Zusammenfassung von Rot und Schwarz

Eine Chronik des 19. Jahrhunderts

Paris 1830
Diese Ausgabe: Diogenes, Mehr

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Rot und Schwarz Buchzusammenfassung
Alles für die Karriere: Stendhals Held Julien Sorel mogelt sich mit Täuschung und Heuchelei an die Spitze der Gesellschaft.

Rezension

Aufzeichnungen eines Heuchlers

In Rot und Schwarz (1830) tritt dem Leser ein romantischer Erzähler entgegen, der eigentlich schon ein verkappter Realist ist: Henri Beyle, der sein literarisches Schaffen stets mit dem Pseudonym Stendhal versah, schildert in knappen, fast schon nüchternen Sätzen den sozialen Aufstieg eines geschickten Emporkömmlings zur Zeit der französischen Restauration nach der Abdankung Napoleons. Stendhals Held Julien Sorel ist ein glühender Bewunderer des großen Feldherrn, darf aber seine Meinung öffentlich nicht äußern. So entwickelt er sich zum perfekten Heuchler und macht die Verstellung und den Schein zu seinen Kardinaltugenden. Er hat Erfolg: In einer Gesellschaft, die auf Oberflächlichkeiten baut, legt er eine steile Karriere hin. Vom Lehrer im Haus des Bürgermeisters über das Priesterseminar bis in den Palast eines einflussreichen Marquis in Paris dient er sich hoch. Auf dem Gipfel seiner Macht, geadelt und mit der Tochter des Marquis verheiratet, holt ihn der Verrat seiner ersten Liebe zurück auf den Boden der Tatsachen. Der vermeintlich kühle Realist rastet aus, schießt auf die Verräterin und besiegelt damit sein Schicksal, das sich unter dem blanken Stahl der Guillotine erfüllt. Stendhal, der zu Lebzeiten als Schriftsteller beim Publikum durchfiel, sicherte sich mit der psychologisch und zeitgeschichtlich gleichermaßen hervorragenden Milieustudie einen Platz auf dem Olymp der französischen Klassiker.

Zusammenfassung

Ein Städtchen in der Provinz
Das kleine Städtchen Verrières liegt im Süden Frankreichs und zeichnet sich durch die Eigenschaften aus, die allen französischen Provinznestern gemeinsam sind: Es ist langweilig und seine biederen Bewohner neigen zum Despotismus und zur Intoleranz, wenn ihnen...
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Über den Autor

Stendhal wird als Henri Beyle am 23. Januar 1783 in Grenoble geboren. Sein Pseudonym legt er sich 1814 in Anlehnung an den Geburtsort des Archäologen und Kunsthistorikers Johann Joachim Winckelmann zu. Die Enge seiner Heimatstadt und die jesuitische Erziehung seines Vaters sind ihm verhasst. Im jungen Alter von 17 Jahren zieht es ihn zunächst nach Paris. Er möchte dort möglichst ein zweiter Molière werden. Seine Dramenprojekte scheitern jedoch, er lebt als Bohemien und entdeckt seine große Lust an amourösen Affären. Durch Vermittlung seiner Cousins wird Stendhal 1800 Offizier in Napoleons Italienfeldzug und bringt es 1807 bis zum hohen Verwaltungsbeamten in Braunschweig. Auch am Russlandfeldzug nimmt er teil. Er erlebt das Scheitern der Grande Armée, kann nach Napoleons Abdankung im Paris der Restauration nicht mehr Fuß fassen und entdeckt Italien als seine zweite Heimat. Er geht nach Mailand und versucht sich weiterhin erfolglos als Schriftsteller, bis man ihn 1821 wegen seiner liberalen Gesinnung aus dem von Österreich beherrschten Italien ausweist. Zurück in Paris hofft er nach der Julirevolution 1830 auf einen neuen Posten im Staatsdienst, wird aber nur Konsul im kleinen italienischen Hafenstädtchen Civitavecchia. Zeitgleich wird sein Roman Le Rouge et le Noir (Rot und Schwarz) veröffentlicht, der wieder ohne große Resonanz bleibt und Stendhal zu seiner berühmt gewordenen Voraussage verleitet, man werde ihn 1880 zu lesen beginnen, und ab 1930 werde er weltberühmt sein. Den beginnenden Siegeszug seines letzten Romans, La Chartreuse de Parme (Die Kartause von Parma), erlebt Stendhal 1840 noch mit, ebenso Balzacs wohlwollende Besprechung in der Revue Parisienne. Im folgenden Jahr erleidet er jedoch seinen ersten Schlaganfall, ein Jahr später einen zweiten; er stirbt am 23. März 1842. Stendhal wird auf dem Friedhof von Montmartre, nicht wie er es sich immer gewünscht hat in Italien, beigesetzt.


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