sokrates hinzukommt. Hermogenes bittet ihn, dabei zu helfen, einen strittigen Punkt zu klären: Hermogenes meint, die Benennung eines Dings unterliege der Willkür derjenigen, die sich auf diesen...
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Über den Autor

Platon gilt als einer der größten philosophischen Denker aller Zeiten. Zusammen mit seinem Lehrer Sokrates und seinem Schüler Aristoteles bildet er das Dreigestirn am Morgenhimmel der westlichen Philosophie. Platon wird 427 v. Chr. in Athen geboren, als Sohn des Ariston, der ein Nachfahre des letzten Königs von Athen, Kodros, ist. Aus diesen aristokratischen Kreisen stammend, scheint Platons Lebensweg vorgezeichnet. Doch die Politik verliert schnell an Reiz für ihn, als er sieht, wie seine beiden Onkel Charmides und Kritias als zwei der 30 Tyrannen in Athen herrschen. Diese Oligarchie wird den Athenern im Jahr 404 v. Chr. von den im Peloponnesischen Krieg siegreichen Spartanern aufgezwungen. Platon betrachtet die Politik von nun an mit einem gewissen Abscheu – ganz los lässt sie ihn aber nicht. Er wird ein Schüler des Sokrates, dessen ungerechte Hinrichtung im Jahr 399 v. Chr. ihn stark prägt. Fortan tritt Sokrates als Hauptdarsteller seiner philosophischen Schriften auf: 13 Briefe und 41 philosophische Dialoge sind überliefert. Nach der Verurteilung des Sokrates flüchtet Platon zu Euklid nach Megara (30 Kilometer westlich von Athen). Er reist weiter in die griechischen Kolonien von Kyrene (im heutigen Libyen), nach Ägypten und Italien. 387 v. Chr. kehrt er nach Athen zurück und gründet hier eine Schule: die Akademie. Ihr Studienplan umfasst die Gebiete Astronomie, Biologie, Mathematik, politische Theorie und Philosophie. Ihr berühmtester Schüler wird Aristoteles. 367 v. Chr. ergibt sich für Platon die einmalige Möglichkeit, sein in seinem Hauptwerk Der Staat entworfenes Politikideal in die Praxis umzusetzen: Als politischer Berater wird er an den Hof von Dionysios II., dem Herrscher von Syrakus, gerufen. Seine Hoffnungen, ihn in der Kunst des Regierens zu unterweisen, zerschlagen sich jedoch. Platon stirbt um 347 v. Chr. in Athen.


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