Zusammenfassung von Oblomow

St. Petersburg 1859
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Oblomow Buchzusammenfassung
Oblomow ist der wohl faulste und zugleich liebenswerteste Mensch, den je ein russischer Dichter erfand.

Rezension

Ein sympathischer Faulpelz

Er singt das Loblied auf das süße Nichtstun, das Bett ist ihm der liebste Platz auf Erden: Oblomow ist ein Bummelant, wie er im Buche steht. Lethargisch schlurft er vom Bett zum Tisch und vom Tisch wieder ins Bett. Wenn Freunde vorbeikommen, um ihn ins grelle Leben zu stürzen, lehnt er dankend ab. Dabei gäbe es so viel zu tun: Sein verwahrlostes Landgut müsste dringend auf Vordermann gebracht werden. Und es gilt, die Liebe einer Frau, der entzückenden Oljga, zu erringen und zu festigen. Letzteres gelingt Oblomow sogar, kurzzeitig rafft er sich auf – aber dann folgt erneut die Erschlaffung: Schnell zieht er sich in sein Schneckenhaus zurück, erfindet tausend Ausreden, um nicht wieder auf die Straße gehen zu müssen – und verspielt die Liebe seines Lebens. Trotz allem ist Oblomow ein ganz sympathischer Kerl. Literaturwissenschaftler und Leser haben sich seit der Veröffentlichung des Buches den Kopf darüber zerbrochen, was sie von ihm halten sollen: ihn für seinen Schlendrian verdammen, wie es Lenin noch 1922 tat (und damit das ganze russische Volk meinte), oder ihn als Ikone der Verweigerung feiern, als einen, der sich der Hektik und Ge-schäftigkeit der Welt entzieht? Auf jeden Fall muss man Oblomow lieben, den wichtigsten Roman des ansonsten weitgehend unbekannten russischen Romanciers Iwan Gontscharow.

Zusammenfassung

Auf dem Sofa
Ilja I. Oblomow, 32 Jahre alt und gut aussehend, liegt in einem weiten, abgetragenen Schlafrock auf dem Sofa seiner St. Petersburger Wohnung. Obwohl es schon zehn Uhr ist, hat er sich noch nicht einmal gewaschen. Sein Diener Sachar liegt im Nebenzimmer auf der...
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Über den Autor

Iwan Gontscharow wird am 18. Juni 1812 in Simbirsk an der Wolga geboren. Der Sohn eines Getreidekaufmanns besucht die Handelsschule in Moskau und studiert von 1831 bis 1835 Sprachen an der Lomonossow-Universität. Nach dem Abschluss tritt er in den Staatsdienst ein, zunächst als Übersetzer im Finanzministerium von St. Petersburg und später in der staatlichen Zensurbehörde. In seiner Freizeit liest und übersetzt er ausländische Literatur, darunter Werke von Goethe und Schiller, und beginnt damit, eigene kleine Erzählungen zu verfassen. In seinem ersten Roman mit dem Titel Eine alltägliche Geschichte (1847) widmet sich Gontscharow „seinem“ Thema, das ihn nicht wieder loslassen wird: dem Konflikt zwischen dem Niedergang des Adels und dem Aufstieg des Bürgertums sowie der Kaufleute im Russland des 19. Jahrhunderts. Von 1852 bis 1855 treibt es den Dichter in die Welt hinaus: Er reist als Sekretär eines Admirals nach England, Afrika und Japan. Sein Reisebericht erregt großes Aufsehen. 1859 veröffentlicht er seinen überaus erfolgreichen Roman Oblomow. Acht Jahre später quittiert er seinen Dienst in der Zensurbehörde, um sich völlig der Schriftstellerei zu widmen. Zwei Jahre später veröffentlicht er seinen dritten Roman Die Schlucht (1869). Außerdem schreibt er Essays, Kurzgeschichten und Kritiken, die allerdings erst nach seinem Tod erscheinen. Gontscharow stirbt am 27. September 1891 in St. Petersburg.


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