Zusammenfassung von Orientalismus

New York 1978
Diese Ausgabe: S. Fischer, Mehr

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Orientalismus Buchzusammenfassung
Der Araber, ein minderwertiges Wesen? Edward Saids bahnbrechende historische Studie kritisiert das abschätzige Urteil des Westens gegenüber dem Orient.

Rezension

Ein akademisches Enthüllungsbuch

Orientalismus war ein Schlag ins Gesicht einer jahrhundertealten Forschungsrichtung. Edward Said wies der Orientalistik nach, ihren Forschungsgegenstand fortwährend in Misskredit gebracht zu haben. Alte Vorurteile gegen die Menschen im Orient wurden nie hinterfragt, sondern systematisch wiederholt. So machte sich die Forschung zum Handlanger der westlichen Großmächte und bestätigte sie in dem Glauben, dass der Orient gelenkt, also beherrscht werden müsse. Saids akademisches Enthüllungsbuch hatte durchschlagenden Erfolg, leitete einen tief greifenden Wandel innerhalb der Orientalistik ein und begründete sogar eine neue Studienrichtung, die „postkolonialen Studien“. Said, ein gebürtiger Palästinenser mit US-Professur, galt fortan als wichtige arabische Stimme im Westen. Obwohl Orientalismus zum modernen Klassiker avanciert ist, wird das Buch auch kritisch bewertet. Saids selektiver Umgang mit den Quellen rückt seine Untersuchung in die Nähe zur Polemik und schränkt damit ihre fachliche Glaubwürdigkeit ein. Die Lektüre lohnt sich dennoch: Saids grundlegende Auseinandersetzung schärft den Blick für den Umgang mit fremdartigen Kulturen.

Zusammenfassung

Orient – kein unschuldiger Begriff
Der Begriff „Orient“ bezieht sich nicht allein auf eine Weltregion, sondern ist an einen bestimmten Blick gebunden, den Europa auf diese Region wirft. Der Orient ist nicht einfach da, sondern ist – als Region mit einer vermeintlich eigenen Identität – ...
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Über den Autor

Edward Said wird am 1. November 1935 in Jerusalem geboren. Sein Vater ist ein palästinensischer Geschäftsmann mit US-Pass, seine Mutter eine Halblibanesin, beide sind Christen. Said wächst zunächst zwischen Jerusalem und Kairo auf, bis die Familie 1947 endgültig nach Kairo zieht. 1951 muss er die Schule als Störenfried verlassen und wird zur weiteren Ausbildung in die USA geschickt. Er studiert an den Eliteuniversitäten Princeton und Harvard und wird 1963 Professor für Englische und Vergleichende Literaturwissenschaft an New Yorks Columbia University – eine Position, die er bis zu seinem Tod innehat. Mit seinem Buch Orientalism (Orientalismus) begründet er 1978 seinen akademischen Ruhm. Ein Jahr zuvor ist er als unabhängiges Mitglied in den Nationalrat der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) eingetreten. Fortan gilt Said als herausragender intellektueller Vertreter palästinensischer Interessen in den USA. Er veröffentlicht sowohl Bücher zur Nahostpolitik als auch literaturwissenschaftliche und musiktheoretische Werke und publiziert regelmäßig in wichtigen internationalen Zeitschriften. Said ist außerdem ein beachtlicher Pianist. 1999 gründet er zusammen mit dem Dirigenten Daniel Barenboim das West-Eastern Divan Orchestra, in dem Juden und Palästinenser gemeinsam musizieren. 1991 verlässt er den Palästinensischen Nationalrat wieder. Mit PLO-Führer Jassir Arafat überwirft er sich wegen unterschiedlicher Auffassungen zum Friedensprozess. Im Jahr 2000 wird er fotografiert, als er während einer Protestkundgebung im Südlibanon einen Stein gegen israelische Grenzanlagen schleudert. Said gerät deswegen in die Kritik. Im September 2003 stirbt er in New York an Leukämie.


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