Zusammenfassung von Maria Magdalene

Ein bürgerliches Trauerspiel in drei Akten

Hamburg 1844
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Maria Magdalene Buchzusammenfassung
Die junge Klara hat’s nicht leicht: Die Mutter ist soeben gestorben, der Bruder ein vermeintlicher Dieb, und sie selbst schwanger von einem feigen Taugenichts ... ein bürgerliches Trauerspiel, das wahrlich traurig ist.

Rezension

Selbstmord als einziger Ausweg

Obwohl anfänglich viele Theaterregisseure Hebbels Stück Maria Magdalene ablehnten, wurde es ein wichtiger Bestandteil des deutschen Literaturgutes und eines der bekanntesten Dramen des 19. Jahrhunderts. Die Geschichte dreht sich um die junge Klara, die schwanger wird, weil sie sich ihrem Verehrer aus Verzweiflung vor der Heirat hingegeben hat. Gefangen in der Enge intoleranter bürgerlicher Moralvorstellungen bleibt ihr am Ende nichts anderes übrig, als sich umzubringen. Das Stück ist in seiner trostlosen Ausweglosigkeit ungeheuer traurig, auch wenn sich die ganze Dramatik für heutige Leser vielleicht etwas zu tief unter einem Berg von Monologen versteckt. Obwohl Hebbel selbst Maria Magdalene noch als bürgerliches Trauerspiel bezeichnete, bricht es schon mit dessen eigentlicher Tradition: Der zentrale Konflikt liegt hier nicht mehr in der unüberwindbaren Schranke zwischen Bürgertum und Adel. Es sind vielmehr die standeseigenen Moral- und Wertvorstellungen des Bürgertums, die letztlich zur Tragödie führen, weil starr und unmenschlich an ihnen festgehalten wird. Deshalb markiert Maria Magdalene einen der Übergänge zur modernen Literatur: Nach Hebbel wurden die deutschsprachigen Bühnen von offen sozialkritischen Dramen erobert, in denen das Leid der einfachen Menschen angeprangert wird.

Zusammenfassung

Dem Tod von der Schippe gesprungen
Die junge Klara kann sich endlich wieder des Lebens freuen: Soeben hat sich ihre Mutter von einer schweren Krankheit erholt. Sie feiert ihre Genesung, indem sie ihr Hochzeitskleid anzieht. Eine Novität, schließlich hat die Mutter bisher ...
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Über den Autor

Friedrich Hebbel wird am 18. März 1813 als erstes Kind eines Maurers und einer Schustertochter in Wesselburen im damals unter dänischer Herrschaft stehenden Norderdithmarschen geboren. Friedrich wächst in sehr ärmlichen Verhältnissen auf. Er ist 14 Jahre alt, als der Vater stirbt, fortan betätigt er sich als Schreiber und Laufbursche. Schon im Alter von 15 Jahren veröffentlicht er im Lokalblatt seines Städtchens sein erstes Gedicht. Acht Jahre später beginnt er mit dem Schreiben eines Tagebuches. Dieses gibt er bis zu seinem Tod nicht auf; so bleiben der Nachwelt tiefe Einblicke in das Wesen des Autors. Die Schriftstellerin Amalia Schoppe holt den 22-Jährigen nach Hamburg – für Hebbel das Tor zur weiten Welt. 1840 ist ein wichtiges Jahr für ihn: Sein Erstlingsdrama Judith wird aufgeführt, er schreibt die Tragödie Genoveva, und seine neun Jahre ältere Geliebte, die Näherin Elise Lensing, die ihn lange als Einzige finanziell unterstützt, gebiert ihm das erste von zwei unehelichen Kindern: den gemeinsamen Sohn Max. Im Oktober des Jahres 1843 stirbt dieser, und im Dezember des gleichen Jahres beendet Hebbel die Arbeit an der Tragödie Maria Magdalene. Er erkrankt an Rheumatismus. Glücklicherweise wird ihm vom dänischen König ein Reisestipendium gewährt, das ihn schließlich nach Wien führt, wo er von vermögenden Gönnern wohlwollend aufgenommen und unterstützt wird. Maria Magdalene schafft es nach einigen Anfangsschwierigkeiten bis auf die Bühne des Burgtheaters Wien. Hebbel führt ein aktives Leben, das ihm sowohl viele Höhen als auch einige Tiefen beschert. Nach einem schroffen Bruch mit Elise Lensing heiratet er 1846 die Burgschauspielerin Christine Enghaus, die die Hauptrolle bei der Premiere seines Stücks Herodes und Mariamne in Wien übernimmt. Seine Reisen führen Friedrich Hebbel u. a. nach Wien, Rom, Paris, München und London, wo er an seinen Dramen, etwa einer Fassung der Nibelungen, an seinen Gedichten und seinen Novellen arbeitet. Er lernt bedeutende Zeitgenossen wie Arthur Schopenhauer oder Eduard Mörike kennen. Nach langer Krankheit stirbt Friedrich Hebbel am 13. Dezember 1863 in Wien.


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