Zusammenfassung von Mozart auf der Reise nach Prag

Eine Novelle

Stuttgart 1855
Diese Ausgabe: Insel, Mehr

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Mozart auf der Reise nach Prag Buchzusammenfassung
Wer war Wolfgang Amadeus Mozart? Mörike zeigt in seiner Novelle einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben des Komponisten – ein heiter-harmloses Textlein, eine „kleine Nachtmusik“ für Leser.

Rezension

Dichtung und Wahrheit über Mozart

  1. September 1787, elf Uhr morgens: Wolfgang Amadeus Mozart ist zusammen mit seiner Frau Konstanze von Wien nach Prag unterwegs, wo die Uraufführung seiner neuen Oper Don Giovanni stattfinden soll. Bei einer Rast in einem kleinen Dorf machen die beiden zufällig die Bekanntschaft eines Grafen und feiern mit dessen Familie die Verlobung seiner Nichte Eugenie, ehe sie am nächsten Tag wieder aufbrechen. Was ist hier historische Wahrheit, was Fiktion? Mozart und seine Frau reisten 1787 tatsächlich nach Prag, allerdings erst im Oktober. Allein dieses Detail zeigt, wie Eduard Mörike – der zeitlebens mit der Wahrheit spielte, der eigene Gedichte als fremde ausgab und der selbst im Nachahmen von Handschriften so geübt war, dass er irgendwann als Schriftexperte galt – bewusst die Grenzen zwischen verbürgter Wahrheit und schriftstellerischer Erfindung verwischt. Er schafft Begebenheiten, die mit den historischen Fakten nichts zu tun haben und doch Wahres über den Menschen Mozart aussagen sollen. Denn darum geht es Mörike in seinem erfolgreichsten Werk vor allem: den Charakter des Komponisten nachzuzeichnen und dessen Persönlichkeit den Lesern näherzubringen. Das Buch liest sich auch heute noch ganz locker und leicht, wenn es auch stellenweise etwas harmlos und fast ein wenig langweilig ist.

Zusammenfassung

Unterwegs nach Prag
Im September 1787 reisen Wolfgang Amadeus Mozart und seine Frau Konstanze zusammen nach Prag, um an der Uraufführung von Don Giovanni teilzunehmen. Als sie durch die böhmischen Wälder fahren, lässt der Komponist die Kutsche anhalten. Das Ehepaar steigt aus, um ein wenig...
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Über den Autor

Eduard Mörike wird am 8. September 1804 in Ludwigsburg geboren. Sein Vater bestimmt Eduard zum Theologen. Besonders begabt dafür ist der Sohn nicht. Schon in seinen jungen Jahren schreibt er viele der Gedichte, die heute zu seinen bekanntesten Werken zählen, darunter Er ist’s (1829), heute eines der meistzitierten deutschen Gedichte ("Frühling lässt sein blaues Band / Wieder flattern durch die Lüfte ..."). Das Theologiestudium schafft Mörike nur mit Mühe. Über sieben Jahre lang ist er als Hilfspfarrer tätig, ehe er 1834 endlich eine eigene Pfarrstelle erhält. Während seiner Zeit als Vikar lässt er sich ein ganzes Jahr wegen Krankheit beurlauben und versucht, als freier Schriftsteller zu leben. Aber er spürt bald, dass er so nicht leben kann. Auch als Pfarrer wird es nicht besser: Die Arbeit macht ihm keine Freude, er bittet sogar Wilhelm Hartlaub, seinen Kollegen und engsten Freund, um Predigten. Vermeintliche oder tatsächliche Krankheiten erschweren ihm den Dienst immer mehr, bis er schließlich Ende 1843, mit 39 Jahren, vorzeitig pensioniert wird. Nun lebt er zusammen mit seiner Schwester Klara, die ihm schon seit Jahren den Haushalt führt, von einer bescheidenen Rente. Er dichtet und übersetzt, aber auch jetzt, wo er sich ganz auf das Schreiben konzentrieren könnte, ist der eher inaktive und antriebslose Mörike nicht besonders produktiv. Er hat schon einige unglückliche Beziehungen hinter sich, als er 1845 Margarethe Speeth kennen lernt. Noch sechs Jahre dauert es, bis die beiden heiraten. Mörike hat inzwischen eine Anstellung als Lehrer für Literatur an einer Privatschule gefunden. Spät kommt nun auch die literarische Anerkennung. Seine ersten Veröffentlichungen - unter ihnen der Roman Maler Nolten (1832) und die Gedichte (1838) - haben sich nur schleppend verkauft. Einen Durchbruch bringt erst die Mozart-Novelle. 1852 verleiht ihm die Universität Tübingen die Ehrendoktorwürde, 1856 erhält er sogar den Titel eines Professors. Die Schwester Klara wohnt weiterhin mit den Eheleuten zusammen. Die Ehe scheitert 1873. Eduard Mörike stirbt am 4. Juni 1875 in Stuttgart, nur wenige Tage nach einer Versöhnung mit seiner Frau.


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