Zusammenfassung von Wellen

Suchen Sie das Buch?
Wir haben die Zusammenfassung! Erfassen Sie die Kernaussagen in nur 10 Minuten.

Wellen Buchzusammenfassung
Lernen Sie los:
oder Abo-Modelle vergleichen

Rezension

Psychogramm einer Gesellschaft im Umbruch

Eduard von Keyserlings impressionistischer Roman Wellen zeichnet ein Psychogramm der Gesellschaft vor dem Ersten Weltkrieg. Das Selbstverständnis des Adels erodiert. Nervös und erregt taumelt man einer ungewissen Zukunft entgegen. Diese atemberaubende weite Perspektive entwickelt Keyserling in einer auf den ersten Blick eher beschaulichen Geschichte: Unter greller Sommersonne mietet sich in einem Fischerdorf an der Ostsee eine Offiziersfamilie ein. Auch eine schöne Gräfin, die mit einem Maler durchgebrannt ist, hat auf ihrer Flucht vor den Zwängen der Gesellschaft hierhergefunden. Schnell richten sich alle Blicke auf sie – lüsterne Männerblicke, erschrockene Frauenblicke (nicht selten durch ein Opernglas), sehnsüchtige Mädchenblicke. Wer sich – durchaus aus ganz gegenwärtigen Motiven – für die emotionalen Lagen einer Gesellschaft im Umbruch interessiert, für all ihre unstillbaren Sehnsüchte, ihre Melancholie, ihre Ängste und ihre teils groteske Komik, für den ist Keyserlings mitreißend poetischer Roman augenöffnend.

Über den Autor

Eduard von Keyserling ist der heute bekannteste deutsche Schriftsteller des Baltikums. Er ist Autor von etwa 20 Romanen und Erzählungen. Keyserling wird 1855 auf dem Rittergut Tels-Paddern in Kurland (heutiges Lettland) geboren. Er wächst in patriarchalischen, aristokratischen Verhältnissen auf. Das Milieu des kurländisch-ostpreußischen Gutsadels, das er hier kennenlernt, wird sein gesamtes Erzählwerk prägen. 1875 beginnt Keyserling, in Estland Jura, Kunstgeschichte und Philosophie zu studieren und setzt sein Studium in Wien und Graz fort. Keyserling bleibt zeitlebens unverheiratet. Nachdem er 1877 sein Studium abbrechen muss, verwaltet er zunächst einige Zeit die Familiengüter. Eine Geldaffäre bringt ihn in gesellschaftlichen Misskredit. Er arbeitet dann in Wien als freier Schriftsteller, emanzipiert sich von seiner Familie und wendet sich der Boheme zu. Es entstehen seine ersten beiden, vom Naturalismus beeinflussten Romane Fräulein Rosa Herz (1887) und Die dritte Stiege (1892). Von diesen Erstlingswerken distanziert er sich später. 1895 zieht Keyserling zusammen mit seinen ebenfalls literarisch tätigen Schwestern Elise und Henriette nach München, das sich zu der Zeit zu einer bedeutenden europäischen Kunst- und Kulturmetropole entwickelt. Er knüpft Kontakte zu Frank Wedekind und Karl Kraus, außerdem zu Hugo von Hofmannsthal und Rainer Maria Rilke. Seit 1897 an Syphilis erkrankt, unternimmt er 1899 noch eine Italienreise, bevor ihn eine Rückenmarksschwindsucht 1907/08 erblinden lässt. Seine berühmtesten Romane, Wellen (1911) und Abendliche Häuser (1914), diktiert Keyserling seinen Schwestern Elise und Henriette. Der blinde Autor verlässt seine Schwabinger Wohnung kaum noch und stirbt am 28. September 1918 vereinsamt in München.

 

Zusammenfassung

Im Bullenkrug

An der Ostsee nahe Riga hat Generalin von Palikow in einem kleinen Fischerdorf für den Sommer das Strandhaus „Bullenkrug“ gemietet. Zusammen mit ihrer Gesellschafterin Malwine Bork hat sie Vorbereitungen für das Abendessen getroffen. Ihre Tochter ist heute angekommen, die Baronin von Buttlär, zusammen mit ihren erwachsenen Töchtern Lolo und Nini – schlank und knabenhaft – sowie dem 15-jährigen, kränklichen Wedig. Beim Essen legt sich das Abendlicht grellrot auf den Tisch. Das Murmeln des Meeres gibt den neu Angekommenen das Gefühl, nicht unter sich zu sein.

Kommentar abgeben

Mehr zum Thema

Mehr in den Kategorien