Zusammenfassung von Middlemarch

Eine Studie des Provinzlebens

Edinburgh 1871/72
Diese Ausgabe: Manesse, Mehr

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Middlemarch Buchzusammenfassung
Ein Mammutroman und Meisterwerk des Realismus von George Eliot.

Rezension

Schicksale in einer Provinzstadt

George Eliots längster und bedeutendster Roman Middlemarch ist gemäß Untertitel eine „Studie des Provinzlebens“ und als solche die erste ihrer Art in der englischen Literatur. In einem weit gespannten und doch hoch konzentrierten Panorama wird eine kleinstädtische Gesellschaft um 1830 gezeigt, in der mehrere Schicksale einander wechselseitig bedingen. Intelligente Porträts, bis in die zahlreichen Nebenfiguren hinein sorgfältig gezeichnet, lassen auch heutige Leser gespannt Anteil nehmen an den Gewissensnöten der Figuren, die vor dem gesellschaftlichen Hintergrund des mittleren 19. Jahrhunderts agieren – und also weitgehend nach Klassen getrennt sind. Allmählich verbinden sich die Einzelperspektiven zu einem Gesamtbild, das die vielschichtige Wirklichkeit einiges besser einfängt als die damals übliche Erzählweise mit nur einem Handlungsstrang. Middlemarch ist ein Höhepunkt nicht nur im Schaffen der Autorin, sondern in der Kunst des literarischen Realismus überhaupt.

Zusammenfassung

Überstürzte Heirat
Die fast 20-jährige Dorothea Brooke, die dem Landadel angehört und mit ihrer Schwester Celia bei ihrem Onkel Mr. Brooke in der Nähe von Middlemarch lebt, ist eine wissensdurstige, eigenständig denkende und dabei puritanisch-fromme Person – zu fromm...
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Über die Autorin

George Eliot wird am 22. November 1819 als Mary Ann Evans im ländlichen Nuneaton in der Nähe von Coventry geboren. Ihre Erziehung zu Hause und in Mädcheninternaten ist stark religiös geprägt. Nach dem Tod der Mutter zieht Mary mit ihrem Vater nach Coventry. Unter dem Einfluss freidenkerischer Nachbarn sagt sie sich von der Kirche los und bezeichnet sich von nun an als Agnostikerin. Die puritanische Erziehung prägt sie aber ihr ganzes Leben lang, oft in Gestalt von Selbstzweifeln und -anklagen. Nach dem Tod ihres Vaters 1849 geht Mary nach London. Sie übersetzt Bücher der Religionskritiker Ludwig Feuerbach und David Friedrich Strauß, schreibt für die liberale Westminster Review und lernt den Schriftsteller und Kritiker George Henry Lewes kennen. Der ist zwar verheiratet, aber sie lebt bis zu seinem Tod in glücklicher wilder Ehe mit ihm – ein Skandal für die damalige Gesellschaft, der sie auch mit ihrer Familie entzweit. Ihr erster Roman Adam Bede (1859) begründet ihren Ruhm unter dem Pseudonym George Eliot. Sie wählt diesen männlichen Namen, weil die damalige Stellung der Frau öffentlichen Erfolg nicht eben fördert und weil die Gefahr besteht, dass ihre Bücher aufgrund ihres Privatlebens verurteilt werden könnten. Es gelingt ihr, die moralische Ablehnung durch ihre schriftstellerische Leistung zu überwinden: George Eliot wird von den großen Geistern ihrer Zeit regelrecht verehrt. Sie schreibt u. a. die Romane Die Mühle am Floss (1860) und Silas Marner (1861). Höhepunkt ihres Werks ist Middlemarch (1871/72). Als ihr Lebensgefährte 1878 stirbt, versinkt sie monatelang in tiefe Trauer. Zwei Jahre später heiratet sie jedoch den 20 Jahre jüngeren Bankier John W. Cross. Noch im selben Jahr stirbt sie in London, am 22. Dezember 1880.


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