Zusammenfassung von Sonnenfinsternis

London 1940
Diese Ausgabe: Elsinor, Mehr

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Sonnenfinsternis Buchzusammenfassung
Wenn der Zweck alle Mittel heiligt, wird es dunkel im Land.

Rezension

Das antikommunistische Manifest

„Ich komme mir vor wie eine Figur in dem Roman Sonnenfinsternis“, klagte US-Präsident Bill Clinton zu Beginn der Lewinsky-Affäre 1998: Er fühle sich einer tyrannischen Macht ausgeliefert, die eine Lüge über ihn erfinde. Natürlich hinkte der Vergleich gewaltig: Der Protagonist in Arthur Koestlers Meisterwerk gesteht am Ende Verbrechen, die er nicht begangen hat, während Clinton leugnete, was er getan hatte. Schuldig waren beide auf ihre Art, doch Clintons scheinheilige Bemerkung macht deutlich: Die 1940 veröffentlichte Abrechnung mit dem Stalinismus ist sinnbildlich für totalitären Machtmissbrauch geworden. Und sie bleibt gerade in vermeintlich ruhigen Zeiten relevant: Der Exkommunist Koestler warnte schon vor den Gefahren des Terrors, als die europäische Linke von Sartre bis Brecht Stalin noch als Friedensengel verherrlichte. Neutralismus war für Koestler „die raffinierteste Form des intellektuellen Betrugs“ – eine Position, die heute genauso aufrüttelt wie damals.

Zusammenfassung

Der Albtraum ohne Erwachen
Als die Beamten gegen Rubaschows Wohnungstür hämmern, um ihn festzunehmen, träumt er gerade den wiederkehrenden Albtraum von seiner Verhaftung im Feindesland. Doch anders als sonst bringt das Erwachen keine Erleichterung. Aus dem Traum ist Wirklichkeit...
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Über den Autor

Arthur Koestler wird am 5. September 1905 als einziges Kind großbürgerlicher, jüdischer Eltern in Budapest geboren. Zu Hause spricht man überwiegend Deutsch. 1919 flieht die Familie vor antisemitischen Ausschreitungen nach Wien. Koestler studiert Maschinenbau, wird zum glühenden Zionisten und reist 1926 nach Palästina, wo er zunächst in einem Kibbuz, dann als Zitronenverkäufer und Journalist arbeitet. 1929 kehrt er nach Europa zurück und tritt zwei Jahre später in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) ein. Während einer Reise durch die Sowjetunion erlebt er 1932 den ersten Schauprozess und trifft die Bolschewisten Karl Radek und Nikolai Bucharin, die später den stalinistischen Säuberungen zum Opfer fallen werden. Nach dem Berliner Reichstagsbrand ist er mehrere Jahre als Propagandist im Auftrag der Partei unterwegs. Während des Spanischen Bürgerkriegs wird er 1937 von Francos Truppen verhaftet und sitzt vier Monate in der Todeszelle, bevor er auf Druck der Engländer entlassen wird. Seine Erfahrungen verarbeitet er im selben Jahr in dem Buch Spanish Testament (Ein spanisches Testament). Angewidert von den Moskauer Prozessen tritt er 1938 der Partei aus und beendet den Spartacus-Roman The Gladiators (Die Gladiatoren, 1939). Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wird Koestler in Paris verhaftet und als verdächtiger Ausländer im Lager Le Vernet interniert, wo er an dem Roman Darkness at Noon (Sonnenfinsternis, 1940) weiterarbeitet. Nach seiner Freilassung 1940 flüchtet er über Casablanca und Lissabon nach England und wird dort abermals inhaftiert. Ab 1941 schreibt er nur noch auf Englisch und pflegt den Ruf eines trinkfesten Lebemannes und Frauenhelden. Seine Promiskuität beschränkt sich aber nicht auf das andere Geschlecht: Als „Casanova of causes“ (Koestler) kämpft er gegen die Todesstrafe in Großbritannien und für die Euthanasie, bestreitet die Abstammung der europäischen Juden von den Israeliten, wird Atheist und Anhänger der Parapsychologie. 1976 erkrankt er an Parkinson und später an Leukämie. Anfang März 1983 nimmt sich der 77-Jährige gemeinsam mit seiner dritten, 22 Jahre jüngeren Ehefrau Cynthia das Leben.


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