Zusammenfassung von Mutmaßungen über Jakob

Frankfurt am Main 1959
Diese Ausgabe: Suhrkamp, Mehr

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Mutmaßungen über Jakob Buchzusammenfassung
Mit seinem literarischen Debüt schrieb sich Uwe Johnson auf Anhieb an die Spitze der deutschen Nachkriegsliteratur.

Rezension

Grenzgänger zwischen den deutschen Staaten

Wie starb Jakob Abs? Am Morgen des 8. November 1956 wird der erfahrene Eisenbahner von einem Zug der DDR-Reichsbahn überrollt. Das Unglück gibt seinen Freunden und Kollegen Anlass zu vielfältigen Spekulationen: War es ein Unfall? Selbstmord? Oder steckt gar die Stasi dahinter? In kunstvoll miteinander verwobenen Dialogstücken, Monologen und Beschreibungen erzählt Uwe Johnson vom Leben des stillen und pflichtbewussten Jakob Abs. Aufgewachsen in dem fiktiven Ostseedorf Jerichow, wird er seit der Republikflucht seiner Jugendfreundin Gesine Cresspahl von der Staatssicherheit überwacht. Gesine arbeitet inzwischen für die NATO in Frankfurt am Main und soll mit Jakobs Hilfe als Spionin für den Osten angeworben werden. Dafür lassen die DDR-Obrigen ihn sogar in den Westen reisen: Jakob hätte die Möglichkeit, dort zu bleiben, entscheidet sich aber zur Rückkehr – und verunglückt noch am selben Tag. Wegen der puzzleartigen Struktur und der wechselnden Perspektiven gilt der Roman – nicht ganz zu Unrecht – als schwierige Lektüre. Der zweifellos meisterhaften Qualität des Textes und dem Erfolg des Autors tat das jedoch keinen Abbruch.

Zusammenfassung

Rätselhafter Tod auf den Gleisen
Am Morgen des 8. November 1956 gerät der Eisenbahner Jakob Abs auf dem Bahnhof einer ostdeutschen Elbestadt unter einen Zug und stirbt. Trotz der widrigen Umstände, des dichten Frühnebels und der nassen und rutschigen Gleise, kann sich niemand den...
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Über den Autor

Uwe Johnson wird am 20. Juli 1934 im polnischen Kamień Pomorski, dem damaligen Cammin in Vorpommern, als Sohn eines Landwirts und Gutsverwalters geboren. Das vierte Schuljahr verbringt er in einem Eliteinternat der Nationalsozialisten. Anfang 1945 flieht der Elfjährige mit seiner Mutter und seiner Schwester nach Mecklenburg. Sein Vater stirbt in sowjetischer Haft. Nach dem Abitur in Güstrow studiert er zunächst Germanistik in Rostock. Er protestiert in einer Großversammlung der Freien Deutschen Jugend (FDJ) gegen die staatliche Verleumdung der evangelischen Jungen Gemeinde und wird daraufhin exmatrikuliert. Johnson tritt aus der FDJ aus. In Leipzig wird er wieder zum Studium zugelassen. Sein Diplom macht er 1956 bei Hans Mayer, einem prominenten jüdischen Literaturwissenschaftler, der nach Kriegsende in die DDR zurückgekehrt ist. Im gleichen Jahr vollendet er seinen ersten Roman, Ingrid Babendererde. Reifeprüfung 1953, der von ost- und westdeutschen Verlagen abgelehnt und erst posthum veröffentlicht wird. Der Roman Mutmaßungen über Jakob erscheint 1959 im Frankfurter Suhrkamp Verlag und wird auf der Buchmesse enthusiastisch gefeiert. Er handelt vom Leben und Tod eines Grenzgängers, der auf keiner Seite Deutschlands zurechtkommt. Kurz nach dem Erscheinen siedelt Johnson nach Westberlin über. In den 60er Jahren folgen mehrere Werke, in denen er historische Ereignisse wie den DDR-Volksaufstand am 17. Juni 1953, den Ungarnaufstand 1956 und den Mauerbau 1961 aufarbeitet. Anfang 1968, während eines Stipendiums in New York, beginnt er die Arbeit an seinem Hauptwerk Jahrestage. Die ersten drei Bände erscheinen 1970, 1971 und 1973. 1974 zieht er nach Sheerness-on-Sea, einem einsamen Ort auf der englischen Themse-Insel Sheppey. Er trinkt, leidet unter schweren Depressionen und einer Schreibblockade. Für Letztere macht er die Untreue und angebliche Spionagetätigkeit seiner Frau Elisabeth verantwortlich. Auf Drängen seines Verlegers beendet er 1983 den vierten Band der Jahrestage. Am 23. Februar 1984 stirbt er 49-jährig an Herzversagen. Seine Leiche wird erst drei Wochen später gefunden.


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